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Wie ich in letzter Sekunde die Rolle als Joker verlor


Mischa als Joker

Eigentlich war alles klar, es war die letzte Casting-Runde, nur noch Heath und ich übrig geblieben.

Auf unserem Weg dorthin hatten wir geschätzte Kollegen wie Paul Bettany, Sean Penn oder Crispin Glover hinter uns zurück gelassen. Selbst der Capote-Hoffmann, der eigentlich den Pinguin spielen sollte, hatte aufgegeben - und als Christopher Heath und mich sah, strich er die Pinguin-Rolle komplett.

So standen wir dann da im Wohnzimmer vom ollen Nolan, die letzte Casting-Runde stand bevor. Die Stimmung war gedämpft, man reichte Pina Coladas, die Frau von Christopher chillte mit den Nutten im Yakuzi, man schaute zu. Kurz bevor es losging, zogen Heath und ich uns zurück, rauchten eine Bong und machten uns über Sean lustig, der völlig übermotiviert seiner Joker-Interpretation ein Touch too much des 60er-Jahre-Jokers gegeben hatte und dessen Laune nicht besser wurde, als ich allen die Karikatur seiner Frau Robin im Robin-Kostüm zeigte, die Markus angefertigt hatte. Dann wurden Heath und ich nacheinander aufgerufen.

Ich fasse mich kurz. Ich hatte dem Christopher keine zwei Sekunden meiner Joker-Interpretation dargeboten, da hatte ich die Rolle im Sack. Heath war beleidigt, schmiss die Bong an die Wand und verprügelte die Nutten, man schaute zu. Christopher und ich feierten derweil und tanzten in Halbkreisen um Heath herum, dabei indisch anmutende Wörter murmelnd. Dann gingen wir wieder zur Tagesordnung über und Christopher sagte, ach ja, ein, zwei Formalitäten noch, ich - also ich quasi - müsse noch diesen Wisch unterschreiben. Kein Problem, sagte ich und überflog das Blatt.

Zehn Minuten später verließ ich das Haus von Christopher Nolan. Für immer. In dem Augenblick stand fest, dass Heath an meiner statt den Joker spielen sollte, und großzügig wie ich bin erlaubte ich ihn, meine Interpretation inklusive der Frisur uä. zu übernehmen. Was soll der Geiz. Schließlich hatte er recht behalten mit seiner Behauptung, alles für die Rolle tun zu wollen. Da hatte er sie sich auch verdient. Denn ich persönlich hatte einfach nicht genug Eier in der Hose gehabt den Marketing-Masterplan zu unterschreiben, der verlangte, dass der Schauspieler des Joker die Werbemaschinerie mit einer Medikamentenüberdosis ankurbeln sollte. Die Sache war mir nicht geheuer. Schließlich kann so ne Überdosis auch mal nach hinten losgehen. Lieber lebend als Legende, da bin ich konservativ.

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