Montag, 18. August 2008

Helden bei der Arbeit: Batman und ich.


Batman-Woche ist ja bald zuende. Nicht nur, weil „The Dark Knight” am Donnerstag offiziell anläuft, sondern auch, weil ja bald Wochenende ist. Das werden Bielefelder, die regelmäßig twittern spätestens dann merken, wenn alle wieder sowas wie „Endlich Wochenende!“ oder „Wo Komasaufen?“ twittern. Das finde ich nicht befremdlich, aber bedenklich?

Ist das so? Gibt es wirklich soviele Menschen, die ihren Job, den sie sich zu Schulzeiten aussuchten, so entsetzlich finden, dass nur die Aussicht auf 6,9 Promille sie an fünf von sieben Tagen bei Laune hält? Ich muss das fragen, weil ich kenne das nicht. Ich mache seit jeher einen Job, der aus meinem Hobby erwachsen ist und der mir soviel Spaß macht, dass man mich sehr oft eher mit einer Rettungsschere vom Schreibtsich befreien muss, als das ich diesen um 16:59 Hals über Kopf verlassen würde, weil ich ja noch 60 Sekunden bis zum Ausgang brauche und so keine Sekunde zu lange in der Agentur sitze.

Was das mit Batman zu tun hat? Nun, dem geht es genau so. Und deshalb ist er für mich der einzige wahre Superheld!

Sehen wir es doch mal so: Die meisten der A-Superhelden sind es, weil irgendeine Laune der Natur sie dazu gemacht hat. Superman kriegt schon dicke Muskeln wenn er nur ein Solarium sieht, die X-Men haben es in die Wiege gelegt bekommen, die Fantastischen Vier haben ihr Gesicht zu lange ins All gesteckt und der schlimmste von allen vom Schicksal gebeutelteten Helden ist Spiderman: Dem hat eine Spinne in den Arsch gebissen und danach konnte er Makrames aus seinen Handgelenken zaubern.

Was sie vereint: Sie hadern alle mit ihrem Schicksal. Die einen machen daraus das Beste und hauen so richtig auf den Putz - Wolverine - andere wiederum jammern die ganze Zeit herum, dass sie das ja eigentlich gar nicht wollen und überhaupt und so - Spiderman. (Ich hasse Spiderman!) Allen wurde jedoch eine besondere Gabe gegeben und so fühlen sie sich halt moralisch verpflichtet, diese für das Wohl und Wehe der Mitbürger ihrer Heimatstadt einzusetzen. Ob sie wollen oder nicht. Es ist ihr Job.

Batman ist anders. Der hat mit angesehen, wie vor seinen Augen Vati und Mutti von einem dahergelaufenen Penner die Schädeldecke weggeknallt wurde. Für ein paar lausige Dollar. Da hat er sich geschworen, dass sein einziger Lebenszweck nur noch darin bestehen kann, dem Bösen den garaus zu machen. Wer jetzt meint, das ist doch genau das gleiche, das ist doch genau so fremdbestimmt, nur war es hier eben keine radioaktive Spinne sondern zwei Kugeln, der sollte einen Blick auf die Momente werfen, wenn unsere Helden beginnen zu zweifeln:

Wenn ein Spiderman sich auf irgendeinen Wolkenkratzer hockt, seine Maske herunternimmt und kurz davor ist, seinen Namen zu tanzen, weil die Welt so schlecht zu ihm ist und er das auch gar nicht wollte und nur zurück will zu Tante, da kotzt es einen Batman an, dass er nicht noch brutaler zu Werke gehen kann und das bald die Nacht vorbei ist. Er würde so gerne weiterkämpfen. Prügeln. So cool daherreden. Denn Batman geht es nicht darum, die Guten zu beschützen, sondern darum die Bösen zu bestrafen. Das ist kein Job. Es ist seine Berufung.

Also, was lehrt uns Batman: Tue nur das, woran du Spaß hast. Wenn es darin besteht, Kleinkriminellen den Kiefer zu brechen: Nur zu. Wenn es darin besteht, Staubsaugerbeutel zu verkaufen: Okay. Aber wenn Du etwas tust, dass du hasst, dann hast du etwas falsch gemacht. Da hilft dann auch kein Wochenende.

Denk' mal drüber nach.

;-)

P.S.: Das Cinestar Bielefeld zeigt „The Dark Knight“ ab Donnerstag, den 21. August im Original (Man kann „And. Here. We. Go!“ nicht mit „Und jetzt geht's los” übersetzen. Das darf man nicht!) Wer sich uns anschließen möchte: Mischa und ich haben Karten für die 19:45-Vorstellung.

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ben_ (Gast) - 19. Aug, 07:58

Bewundernswert

Super Jungs! Ihr seid die Besten. Batmanwoche ist ganz großartig. Hatte ich noch nicht erwähnt nech? Aber dass Du glücklich und zufrieden bist mit deinem Job, un eine Notschere nötig hast, das verblüfft mih doch schon. Nicht, dass ich mir meinen Job schön saufen müßte, aber das Wochenende sehne ich doch schon herbei.

Lampe (Gast) - 19. Aug, 12:46

Wochenenden sind überbewertet.

In den letzten Wochen war da fast mehr arbeit (oder Slam) als unter der Woche. Das mit der Rettungsschere würd ich ja mal gerne sehen...

Aber Markus, ich glaube du hast einen sehr wichtigen Grund heraus gestellt warum Batman sich gegen Super-Krft-Fuzzies immernoch behaupten kann. Sehr schön!

@irsign (Gast) - 19. Aug, 16:12

Neulich sagte eine Freundin:
"Ich finde meine Arbeit toll, aber noch toller finde ich Nicht-Arbeiten." ;)

Solange man zum Arbeiten früh aufstehen muss, muss der Job erst noch erfunden werden, der mich nicht auf's WE freuen lässt.

mischa_verollet - 19. Aug, 16:56

@airsign: absolut ;) außerdem darf man nicht vergessen, dass der autor dieser obigen zeilen, die das arbeiten feiern, selbst gerade urlaub hat ^^
Markus Freise (Gast) - 19. Aug, 21:30

Du bist ein elendiger ...

... Verräter!
Dr. Brawndo (Gast) - 21. Aug, 20:05

>>Tue nur das, woran du Spaß hast. Wenn es darin besteht, Kleinkriminellen den Kiefer zu brechen: Nur zu.<< Für mich ist das nichts weiter als die actionkinoinspirierte Omnipotenzfantasie eines Mittelstandspubertisten. Aber ist der Autor wirklich erst 13 Jahre alt?