Mittennei in’s System und von innen uffmisch’n
Verfasst von Rouven am 18. Aug, 20:31
...so sagte es Mario im Film „Sonnenallee“ zu seinem Kumpel Micha, mehr aus Verlegenheit darüber, dass er zur DDR-Staatssicherheit ging. Dass ich jetzt die Fronten gewechselt habe, kann man so allerdings nicht behaupten, schließlich haben nie Fronten bestanden, vielmehr Ergänzungen. Der Titel ist daher nicht ganz glücklich gewählt, wenn ich sage, dass ich nunmehr in den Hallen der Neuen Westfälischen wandle.
Doch bevor es hier über den grünen Klee lobende Gratulationen hagelt, schränke ich diesen Umstand am Liebsten gleich ein: Ich bin dort lediglich ein kleiner Wicht, nur zur Einführung für eine weitere, freie Mitarbeit zugegen, um ein paar Kröten nebenbei zu verdienen.
Ich halte fest: Dort kann man schreiben. Anders. Gewöhnungsbedürftig anders, doch auch diese Skills sind erlernbar. Noch gehe ich mit großen Augen durch die Redaktionsräume und staune über die verschiedenen Techniken, doch von einem Instrument zeigte ich mich außerordentlich fasziniert:

Rohrpost! Nun bin ich 32 Jahre alt und sehe das erste Mal in meinem Leben Rohrpost, diese von mir für archaisch gehaltene und ausgestorben geglaubte Technologie der Nachrichtenübermittlung. Seit der Kinderserie „Hallo Spencer“, in der die Post sich stets mit lautem Getöse ankündigte, habe ich keinen Gedanken mehr daran verschwendet. Stopp, das stimmt nicht ganz. Im Film „Brazil“ setzt Sam Lowry das Ministerium für Informationswiederbeschaffung außer Gefecht, als er das Rohrpostsystem verstopft.
Da betritt man die Hallen in dem Glauben, einen Hi-Tech-Nachrichtendienst zu besuchen, und dann steht man plötzlich vor so einer...Maschine! Doch mir wird verdeutlicht, dass es für die interne Dokumentenübermittlung durchaus Sinn ergibt.
Die Funktionsweise von Rohrpost erschließt sich mir dennoch bis heute nicht vollständig. Werden in einem Netz von mehreren Anschlüssen darin Weichen gestellt, um am Ziel anzukommen? Kann immer nur eine Dose zur gleichen Zeit darin herumrauschen? Alles, was man nicht sieht, sondern lediglich hört, erscheint geheimnisvoll. Wie sich die Dose wohl auf ihrer Reise durch die Rohre fühlt? Gerne würde man sich einmal auf fünf Zentimeter verkleinern und den Ritt selbst ausprobieren. Dagegen wäre jedes Heidepark-Fahrgeschäft mit Sicherheit ein Witz. Hui.
Ich bleibe der Sache weiter auf der Spur und werde mich hüten, wie Sam Lowry zu agieren. Dann würde der Beitragstitel nämlich doch noch passen.
Doch bevor es hier über den grünen Klee lobende Gratulationen hagelt, schränke ich diesen Umstand am Liebsten gleich ein: Ich bin dort lediglich ein kleiner Wicht, nur zur Einführung für eine weitere, freie Mitarbeit zugegen, um ein paar Kröten nebenbei zu verdienen.
Ich halte fest: Dort kann man schreiben. Anders. Gewöhnungsbedürftig anders, doch auch diese Skills sind erlernbar. Noch gehe ich mit großen Augen durch die Redaktionsräume und staune über die verschiedenen Techniken, doch von einem Instrument zeigte ich mich außerordentlich fasziniert:

Rohrpost! Nun bin ich 32 Jahre alt und sehe das erste Mal in meinem Leben Rohrpost, diese von mir für archaisch gehaltene und ausgestorben geglaubte Technologie der Nachrichtenübermittlung. Seit der Kinderserie „Hallo Spencer“, in der die Post sich stets mit lautem Getöse ankündigte, habe ich keinen Gedanken mehr daran verschwendet. Stopp, das stimmt nicht ganz. Im Film „Brazil“ setzt Sam Lowry das Ministerium für Informationswiederbeschaffung außer Gefecht, als er das Rohrpostsystem verstopft.
Da betritt man die Hallen in dem Glauben, einen Hi-Tech-Nachrichtendienst zu besuchen, und dann steht man plötzlich vor so einer...Maschine! Doch mir wird verdeutlicht, dass es für die interne Dokumentenübermittlung durchaus Sinn ergibt.
Die Funktionsweise von Rohrpost erschließt sich mir dennoch bis heute nicht vollständig. Werden in einem Netz von mehreren Anschlüssen darin Weichen gestellt, um am Ziel anzukommen? Kann immer nur eine Dose zur gleichen Zeit darin herumrauschen? Alles, was man nicht sieht, sondern lediglich hört, erscheint geheimnisvoll. Wie sich die Dose wohl auf ihrer Reise durch die Rohre fühlt? Gerne würde man sich einmal auf fünf Zentimeter verkleinern und den Ritt selbst ausprobieren. Dagegen wäre jedes Heidepark-Fahrgeschäft mit Sicherheit ein Witz. Hui.
Ich bleibe der Sache weiter auf der Spur und werde mich hüten, wie Sam Lowry zu agieren. Dann würde der Beitragstitel nämlich doch noch passen.
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