Zwei Seelen and The Day Before
Verfasst von Rouven am 25. Jun, 07:00
Der deutschtürkische Kollege A. C. erzählte mir gestern, er besäße zwei Trikots bei sich zuhause und er würde für jedes Tor jubeln, völlig gleichgültig, auf welcher Seite es fiele. So gänzlich gelassen kann das kommende Match wahrscheinlich wirklich nur jemand sehen, in dessen Brust zwei Seelen wohnen.
Denn selbstverständlich fiebert man als Deutscher für Deutschland, es würde mich nur zu sehr wundern, wenn sich während des Spiels, bei einem ersten 0:1 für die Türkei, ausnahmslos allesamt auf der Alm in die Arme fielen. In diesem Fall sähen aller Wahrscheinlichkeit einige Gesichter recht bedröppelt aus, wieder andere freuten sich den anatolischen A* ab.
Doch selbst, wenn dieser unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, der schwarz-rot-gold- Gewappnete ausfällig würde, wird der Anatole die Ruhe selbst bleiben und explizit darauf aufmerksam machen, dass man eventuell ein Problem besäße und sich nach Lösungsstrategien erkundigen. Das ist doch nur nett und diplomatisch gedacht, nicht wahr?
Wir sind hier aber nicht bei „Nachgetreten!“, wo „alle nationalen Ressentiments ausgepackt [werden], die der BILD-geschädigte Normalbürger auch schon vor zwei Jahren lustig fand.“ [s. Lars]. Wir lassen die Döner am Grill.
Es wird ein Fußballfest des Friedens, der Freude und vor allem des Eierkuchens werden, denn: Mal völlig ab von dem Herkunfts- und Identitätsgeschwafel, der Betonung von Differenzen wegen der Religion und anderem, handelt es sich hier nicht um ein Beispiel für den „Clash of Cultures“, sondern eines für eine bereits seit Jahrzehnten zusammengewachsene, kosmopolitische Kultur. Nochmal mit Betonung: EINE Kultur!
Kollege A., Produkt zweier Welten und Sprachen, ist einer der besten Beweise dafür, dass - (obwohl es bei ihm eine leicht zu vernachlässigende Zwiespaltung auslöste („Ich bin für jeden!“)) es miteinander besser funktioniert als getrennt. Und um eine wirtschaftliche Komponente mit in’s Spiel zu bringen, die Linguistik-Profs sagen ebenfalls stets einleuchtend, dass, je mehr Variationen man beherrscht, um so erfolgreicher gestaltet sich das Vorankommen. Kreuzberg ist nicht mehr nur Kreuzberg, sondern vermischt und omnipräsent.
Es gibt immer ein paar Experten, die bei derlei Ankündigungen um den Wertverlust der eigenen Sprache bangen. Wem es aber bei diesen Aussagen um der deutschen Eigenart/ Leitkultur whatever zu fürchten beginnt, dem seien die Sätze des türkischen Poetry Slammers Necip Tokoglu nahegelegt: „Ihr Deutschen braucht keine Angst um Eure Sprache zu haben. Wir Türken werden uns schon darum kümmern.“
Man könnte das nervenaufreibende Prozedere vor dem Spiel gleich mit einem Schlag vereinfachen. Warum denn zwei Nationalhymnen singen (und sich fragen, weshalb das Konzept „Nationalhymne“ alleine schon archaisch anmutet)? Machen wir doch aus beiden eine:
Klingt doch gut, oder?
Wir wünschen allen ein spannendes Spiel!
Interessante und lustige Gegebenheiten innerhalb unseres deutsch-türkischen Kultur-Gemischs können in den Kommentaren gerne, nur zu gerne, abgegeben werden. Und zwar ab (3,2,1...) JETZT:
Denn selbstverständlich fiebert man als Deutscher für Deutschland, es würde mich nur zu sehr wundern, wenn sich während des Spiels, bei einem ersten 0:1 für die Türkei, ausnahmslos allesamt auf der Alm in die Arme fielen. In diesem Fall sähen aller Wahrscheinlichkeit einige Gesichter recht bedröppelt aus, wieder andere freuten sich den anatolischen A* ab.
Doch selbst, wenn dieser unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, der schwarz-rot-gold- Gewappnete ausfällig würde, wird der Anatole die Ruhe selbst bleiben und explizit darauf aufmerksam machen, dass man eventuell ein Problem besäße und sich nach Lösungsstrategien erkundigen. Das ist doch nur nett und diplomatisch gedacht, nicht wahr?
Wir sind hier aber nicht bei „Nachgetreten!“, wo „alle nationalen Ressentiments ausgepackt [werden], die der BILD-geschädigte Normalbürger auch schon vor zwei Jahren lustig fand.“ [s. Lars]. Wir lassen die Döner am Grill.
Es wird ein Fußballfest des Friedens, der Freude und vor allem des Eierkuchens werden, denn: Mal völlig ab von dem Herkunfts- und Identitätsgeschwafel, der Betonung von Differenzen wegen der Religion und anderem, handelt es sich hier nicht um ein Beispiel für den „Clash of Cultures“, sondern eines für eine bereits seit Jahrzehnten zusammengewachsene, kosmopolitische Kultur. Nochmal mit Betonung: EINE Kultur!
Kollege A., Produkt zweier Welten und Sprachen, ist einer der besten Beweise dafür, dass - (obwohl es bei ihm eine leicht zu vernachlässigende Zwiespaltung auslöste („Ich bin für jeden!“)) es miteinander besser funktioniert als getrennt. Und um eine wirtschaftliche Komponente mit in’s Spiel zu bringen, die Linguistik-Profs sagen ebenfalls stets einleuchtend, dass, je mehr Variationen man beherrscht, um so erfolgreicher gestaltet sich das Vorankommen. Kreuzberg ist nicht mehr nur Kreuzberg, sondern vermischt und omnipräsent.
Es gibt immer ein paar Experten, die bei derlei Ankündigungen um den Wertverlust der eigenen Sprache bangen. Wem es aber bei diesen Aussagen um der deutschen Eigenart/ Leitkultur whatever zu fürchten beginnt, dem seien die Sätze des türkischen Poetry Slammers Necip Tokoglu nahegelegt: „Ihr Deutschen braucht keine Angst um Eure Sprache zu haben. Wir Türken werden uns schon darum kümmern.“
Man könnte das nervenaufreibende Prozedere vor dem Spiel gleich mit einem Schlag vereinfachen. Warum denn zwei Nationalhymnen singen (und sich fragen, weshalb das Konzept „Nationalhymne“ alleine schon archaisch anmutet)? Machen wir doch aus beiden eine:
Klingt doch gut, oder?
Wir wünschen allen ein spannendes Spiel!
Interessante und lustige Gegebenheiten innerhalb unseres deutsch-türkischen Kultur-Gemischs können in den Kommentaren gerne, nur zu gerne, abgegeben werden. Und zwar ab (3,2,1...) JETZT:
44 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Lampe (anonym) - 25. Jun, 09:11
Ja, es wird ein Fußballfest des Friedens und der Freude. Türkei vs. Schweiz war aufm Platz und überall sonst friedlich. Frankreich vs. Italien war aufm Platz und überall sonst friedlich. Und das kommende Halbfinale Deutschland vs. Türkei hat nicht mal eine Vorgeschichte die in irgend einer Form mit Gewalt zu tun hat.
Leider gibt es ein paar (angebl. Ur-dt.) Menschen die "Schlägerein" erwarten, weil "die Türken" ... naja ihr wisst schon.Dabei handelt es sich zum Glück um eine Minderheit , aber ich war mir schon 2006 bei der WM sicher, dass das mit dem "Flagge zeigen" bei ein paar HONKs endgültig den Ruck nach rechts auslöst.
Warum sollten sich Türkei-Fans prügeln wollen? ...ist doch nur ein Spiel.
Die einzige Gefahr (egal wer gewinnt) die heute Abend wirklich besteht ist die folgende: große Massenkarambolage auf dem (nicht wegen Rudelkucken gesperrten) Jahnplatz.
Also: wer einen schönen Fußballabend will, sollte auf die Alm gehen, aber seinen Heimweg vielleicht durch Parks o.ä. legen, jedenfalls weit entfernt von Straßen... ich denke das ist das sicherste.
Leider gibt es ein paar (angebl. Ur-dt.) Menschen die "Schlägerein" erwarten, weil "die Türken" ... naja ihr wisst schon.Dabei handelt es sich zum Glück um eine Minderheit , aber ich war mir schon 2006 bei der WM sicher, dass das mit dem "Flagge zeigen" bei ein paar HONKs endgültig den Ruck nach rechts auslöst.
Warum sollten sich Türkei-Fans prügeln wollen? ...ist doch nur ein Spiel.
Die einzige Gefahr (egal wer gewinnt) die heute Abend wirklich besteht ist die folgende: große Massenkarambolage auf dem (nicht wegen Rudelkucken gesperrten) Jahnplatz.
Also: wer einen schönen Fußballabend will, sollte auf die Alm gehen, aber seinen Heimweg vielleicht durch Parks o.ä. legen, jedenfalls weit entfernt von Straßen... ich denke das ist das sicherste.
mischa_verollet - 25. Jun, 09:28
aber ich war mir schon 2006 bei der WM sicher, dass das mit dem "Flagge zeigen" bei ein paar HONKs endgültig den Ruck nach rechts auslöst.
Wahrscheinlich nicht so gemeint, will aber trotzdem in aller Deutlichkeit davor warnen, die Fahnenmeere zu verteufeln. Man muss es absolut positiv sehen, wie unverkrampft mit der deutschen Fahne umgegangen wird. Zum einen, weil es total schön ist, dass die deutsche Jugend eine neue, positive, weltoffene Identität gefunden hat, die zu ihrem Land steht und es liebt. Zum anderen, weil das Schwarz-Rot-Gold garnichts, absolut gar nichts mit dem Nationalsozialismus oder Rassismus zu tun hat. Diesen Fehler hat die blöde Julia Bonk schon 2006 gemacht. Schwarz-Rot-Gold ist die Fahne der Demokratie, entstanden ua. im Zug der deutschen Revolution, die eben jene Demokratie und Absetzung der herrschenden aristokratischen Mächte in Deutschland als Ziel hatte. Genau aus diesen Gründen lehnten die NS diese Fahne ab. Deshalb ist es den Rechten nach wie vor ein Dorn im Auge, dass überall Schwarz-Rot-Gold hängt, sie bevorzugen Schwarz-Rot-Weiß. Und gerade deshalb und aufgrund ihres Ursprungs kann es in meinen Augen gar nicht ausreichend schwarz-rot-goldene Fahnen geben. Jede deutsche Fahne, die heute abend geweht wird, ist ein Plädoyer für Demokratie und eine Stich ins Herz der Rechten! Weiter so!
Wahrscheinlich nicht so gemeint, will aber trotzdem in aller Deutlichkeit davor warnen, die Fahnenmeere zu verteufeln. Man muss es absolut positiv sehen, wie unverkrampft mit der deutschen Fahne umgegangen wird. Zum einen, weil es total schön ist, dass die deutsche Jugend eine neue, positive, weltoffene Identität gefunden hat, die zu ihrem Land steht und es liebt. Zum anderen, weil das Schwarz-Rot-Gold garnichts, absolut gar nichts mit dem Nationalsozialismus oder Rassismus zu tun hat. Diesen Fehler hat die blöde Julia Bonk schon 2006 gemacht. Schwarz-Rot-Gold ist die Fahne der Demokratie, entstanden ua. im Zug der deutschen Revolution, die eben jene Demokratie und Absetzung der herrschenden aristokratischen Mächte in Deutschland als Ziel hatte. Genau aus diesen Gründen lehnten die NS diese Fahne ab. Deshalb ist es den Rechten nach wie vor ein Dorn im Auge, dass überall Schwarz-Rot-Gold hängt, sie bevorzugen Schwarz-Rot-Weiß. Und gerade deshalb und aufgrund ihres Ursprungs kann es in meinen Augen gar nicht ausreichend schwarz-rot-goldene Fahnen geben. Jede deutsche Fahne, die heute abend geweht wird, ist ein Plädoyer für Demokratie und eine Stich ins Herz der Rechten! Weiter so!
Lampe (anonym) - 25. Jun, 10:57
Da hab ich mich wieder ein wenig zu knapp ausgedrückt. Ich finde das mit den Fahnen sehr gut und will das AUF KEINEN FALL verteufeln. Ich wollte nur sagen, dass mir ein paar Aussagen unter gekommen sind, die darauf hindeuten, dass die Aussagentätigenden a) keine Ahnung von dem von dir dargelegten Sachverhalt zur schwarz-rot-gold Flagge besitzen und b) RECHTS nicht gleich braun/schwarz-rot-weiß bedeutet.
Das nur der Vollständigkeit halber. ;-)
Ich wünsche mir, dass es mal irgendwo ne Europa-Flagge fürs Auto gibt. Schwarz-rot-gold und 12 Sterne auf blau würden mir an meinem Auto gefallen. Jetzt mal ganz unabhängig vom Fußball.
Das nur der Vollständigkeit halber. ;-)
Ich wünsche mir, dass es mal irgendwo ne Europa-Flagge fürs Auto gibt. Schwarz-rot-gold und 12 Sterne auf blau würden mir an meinem Auto gefallen. Jetzt mal ganz unabhängig vom Fußball.
mischa_verollet - 25. Jun, 11:23
Es ist traurig, dass kaum jemand die Geschichte der deutschen Fahne kennt
was hauptsächlich daran liegt, dass man im Geschichtsunterricht wesentliche Aspekte deutscher Geschichte nicht behandelt. Ich hab's auch erst vor ein paar Jahren gelernt, als ich das Hambacher Schloss (Stichwort: Hambacher Fest) besucht habe, ein überaus wichtiger, toller Teil der deutschen Geschichte. Auszüge aus wikipedia:
Die Hauptforderungen der Festteilnehmer waren Freiheit (Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit), Bürgerrechte, nationale Einheit, eine Neuordnung Europas auf der Grundlage gleichberechtigter Völker, Volkssouveränität und religiöse Toleranz.
Beim Hambacher Fest wurden zum ersten Mal in größerer Anzahl schwarz-rot-goldene Trikoloren mitgeführt, die das Streben nach Freiheit, Bürgerrechten und deutscher Einheit symbolisieren sollten. Die Farben hatten sich im Zusammenhang mit der Burschenschaftsbewegung bereits weit verbreitet; deshalb waren die Fahnen auf dem Hambacher Schloss noch mehrheitlich in der burschenschaftlichen Reihenfolge „schwarz-rot-gold von unten“ zu sehen (siehe Abbildung oben).
Als Hauptfahne des Hambacher Festes fertigte Johann Philipp Abresch eine Trikolore in der heute gebräuchlichen Reihenfolge mit der Aufschrift „Deutschlands Wiedergeburt“. Diese „Ur-Fahne“ von 1832 (Bild) befindet sich heute im Heimatmuseum von Neustadt an der Weinstraße. Unter diesen Farben sollte ein freies und föderales Deutschland entstehen, das dem demokratischen Grundgedanken verpflichtet sein und als Gegengewicht zur Heiligen Allianz Russlands, Österreichs und Preußens stehen sollte.
Man beachte das Streben nach Freiheit und religiöser Toleranz. Es könnte kaum ein demokratischeres Symbol geben als das Schwarz-Rot-Gold der deutschen Fahne. Kein Wunder, dass die NS diese Fahne ablehnten ;)
Die Hauptforderungen der Festteilnehmer waren Freiheit (Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit), Bürgerrechte, nationale Einheit, eine Neuordnung Europas auf der Grundlage gleichberechtigter Völker, Volkssouveränität und religiöse Toleranz.
Beim Hambacher Fest wurden zum ersten Mal in größerer Anzahl schwarz-rot-goldene Trikoloren mitgeführt, die das Streben nach Freiheit, Bürgerrechten und deutscher Einheit symbolisieren sollten. Die Farben hatten sich im Zusammenhang mit der Burschenschaftsbewegung bereits weit verbreitet; deshalb waren die Fahnen auf dem Hambacher Schloss noch mehrheitlich in der burschenschaftlichen Reihenfolge „schwarz-rot-gold von unten“ zu sehen (siehe Abbildung oben).
Als Hauptfahne des Hambacher Festes fertigte Johann Philipp Abresch eine Trikolore in der heute gebräuchlichen Reihenfolge mit der Aufschrift „Deutschlands Wiedergeburt“. Diese „Ur-Fahne“ von 1832 (Bild) befindet sich heute im Heimatmuseum von Neustadt an der Weinstraße. Unter diesen Farben sollte ein freies und föderales Deutschland entstehen, das dem demokratischen Grundgedanken verpflichtet sein und als Gegengewicht zur Heiligen Allianz Russlands, Österreichs und Preußens stehen sollte.
Man beachte das Streben nach Freiheit und religiöser Toleranz. Es könnte kaum ein demokratischeres Symbol geben als das Schwarz-Rot-Gold der deutschen Fahne. Kein Wunder, dass die NS diese Fahne ablehnten ;)
@irsign (anonym) - 25. Jun, 13:39
Also ich habe das mit den Farben schon mal in der Schule gelernt, irgendwann in der Mittelstufe, wäre aber für mich kein Grund, warum man damit alles rechtfertigen kann. Nur mal so nebenbei. Die Ursprungsidee war gut, aber dann hat jemand Blödsinn damit getrieben. Harr harr.
Ich bin einer von denen, die keine Probleme mit den deutschen Fahnen hat (abgesehen davon, dass ich die Farbkombination unglücklich finde und alle Fahnen an Autos hasse, weil das Scheiße aussieht ;)), im Gegensatz zu manch älterer Kollegin z.B., die dem ganzen wegen der Geschichte immer noch kritisch gegenüber steht.
Was ich viel kritischer sehe ich immer dieses 'Man darf die Fahnenmeere nicht verteufeln Gelaber'. Ey, wenn ich Bock hätte eine Fahne zu schwenken, dann würde ich das tun und zwar nicht nur wenn Fußball-WM ist. Und schon gar nicht würde ich erzählen, warum man das machen darf. Diese Verteidigungshaltung finde ich immer unangenehm und merkwürdig. Bleibt mal locker und etwas unverkrampfter. Dann klappts auch mit dem Titel und wenn nicht, in 2 Jahren ist wieder EM.
Ich bin einer von denen, die keine Probleme mit den deutschen Fahnen hat (abgesehen davon, dass ich die Farbkombination unglücklich finde und alle Fahnen an Autos hasse, weil das Scheiße aussieht ;)), im Gegensatz zu manch älterer Kollegin z.B., die dem ganzen wegen der Geschichte immer noch kritisch gegenüber steht.
Was ich viel kritischer sehe ich immer dieses 'Man darf die Fahnenmeere nicht verteufeln Gelaber'. Ey, wenn ich Bock hätte eine Fahne zu schwenken, dann würde ich das tun und zwar nicht nur wenn Fußball-WM ist. Und schon gar nicht würde ich erzählen, warum man das machen darf. Diese Verteidigungshaltung finde ich immer unangenehm und merkwürdig. Bleibt mal locker und etwas unverkrampfter. Dann klappts auch mit dem Titel und wenn nicht, in 2 Jahren ist wieder EM.
Rouven - 25. Jun, 13:45
Danke, @irsign, das Du es gesagt hast ;-)
Aber das mit den Jahren und der EM, das haste selbst gemerkt, ne?
Aber das mit den Jahren und der EM, das haste selbst gemerkt, ne?
mischa_verollet - 25. Jun, 14:01
@airsign
Absolutes Veto! Denn du beweist mit deiner Aussage, dass du es eben NICHT richtig gelernt hast. Mit der deutschen Fahne hat nämlich NIEMAND Schindluder getrieben. Schindluder wurde mit den Farben Schwarz Rot Weiß getrieben, den preußischen Farben. Ohne dir nahetreten zu wollen: Aber genau deshalb habe ich es explizit erwähnt, weil es erschreckend ist, wieviel gefährliches Halbwissen (selbst unter Lehrern) verbreitet ist.
Abgesehen davon, dass man in Deutschland von vielen Menschen in eine Rechtfertigungsverhalten gedrängt wird hat mein Exkurs dazu nichts mit Rechtfertigung zu tun. Wie du an deiner eigenen Aussage siehst besteht ein Informationsdefizit. Zudem ist nun mal ein Hauptargument vieler Kritiker eben die Tatsache, dass Schwarz-Rot-Gold geschwenkt wird und die kritisieren mit dem Argument der 12 schwarzen deutschen Jahre. Und das ist nun mal Quatsch mit Soße. Darauf bezieht sich meine Antwort. Ebenjene Kritiker sorgen nämlich dafür, dass viele Deutsche nach wie vor ein schlechtes Gewissen haben, was die deutsche Fahne angeht. Und das völlig zu Unrecht!
Was dein Posting bezüglich der zeitlichen Einschränkung der Fahnenmeere angeht zielt deine Argumentations ins Leere. Auch in anderen Ländern, selbst in England, zieht man nicht andauernd mit einer Fahne durch die Gegend. Nein, das Fahnenmeer hat einen direkten Bezug zum Fußball und ist weder schlimm noch Anlass zur Sorge.
Zuguterletzt ist dein Hinweis locker und unverkrampfter zu werden sehr gut. Den sollten sich viele zu Herzen nehmen. ich selbst wehe die Fahne völlig unverkrampft. Dazu kommt aber noch das gute Gewissen mit dem Wissen um die Bedeutung der Farben die für Werte stehen, die ich selber achte und leben möchte (Demokratie, Freiheit, Religiöse Toleranz). Hätten diese Farben eine andere Historie, wäre ich der letzte, der mit Fahne durch die Gegend zieht.
Abgesehen davon, dass man in Deutschland von vielen Menschen in eine Rechtfertigungsverhalten gedrängt wird hat mein Exkurs dazu nichts mit Rechtfertigung zu tun. Wie du an deiner eigenen Aussage siehst besteht ein Informationsdefizit. Zudem ist nun mal ein Hauptargument vieler Kritiker eben die Tatsache, dass Schwarz-Rot-Gold geschwenkt wird und die kritisieren mit dem Argument der 12 schwarzen deutschen Jahre. Und das ist nun mal Quatsch mit Soße. Darauf bezieht sich meine Antwort. Ebenjene Kritiker sorgen nämlich dafür, dass viele Deutsche nach wie vor ein schlechtes Gewissen haben, was die deutsche Fahne angeht. Und das völlig zu Unrecht!
Was dein Posting bezüglich der zeitlichen Einschränkung der Fahnenmeere angeht zielt deine Argumentations ins Leere. Auch in anderen Ländern, selbst in England, zieht man nicht andauernd mit einer Fahne durch die Gegend. Nein, das Fahnenmeer hat einen direkten Bezug zum Fußball und ist weder schlimm noch Anlass zur Sorge.
Zuguterletzt ist dein Hinweis locker und unverkrampfter zu werden sehr gut. Den sollten sich viele zu Herzen nehmen. ich selbst wehe die Fahne völlig unverkrampft. Dazu kommt aber noch das gute Gewissen mit dem Wissen um die Bedeutung der Farben die für Werte stehen, die ich selber achte und leben möchte (Demokratie, Freiheit, Religiöse Toleranz). Hätten diese Farben eine andere Historie, wäre ich der letzte, der mit Fahne durch die Gegend zieht.
@irsign (anonym) - 25. Jun, 14:14
Ja, habe ich 1 Sekunde nach dem Abschicken (EM wird natürlich trotzdem Spanien und damit gewinnen ich mein Tippspiel, aber pssssssssst!)
@irsign (anonym) - 25. Jun, 14:23
Ich habe genau verstanden WAS du gesagt und geschriebn hast, aber ich bin daran interessiert manches verkürzt darzustellen, somit geht dann halt einiges verloren. Nochmal ein kleines bisschen explizierter: Ich meine ja nicht, dass die Nazis DIESE Flagge benutzt haben, habe ich auch gar nicht gelernt. Aber diese Flagge steht ja nun mal für Deutschland, egal, ob die Nazis damals eine andere Flagge benutzt haben oder nicht. Und wenn dann ein Österreicher in Deutschland mit den Deutschen einen Weltkrieg anzettelt, dann steht auch die gut gemeinte Fahne, die ursprünglich für was anderes war, irgendwie als Stellvertreter für das Land. Alles andere ist für mich Haarspalterei, sorry.
Meine Argumentation zielt nirgendwo ins Leere, weil ich nirgendwo argumentiert habe, ich habe nur gesagt, dass ICH eine Fahne schwenken würde, wenn ICH Bock hätte und ICH das nicht nur machen würde, wenn gerade EM ist, wenn MIR das denn so wichtig wäre. An meinem Auto klebt ja auch das ganze Jahr eine GR- und Arminia-Flagge und nicht nur wenn Fußi ist. Wer jetzt eine Fahne schwenken will, soll er tun, ich habe damit kein Problem, aber dieses ganze Gelaber darum... Oh ne....
Meine Argumentation zielt nirgendwo ins Leere, weil ich nirgendwo argumentiert habe, ich habe nur gesagt, dass ICH eine Fahne schwenken würde, wenn ICH Bock hätte und ICH das nicht nur machen würde, wenn gerade EM ist, wenn MIR das denn so wichtig wäre. An meinem Auto klebt ja auch das ganze Jahr eine GR- und Arminia-Flagge und nicht nur wenn Fußi ist. Wer jetzt eine Fahne schwenken will, soll er tun, ich habe damit kein Problem, aber dieses ganze Gelaber darum... Oh ne....
Rouven - 25. Jun, 14:36
Eine Diskussion (abgesehen von den geschichtlichen Infos) über unverkrampftes Flaggezeigen scheint mir auch etwas zu paradox, als dass ich mich daran beteiligen möchte.
Macht Ihr mal ;-)
Macht Ihr mal ;-)
@irsign (anonym) - 25. Jun, 14:40
Ach ne, lass ma. Ich gebe Mischa Recht. Ist doch völlig wurscht das alles.
mischa_verollet - 25. Jun, 14:40
@airsign
sorry, airsign, aber bei solchen aussagen kann man nur den kopf schütteln:
@irsign schrieb: Aber diese Flagge steht ja nun mal für Deutschland, egal, ob die Nazis damals eine andere Flagge benutzt haben oder nicht. Und wenn dann ein Österreicher in Deutschland mit den Deutschen einen Weltkrieg anzettelt, dann steht auch die gut gemeinte Fahne, die ursprünglich für was anderes war, irgendwie als Stellvertreter für das Land. Alles andere ist für mich Haarspalterei, sorry.
abgesehen davon, dass es erneut quatsch ist, da hitler den krieg NICHT UNTER SCHWARZROTGOLDENER FAHNE angezettelt hat, hoffe ich sehr, dass die Aussage wieder mal nur verkürzt ist oder du es anders gemeint hast, diese pauschalisierung ist unerträglich und schlägt in die gleiche kerbe wie die islamophober Hetzer, die den Islam aufgrund des Fehlverhaltens einer kleinen Gruppe und veralteter traditioneller Ansichten verurteilen. Und GENAU WEGEN SOLCHER AUSSAGEN wird es Deutschland schwer haben, unverkrampft zu sein.
Abschließend, liebe @irsign: bitte fühl dich nicht angegriffen, aber ich fand einige Aussagen einfach doch etwas zu bedenklich (auch wenn sie vielleicht anders gemeint sind), um sie unkommentiert stehen zu lassen, gerade weil der geschichtliche Kontext wichtig ist - zumindest mir ;). Einig sind wir uns ja im Großen und ganzen dennoch und dabei sollten wir es belassen. Auf ein geiles Spiel heute abend :)
@irsign schrieb: Aber diese Flagge steht ja nun mal für Deutschland, egal, ob die Nazis damals eine andere Flagge benutzt haben oder nicht. Und wenn dann ein Österreicher in Deutschland mit den Deutschen einen Weltkrieg anzettelt, dann steht auch die gut gemeinte Fahne, die ursprünglich für was anderes war, irgendwie als Stellvertreter für das Land. Alles andere ist für mich Haarspalterei, sorry.
abgesehen davon, dass es erneut quatsch ist, da hitler den krieg NICHT UNTER SCHWARZROTGOLDENER FAHNE angezettelt hat, hoffe ich sehr, dass die Aussage wieder mal nur verkürzt ist oder du es anders gemeint hast, diese pauschalisierung ist unerträglich und schlägt in die gleiche kerbe wie die islamophober Hetzer, die den Islam aufgrund des Fehlverhaltens einer kleinen Gruppe und veralteter traditioneller Ansichten verurteilen. Und GENAU WEGEN SOLCHER AUSSAGEN wird es Deutschland schwer haben, unverkrampft zu sein.
Abschließend, liebe @irsign: bitte fühl dich nicht angegriffen, aber ich fand einige Aussagen einfach doch etwas zu bedenklich (auch wenn sie vielleicht anders gemeint sind), um sie unkommentiert stehen zu lassen, gerade weil der geschichtliche Kontext wichtig ist - zumindest mir ;). Einig sind wir uns ja im Großen und ganzen dennoch und dabei sollten wir es belassen. Auf ein geiles Spiel heute abend :)
@irsign (anonym) - 25. Jun, 15:50
Ich kann deine Argumentation im Ansatz nachvollziehen, aber trotzdem finde ich machst du es dir arg einfach. Jedem das seinige. Du schüttelst deinen Kopf, ich meinen, nicht nur darüber.
Btw.:
Ich hoffe du hast 'Die pauschalisierung ist unerträglich und schlägt in die gleiche kerbe wie die islamophober Hetzer, die den Islam aufgrund des Fehlverhaltens einer kleinen Gruppe und veralteter traditioneller Ansichten verurteilen.' nicht wirklich ernst gemeint. Sonst müsste ich mir ernsthaft Sorgen machen.
Btw.:
Ich hoffe du hast 'Die pauschalisierung ist unerträglich und schlägt in die gleiche kerbe wie die islamophober Hetzer, die den Islam aufgrund des Fehlverhaltens einer kleinen Gruppe und veralteter traditioneller Ansichten verurteilen.' nicht wirklich ernst gemeint. Sonst müsste ich mir ernsthaft Sorgen machen.
mischa_verollet - 25. Jun, 16:07
@irsign
liebe @irsign, ich mache es mir einfach? du beliebst zu scherzen :) wer vekürzt hier denn und sieht eine verbindung zwischen der deutschen fahne und den angriffskriegen NS-Deutschlands? Nicht ich! Im Gegenteil, jemanden Vereinfachung vorzuwerfen, der sich im Vorfeld mit der Historie der Fahne auseinandergesetzt hat und alles geschichtlich in Relation zu setzen versucht, spottet jeder Beschreibung :)
und doch, natürlich habe ich diesen satz ernst gemeint. damit meine ich aber nicht dich, sondern die wirkung dessen, was du geschrieben hattest. oder erkläre mir bitte, was du mit dem satz "Aber diese Flagge steht ja nun mal für Deutschland, egal, ob die Nazis damals eine andere Flagge benutzt haben oder nicht." gemeint haben könntest. Bricht man deinen Satz auf seine Aussage herunter erhält man Formel: Schwarzrotgoldene Fahne => Deutschland => Nazis. Und das ist nun mal nichts anderes als zu behaupten: 11. September => durch Moslems verursacht => Moslems sind Terroristen. Verstehst du? Ich bin mir sicher, dass du es nicht so gemeint hast. Aber solche (ungewollten) Pauschalisierungen Deutschland bezüglich regen mich auf, gerade wenn sie von Menschen kommen, die jegliche Pauschalisierung bezüglich anderer Gruppen (mit Recht) ablehnen.
abe wenn wir schon bei historischer symbolik sind: Du weißt schon, womit man den Spruch "Jedem das seine" hauptsächlich in Verbindung bringt? Guck mal! Ich weiß wie du es meinst, erwähne es aber trotzdem aufgrund deiner Verbindung "Fahne => Deutschland => Nationalsozialismus". Du wirst jetzt sagen: Man muss diesen Spruch auch gelöst sehen können. Richtig. Und genau das gleiche gilt für Deutschland und heutige Nationalsymbole (wie die Fahne). Nicht mehr und nicht weniger wollte ich sagen.
und doch, natürlich habe ich diesen satz ernst gemeint. damit meine ich aber nicht dich, sondern die wirkung dessen, was du geschrieben hattest. oder erkläre mir bitte, was du mit dem satz "Aber diese Flagge steht ja nun mal für Deutschland, egal, ob die Nazis damals eine andere Flagge benutzt haben oder nicht." gemeint haben könntest. Bricht man deinen Satz auf seine Aussage herunter erhält man Formel: Schwarzrotgoldene Fahne => Deutschland => Nazis. Und das ist nun mal nichts anderes als zu behaupten: 11. September => durch Moslems verursacht => Moslems sind Terroristen. Verstehst du? Ich bin mir sicher, dass du es nicht so gemeint hast. Aber solche (ungewollten) Pauschalisierungen Deutschland bezüglich regen mich auf, gerade wenn sie von Menschen kommen, die jegliche Pauschalisierung bezüglich anderer Gruppen (mit Recht) ablehnen.
abe wenn wir schon bei historischer symbolik sind: Du weißt schon, womit man den Spruch "Jedem das seine" hauptsächlich in Verbindung bringt? Guck mal! Ich weiß wie du es meinst, erwähne es aber trotzdem aufgrund deiner Verbindung "Fahne => Deutschland => Nationalsozialismus". Du wirst jetzt sagen: Man muss diesen Spruch auch gelöst sehen können. Richtig. Und genau das gleiche gilt für Deutschland und heutige Nationalsymbole (wie die Fahne). Nicht mehr und nicht weniger wollte ich sagen.
@irsign (anonym) - 25. Jun, 16:26
Ich glaube ich muss dir mal bei so viel Schwachsinn mailen.
mischa_verollet - 25. Jun, 16:38
@ airsign
ist natürlich das einfachste, wenn einem die argumente ausgehen a) abfällig zu werden und b) der begonnenen diskussion aus dem weg zu gehen. :)
Schwachsinn ist das mitnichten, was ich geschrieben habe, im Gegenteil, von vorn bis hinten belegt, für jeden klar zu sehen. Ich kann mich natürlich nur auf das beziehen, was du schwarz auf weiß hier ins blog gepostet hast. Aber gern setze ich die Diskussion via E-Mail fort, da ich mir ohnehin sicher bin, dass du etwas missverständlich geschrieben hast.
Schwachsinn ist das mitnichten, was ich geschrieben habe, im Gegenteil, von vorn bis hinten belegt, für jeden klar zu sehen. Ich kann mich natürlich nur auf das beziehen, was du schwarz auf weiß hier ins blog gepostet hast. Aber gern setze ich die Diskussion via E-Mail fort, da ich mir ohnehin sicher bin, dass du etwas missverständlich geschrieben hast.
mischa_verollet - 25. Jun, 09:19
Schön, aber:
absolut nicht der Realität entsprechend ist dein folgender Absatz:
Doch selbst, wenn dieser unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, der schwarz-rot-gold- Gewappnete ausfällig würde, wird der Anatole die Ruhe selbst bleiben und explizit darauf aufmerksam machen, dass man eventuell ein Problem besäße und sich nach Lösungsstrategien erkundigen
Jeder, der in Bielefeld aufgewachsen ist und als Teenager vor zehn, zwölf Jahren nachts über den Jahnplatz gelaufen ist, weiß, dass es im Alltag schon oft genug genau andersrum war. Traurig, aber wahr. Das nur, weil der Absatz schon arg verklärend wirkt.
Dennoch, um zum Hauptthema zurückzukehren: Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es mit einigen wenigen, auf depperte Minderheiten beider Seiten zurückzuführende Ausnahmen, friedlich zugehen wird. Dafür hängt noch zu sehr der Geist von 2006 über Deutschland. Ich rechne es unseren türkischen Mitbürgern immer noch hoch an, dass sie 2006 unsere Mannschaft fair mit supporteten. Dieses Erlebnis hat mich tief geprägt. Und auch bei dieser EM sieht man immer wieder türkische und deutsche Fahnen gemeinsam am Auto wehen, nach dem Portugal-Spiel waren zudem zig türkische Jugendliche auf dem Jahnplatz zu sehen, die mit uns feierten. Und in vielen Interviews war zu hören, dass unsere türkischen Mitbürger natürlich (alles andere wäre ja auch quatsch) ihre Mannschaft anfeuern, sie aber voll und ganz hinter Deutschland stehen werden, kommt unsere Mannschaft ins Finale. Das ist toll! Insofern gebe ich dir beim Tenor des Textes recht: Hoffen wir, dass deutsche wie türkische Fans dem guten Beispiel folgen und heute abend friedlich feiern und friedlich trauern. Denn - da bin ich zu sehr Fußballer und dazu stehe ich: Kommt die Türkei weiter, werde ich garantiert nicht feiern. Ich werde sehr, sehr traurig sein. Und traurig sein gehört zum Fußball wie das Amen in der Kirche.
Zum Abschluss noch zwei Sachen: Wir sind nicht eine Kultur. Wir werden's auch niemals sein. Und das ist auch gut so. Denn gerade durch die Verschiedenheit entdeckt man immer wieder neues und spannendes. Das hat mir mein Vater beigebracht, der lange Jahre in Marokko lebte und dort erlebte, wie westliche und arabisch-islamische Kulturen gemeinsam blühen können. Die Crux ist, den gemeinsamen Nenner zu finden. Und da sind beide Seiten gefragt. Und weder noch hat sich in der Vergangenheit immer vorbildlich verhalten.
Desweiteren ist es in meinen Augen überhaupt nichts Verwerfliches, sich um die "Reinheit" der deutschen Sprache verdient zu machen. Trotzdem ich gebürtiger Engländer bin, bin ich ein großer Anhänger der deutschen Sprache, ich schätze sie sehr, gerade als Schriftsteller, und ich fände es sehr, sehr schade, wenn wir in fünfzig Jahren alle nur noch Kiezdeutsch sprächen. Sorry, aber ein sprachtechnisches Idiocracy will ich nicht erleben.
Doch selbst, wenn dieser unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, der schwarz-rot-gold- Gewappnete ausfällig würde, wird der Anatole die Ruhe selbst bleiben und explizit darauf aufmerksam machen, dass man eventuell ein Problem besäße und sich nach Lösungsstrategien erkundigen
Jeder, der in Bielefeld aufgewachsen ist und als Teenager vor zehn, zwölf Jahren nachts über den Jahnplatz gelaufen ist, weiß, dass es im Alltag schon oft genug genau andersrum war. Traurig, aber wahr. Das nur, weil der Absatz schon arg verklärend wirkt.
Dennoch, um zum Hauptthema zurückzukehren: Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es mit einigen wenigen, auf depperte Minderheiten beider Seiten zurückzuführende Ausnahmen, friedlich zugehen wird. Dafür hängt noch zu sehr der Geist von 2006 über Deutschland. Ich rechne es unseren türkischen Mitbürgern immer noch hoch an, dass sie 2006 unsere Mannschaft fair mit supporteten. Dieses Erlebnis hat mich tief geprägt. Und auch bei dieser EM sieht man immer wieder türkische und deutsche Fahnen gemeinsam am Auto wehen, nach dem Portugal-Spiel waren zudem zig türkische Jugendliche auf dem Jahnplatz zu sehen, die mit uns feierten. Und in vielen Interviews war zu hören, dass unsere türkischen Mitbürger natürlich (alles andere wäre ja auch quatsch) ihre Mannschaft anfeuern, sie aber voll und ganz hinter Deutschland stehen werden, kommt unsere Mannschaft ins Finale. Das ist toll! Insofern gebe ich dir beim Tenor des Textes recht: Hoffen wir, dass deutsche wie türkische Fans dem guten Beispiel folgen und heute abend friedlich feiern und friedlich trauern. Denn - da bin ich zu sehr Fußballer und dazu stehe ich: Kommt die Türkei weiter, werde ich garantiert nicht feiern. Ich werde sehr, sehr traurig sein. Und traurig sein gehört zum Fußball wie das Amen in der Kirche.
Zum Abschluss noch zwei Sachen: Wir sind nicht eine Kultur. Wir werden's auch niemals sein. Und das ist auch gut so. Denn gerade durch die Verschiedenheit entdeckt man immer wieder neues und spannendes. Das hat mir mein Vater beigebracht, der lange Jahre in Marokko lebte und dort erlebte, wie westliche und arabisch-islamische Kulturen gemeinsam blühen können. Die Crux ist, den gemeinsamen Nenner zu finden. Und da sind beide Seiten gefragt. Und weder noch hat sich in der Vergangenheit immer vorbildlich verhalten.
Desweiteren ist es in meinen Augen überhaupt nichts Verwerfliches, sich um die "Reinheit" der deutschen Sprache verdient zu machen. Trotzdem ich gebürtiger Engländer bin, bin ich ein großer Anhänger der deutschen Sprache, ich schätze sie sehr, gerade als Schriftsteller, und ich fände es sehr, sehr schade, wenn wir in fünfzig Jahren alle nur noch Kiezdeutsch sprächen. Sorry, aber ein sprachtechnisches Idiocracy will ich nicht erleben.
tankschiff (anonym) - 25. Jun, 09:52
Einzahl ist Einhorn und gibt es nicht
Moin Bastarde,
also, locker bleiben, finde ich. Sollten sich heute Abend ein paar Menschen - ggf. auch lautstark - streiten, sich dabei aber nicht weh tun, ist es doch völlig problemlos. Fußball bzw. die implizite spielerische Gegnerschaft ist - glücklicherweise - künstlich. Eingefleischte - oder wie soll mensch das ausdrücken? - Arminiafans sind für Arminia - ach - aber kaum ein Arminiaspieler ist Bielefelder. Und die deutsche Nationalelf ist auch nicht zuwanderungsfrei, lol. "Den" "Anatolen" gibt es nicht, so wenig wie es jemals "den" "Russen" gab. Die Bielefelder Fußballfreudigen - und -trauernden werden auch dieses Spiel aushalten.
also, locker bleiben, finde ich. Sollten sich heute Abend ein paar Menschen - ggf. auch lautstark - streiten, sich dabei aber nicht weh tun, ist es doch völlig problemlos. Fußball bzw. die implizite spielerische Gegnerschaft ist - glücklicherweise - künstlich. Eingefleischte - oder wie soll mensch das ausdrücken? - Arminiafans sind für Arminia - ach - aber kaum ein Arminiaspieler ist Bielefelder. Und die deutsche Nationalelf ist auch nicht zuwanderungsfrei, lol. "Den" "Anatolen" gibt es nicht, so wenig wie es jemals "den" "Russen" gab. Die Bielefelder Fußballfreudigen - und -trauernden werden auch dieses Spiel aushalten.
Rouven - 25. Jun, 12:02
Ich hätte jetzt erwartet, dass Du registrierst, dass der Absatz (der Anatole - "Hast Du Problem?") eine ironische Hinleitung zum darauf folgenden ist, um sich von Sendungen wie "Nachgetreten!" zu distanzieren.
Im Übrigen kann man Kultur sehr weit, aber auch ziemlich eng definieren, vom gemeinsamen Leben in einer Petrischale (die meinetwegen Europa heißen mag) bis hin zu fast identischen Genen. Du scheinst mir eine sehr enge zu benutzen, mit gemeinsamer Sprache, Geschichte, Religion usw. usf.. Die habe ich hier aber nicht verwendet.
In der WG haben wir auch gut und viel Kultur, obwohl ich Deutscher bin und Du, ähm, ja, öh, irgendwas anderes ;-)
P.S.: Ich kenne Schriftsteller. Du bist Autor ;-)
Im Übrigen kann man Kultur sehr weit, aber auch ziemlich eng definieren, vom gemeinsamen Leben in einer Petrischale (die meinetwegen Europa heißen mag) bis hin zu fast identischen Genen. Du scheinst mir eine sehr enge zu benutzen, mit gemeinsamer Sprache, Geschichte, Religion usw. usf.. Die habe ich hier aber nicht verwendet.
In der WG haben wir auch gut und viel Kultur, obwohl ich Deutscher bin und Du, ähm, ja, öh, irgendwas anderes ;-)
P.S.: Ich kenne Schriftsteller. Du bist Autor ;-)
mischa_verollet - 25. Jun, 13:04
@rouven
ich war mir nicht ganz sicher, ob du es ironisch meinst, hauptsächlich deshalb, weil ich einige Menschen (dazu zählst du offensichtlich und glücklicherweise nicht) kenne, die in dem Zusammenhang eine rosarote Brille aufhaben und Toleranz mit Blindheit gegenüber Problemstellungen verwechseln (mehr dazu hier).
Es wird in deinem Text nicht ganz klar, was du unter "einer Kultur" verstehst, deshalb meine Bezugnahme. Um deinen Petrischalen-Vergleich aufzugreifen: Wenn's um das gemeinsame Leben in der Petri-Schale geht, dann sind auch Neonazis und wir eine Kultur. Deshalb möchte ich unbedingt eine identische Definition benutzen :) Und ich bleibe dabei: Wir sind nicht eine Kultur. Die Unterschiede fangen bei der Sprache an und enden nicht erst bei verschiedenen Sichtweisen Frauenrechte uä. betreffend. Erst wenn man diese Unterschiede begriffen und akzeptiert hat, kann man mit offenen Armen aufeinanderzugehen. Dann kann man auch Toleranz leben und eine offene, selbstkritische multikulturelle Gesellschaft bilden.
Bezüglich "Schriftsteller - Autor": Laut wikipedia hast du nur bedingt recht. Wenn ich diese Sachen zugrunde lege "Autoren, die darauf gesonderten Wert legen, als Schriftsteller bezeichnet zu werden, verbinden dies nicht selten mit einem Leistungsnachweis, der sich nach der Anzahl ihrer nicht im Selbst- oder Zuschussverlag veröffentlichten Bücher, der Höhe der jeweils verkauften Auflagen und der etwaig kritischen Aufnahme durch die Rezensenten bemisst." habe ich jedes Recht mich als Schriftsteller zu bezeichnen. Ob das andere auch so sehen oder nicht interessiert mich dabei dann auch einen feuchten Dreck. Es lebe die Demokratie :)
Es wird in deinem Text nicht ganz klar, was du unter "einer Kultur" verstehst, deshalb meine Bezugnahme. Um deinen Petrischalen-Vergleich aufzugreifen: Wenn's um das gemeinsame Leben in der Petri-Schale geht, dann sind auch Neonazis und wir eine Kultur. Deshalb möchte ich unbedingt eine identische Definition benutzen :) Und ich bleibe dabei: Wir sind nicht eine Kultur. Die Unterschiede fangen bei der Sprache an und enden nicht erst bei verschiedenen Sichtweisen Frauenrechte uä. betreffend. Erst wenn man diese Unterschiede begriffen und akzeptiert hat, kann man mit offenen Armen aufeinanderzugehen. Dann kann man auch Toleranz leben und eine offene, selbstkritische multikulturelle Gesellschaft bilden.
Bezüglich "Schriftsteller - Autor": Laut wikipedia hast du nur bedingt recht. Wenn ich diese Sachen zugrunde lege "Autoren, die darauf gesonderten Wert legen, als Schriftsteller bezeichnet zu werden, verbinden dies nicht selten mit einem Leistungsnachweis, der sich nach der Anzahl ihrer nicht im Selbst- oder Zuschussverlag veröffentlichten Bücher, der Höhe der jeweils verkauften Auflagen und der etwaig kritischen Aufnahme durch die Rezensenten bemisst." habe ich jedes Recht mich als Schriftsteller zu bezeichnen. Ob das andere auch so sehen oder nicht interessiert mich dabei dann auch einen feuchten Dreck. Es lebe die Demokratie :)
bateman - 25. Jun, 09:52
Ich bin mir auch sicher, dass es sehr friedfertig (besonders von türkischer Seite) ausgeht. Mit denen, die ich bisher gesprochen habe, ist der Einzug in das Viertelfinale schon fasst wie der Titelgewinn. Deshalb würde sich auch die Enttäuschung bei einer Niederlage der türkischen Nationalmannschaft in Grenzen halten und der Feierei keinen Abbruch bescheren.
Ich freue mich schon auf ein gemeinsames Fest heute Abend.
Habe gestern mal die Kommentare zum o.g. Clip angeschaut, die fand ich doch schon recht grenzwertig.
Ich freue mich schon auf ein gemeinsames Fest heute Abend.
Habe gestern mal die Kommentare zum o.g. Clip angeschaut, die fand ich doch schon recht grenzwertig.
mischa_verollet - 25. Jun, 10:25
Ich freue mich auch auf ein gemeinsames Fest
Und das wird's, denn - und jetzt weg von der Politik, zurück zum Fuball - es besteht nach wie vor kein Zweifel daran, dass wir Europameister werden. Überhaupt keiner. Wir gewinnen heute abend 2:1.
Sollte allerdings der unmögliche Fall eintreten - völlig hypothetisch gedacht jetzt - dass wir tatsächlich ausscheiden - was natürlich nicht passiert, dann werde ich bis Samstag in Tränen aufgelöst sein.
Aber im Finale - und das kündige ich jetzt schon mal an, damit hier keiner Fähnchen im Wind schreien kann -, im Finale, da würde ich dann die türkische Mannschaft anfeuern. Nicht nur als Dankeschön für 2006. Sondern auch, weil mir im Fußball Kampf und Leidenschaft wichtiger ist als irgendein Christiano-Ronaldo-Poser-Zuckerpass. Und neben unseren Jungs haben die türkischen Jungs jene Eigenschaften am besten verkörpert.
Aber das ist alles nur Spekulation, denn, wie gesagt, und ich wiederhole mich gern:
WIR WERDEN EUROPAMEISTER!
Sollte allerdings der unmögliche Fall eintreten - völlig hypothetisch gedacht jetzt - dass wir tatsächlich ausscheiden - was natürlich nicht passiert, dann werde ich bis Samstag in Tränen aufgelöst sein.
Aber im Finale - und das kündige ich jetzt schon mal an, damit hier keiner Fähnchen im Wind schreien kann -, im Finale, da würde ich dann die türkische Mannschaft anfeuern. Nicht nur als Dankeschön für 2006. Sondern auch, weil mir im Fußball Kampf und Leidenschaft wichtiger ist als irgendein Christiano-Ronaldo-Poser-Zuckerpass. Und neben unseren Jungs haben die türkischen Jungs jene Eigenschaften am besten verkörpert.
Aber das ist alles nur Spekulation, denn, wie gesagt, und ich wiederhole mich gern:
WIR WERDEN EUROPAMEISTER!
@irsign (anonym) - 25. Jun, 11:49
WIR? Spielst du auch mit? ;) [Scherz, ich kenne das ja von Arminia.]
In der TAZ vom letzten Freitag war ein interessantes Interview mit einem deutsch-türkischen Kabarettisten. http://www.taz.de/1/archiv/dossiers/dossier-fussball-em-2008/artikel/1/ich-bin-fuer-gute-tuerken/
Ich fand es insofern sehr interessant, weil ich mich als Deutsch-Griechin in einigen (nicht in allen) Passagen wiederfand und auch weder D noch GR supporte.
In der TAZ vom letzten Freitag war ein interessantes Interview mit einem deutsch-türkischen Kabarettisten. http://www.taz.de/1/archiv/dossiers/dossier-fussball-em-2008/artikel/1/ich-bin-fuer-gute-tuerken/
Ich fand es insofern sehr interessant, weil ich mich als Deutsch-Griechin in einigen (nicht in allen) Passagen wiederfand und auch weder D noch GR supporte.
Lampe (anonym) - 25. Jun, 12:42
Wirklich schöne und an den richtigen Stellen kritische Aussagen. Danke für den Link @irsign!
Lampe (anonym) - 25. Jun, 12:45
...bin übrigens heute auf der Alm neutral...
... weil das gehört sich so, wenn man Signalrot trägt.
dent - 25. Jun, 12:50
@ airsign:
welche passagen des interviews meinst du?
wenn im interview schon fussball-standards wie "unsere jungs" als negativ eingefärbt dargestellt werden, spricht das wohl für sich.
hey das ist "fussballsprache", ihr spassbremsen.
ich muss dann immer an "überkritsche" aussagen zum thema von jochen distelmeier denken.
es geht doch darum, eine fussballparty zu feiern.
als die deutsche nationalmanschaft noch so eregbnisorientiert (scheisse) spielte, wie die italienische nationalmanschaft seit menschengedenken, konnte sich bei mir persönlich keine grosse begeisterung aufbauen.
nun spielen "unsere jungs" aber mittlerweile seit einigen jahren wieder überwiegend einen sehr ansehnlichen ball.
da muss man auch nicht krampfhaft ein anderes nationalteam suchen. und schon gar nicht italien. es seid denn man begeistert sich für effekltiven ergenisfussball:-)
zum thema nationalismus:
die aussagen im interview bzgl. kompensation von minderwertigkeitsgefühlen sowohl bei türken als auch bei deutschen
fand ich interessant.
ist denn wohl der prozentsatz derer, die "fussball-partiotismus" mit stumpfen nationalen parolen verbinden in deutschland höher, als sagen wir mal, in england? ich glaube nicht.
durch die wm 2006 werden wohl viele ausländische (fussball-)urlauber ein positives bild unseres landes mit nach hause genommen haben. wunderbar, schön das fussball soetwas ermöglicht.
in diesem sinne, ich feiere heuteabend und trinke schonmal einen ayran auf das spiel.
welche passagen des interviews meinst du?
wenn im interview schon fussball-standards wie "unsere jungs" als negativ eingefärbt dargestellt werden, spricht das wohl für sich.
hey das ist "fussballsprache", ihr spassbremsen.
ich muss dann immer an "überkritsche" aussagen zum thema von jochen distelmeier denken.
es geht doch darum, eine fussballparty zu feiern.
als die deutsche nationalmanschaft noch so eregbnisorientiert (scheisse) spielte, wie die italienische nationalmanschaft seit menschengedenken, konnte sich bei mir persönlich keine grosse begeisterung aufbauen.
nun spielen "unsere jungs" aber mittlerweile seit einigen jahren wieder überwiegend einen sehr ansehnlichen ball.
da muss man auch nicht krampfhaft ein anderes nationalteam suchen. und schon gar nicht italien. es seid denn man begeistert sich für effekltiven ergenisfussball:-)
zum thema nationalismus:
die aussagen im interview bzgl. kompensation von minderwertigkeitsgefühlen sowohl bei türken als auch bei deutschen
fand ich interessant.
ist denn wohl der prozentsatz derer, die "fussball-partiotismus" mit stumpfen nationalen parolen verbinden in deutschland höher, als sagen wir mal, in england? ich glaube nicht.
durch die wm 2006 werden wohl viele ausländische (fussball-)urlauber ein positives bild unseres landes mit nach hause genommen haben. wunderbar, schön das fussball soetwas ermöglicht.
in diesem sinne, ich feiere heuteabend und trinke schonmal einen ayran auf das spiel.
@irsign (anonym) - 25. Jun, 13:19
Ich muss doch hier jetzt nicht hoffentlich alle Passagen rauskopieren, die ich meine, kann sich jeder selber denken (bzw. aussuchen ;)). Und wer glaubt, dass sich irgendjmd. krampfhaft andere Nationen zum supporten sucht, sieht das, was er sehen will.
Jenson (anonym) - 25. Jun, 18:18
So eine Einstellung zu diesem Thema hätte ich von euch beiden jetzt nicht erwartet. Als ein doch ehr "linkes" Blog sollte man sich doch schon recht deutlich von jeder Art von Nationalismus distanzieren - und besonders von dem vorherrschenden Party-Patriotismus! Egal ob man eine schwarz-rot-goldene, eine schwarz-rot-weiße, eine türkische oder eine russische Fahne schwengt, hier wird die Zugehörigkeit zu einer Nation demonstriert und damit auf der gleichzeitig die Abgrenzung zu Anderen. Okay, es ist schwer bei einer EM anders seine Vorliebe zu einer bestimmten Mannschaft zu zeigen als mit den Nationalflaggen, aber ich finde es trotzdem immer sehr schade, dass so viele Leute auf diesen Zug mit aufspringen und dann auch noch immer von "wir" und "uns" reden. Auch Leute die sich sonst überhaupt nicht für Fußball interessieren. Hier sieht man doch ganz deutlich wie tief der Nationalismus (nicht zu verwechseln mit Nationalsozialismus) noch in der Bevölkerung verankert ist. Um es kurz zu sagen: Ich bin nicht Anti-Deutsch sondern Anti-National!
So, erstmal genug geschrieben. Warte schon auf die weiteren Reaktionen hier. :)
Ich werde mir jetzt auf der Alm das Spiel anschauen und freue mich auf eine attraktive, faire, spannende Begegnung mit vielen wunderschönen Toren. Wer gewinnt ist mir absolut egal. Euch allen natürlich auch viel Spaß beim gucken!
So, erstmal genug geschrieben. Warte schon auf die weiteren Reaktionen hier. :)
Ich werde mir jetzt auf der Alm das Spiel anschauen und freue mich auf eine attraktive, faire, spannende Begegnung mit vielen wunderschönen Toren. Wer gewinnt ist mir absolut egal. Euch allen natürlich auch viel Spaß beim gucken!
mischa_verollet - 25. Jun, 18:40
@Jenson
Lieber Jens, es ist doch einfach menschlich, dass man sich mit seinem Land identifiziert, gerade wenn es um Fußball geht. Und da ist mir dieser Party-Patriotismus lieber, als wenn die Leute im Alltag auf Frankreich gegen Italien oder Deutschland gegen Türkei machen. Ist doch super, wenn dieser Nationalismus auf den Fußball reduziert wird. Im Übrigen ist das doch auch kein urdeutsches Phänomen, sondern in anderen Ländern sogar noch ausgeprägter, frag mal meine französischen Verwandten, dort wird Nationalismus noch groß geschrieben und hat nix mehr mit harmlosen Party-Patriotismus zu tun ;)
Mein persönlicher Party-Patriotismus bezieht sich auf den Fußball. Genauso wie ich ein glühender Anhänger von Arminia bin (warum regt sich da eigentlich keiner über den regionalen Party-Patriotismus und die Fahnen auf?? *g*), habe ich mich entschieden, von den drei Ländern die mir aufgrund meiner Herkunft zur Verfügung stehen (D, E, F) Deutschland zu unterstützen. Und Abgrenzung gehört zum Fußball nun mal dazu wie das Amen in der Kirche, zumindest für mich und viele andere auch ;)
Ich wünsche dir aber auf jeden Fall viel Spaß und ich schließe mich an: ich will auch eine attraktive, faire spannende Begegnung mit vielen wunderschönen Toren. Für uns ;)
Mein persönlicher Party-Patriotismus bezieht sich auf den Fußball. Genauso wie ich ein glühender Anhänger von Arminia bin (warum regt sich da eigentlich keiner über den regionalen Party-Patriotismus und die Fahnen auf?? *g*), habe ich mich entschieden, von den drei Ländern die mir aufgrund meiner Herkunft zur Verfügung stehen (D, E, F) Deutschland zu unterstützen. Und Abgrenzung gehört zum Fußball nun mal dazu wie das Amen in der Kirche, zumindest für mich und viele andere auch ;)
Ich wünsche dir aber auf jeden Fall viel Spaß und ich schließe mich an: ich will auch eine attraktive, faire spannende Begegnung mit vielen wunderschönen Toren. Für uns ;)
Jenson (anonym) - 25. Jun, 18:24
Ach noch was: Das ist eine EUROPAmeisterschaft. Warum sieht man Niemanden mit einer EU-Flagge? Die symbolisiert doch noch mehr Frieden, Einheit, Gerechtigkeit und Toleranz als die schwarz-rot-goldene Flagge! Schade :(
mischa_verollet - 25. Jun, 18:41
Meinst du? Ich sage nur: Ireland votes NO ;)
Jenson (anonym) - 26. Jun, 00:25
IHR habt gewonnen! ;)
„...Mit der deutschen Fahne hat nämlich NIEMAND Schindluder getrieben. Schindluder wurde mit den Farben Schwarz Rot Weiß getrieben...“
Ich weiß die Relation passt überhaupt nicht, aber unter welcher Fahne kämpfen denn bitte heutzutage deutsche Soldaten in Afghanistan?
„...den preußischen Farben...“
Und genau in diese prähistorische Zeit gelangen wir wieder, wenn nicht endlich die Mehrheit der Gesellschaft einsieht, dass Nationalismus niemandem nützt. Nationalismus und Religion sind für 90% aller Kriege im 20. Jahrhundert verantwortlich. Und werden es auch im 21. Jahundert sein. Das Zugehörigkeitsgefühl zu einzelnen Nationalstaaten kann ich einfach nicht nachvollziehen.
Wir können ja wieder ein Flottenwettrüsten einführen und kleine Kinder in Matrosen Anzügen stehen fahnenschwenkend Spalier. Das ist genau wie die EM auch nur ein „sportlicher“ Wettkampf unter den Nationen.
Ich fand es eben auf der Alm allerdings sehr beruhigend, dass keiner mitgesungen hat, als eine kleine Gruppe von 5 Leute „Hier regiert schwarz-rot-gold“ angestimmt hat.
„...es ist doch einfach menschlich, dass man sich mit seinem Land identifiziert, gerade wenn es um Fußball geht....“ „....habe ich mich entschieden, von den drei Ländern die mir aufgrund meiner Herkunft zur Verfügung stehen...“
Nein, ist es nicht! Warum, erkläre es mir bitte. Du kannst doch auch für eine andere Mannschaft sein, wenn sie schönen Fußball spielt.
„...Im Übrigen ist das doch auch kein urdeutsches Phänomen, sondern in anderen Ländern sogar noch ausgeprägter, frag mal meine französischen Verwandten, dort wird Nationalismus noch groß geschrieben und hat nix mehr mit harmlosen Party-Patriotismus zu tun...“
Egal wo und wie - ich lehne Patriotismus jeglicher Form ab! Die Rechtfertigung „das machen Andere auch“ kann man doch nicht wirklich zur Debatte stellen. Was ich nicht ablehne ist, wenn man sich zum Fußball trifft und sein Team anfeuert. Von mir aus auch die Deutsche Nationalmannschaft. Die übrigens besonders 2006 einen wirklich schönen Ball gespielt hat und viele gute Spieler in ihren Reihen hat. Brot und Spiele fürs Volk!
Das Nein der Iren (und auch der Franzosen und Niederländer) ist leider auch kein gutes Zeichen, dass der Nationalismus und die Europafeindlichkeit in den nächsten Jahren überwunden werden kann. Allerdings müssen auch die EU-Institutionen endlich einsehen, dass sie durch zu viel Bürokratie und Reglements die Bevölkerung in ihren Mitgliedsstaaten nicht mehr erreichen.
Ich weiß die Relation passt überhaupt nicht, aber unter welcher Fahne kämpfen denn bitte heutzutage deutsche Soldaten in Afghanistan?
„...den preußischen Farben...“
Und genau in diese prähistorische Zeit gelangen wir wieder, wenn nicht endlich die Mehrheit der Gesellschaft einsieht, dass Nationalismus niemandem nützt. Nationalismus und Religion sind für 90% aller Kriege im 20. Jahrhundert verantwortlich. Und werden es auch im 21. Jahundert sein. Das Zugehörigkeitsgefühl zu einzelnen Nationalstaaten kann ich einfach nicht nachvollziehen.
Wir können ja wieder ein Flottenwettrüsten einführen und kleine Kinder in Matrosen Anzügen stehen fahnenschwenkend Spalier. Das ist genau wie die EM auch nur ein „sportlicher“ Wettkampf unter den Nationen.
Ich fand es eben auf der Alm allerdings sehr beruhigend, dass keiner mitgesungen hat, als eine kleine Gruppe von 5 Leute „Hier regiert schwarz-rot-gold“ angestimmt hat.
„...es ist doch einfach menschlich, dass man sich mit seinem Land identifiziert, gerade wenn es um Fußball geht....“ „....habe ich mich entschieden, von den drei Ländern die mir aufgrund meiner Herkunft zur Verfügung stehen...“
Nein, ist es nicht! Warum, erkläre es mir bitte. Du kannst doch auch für eine andere Mannschaft sein, wenn sie schönen Fußball spielt.
„...Im Übrigen ist das doch auch kein urdeutsches Phänomen, sondern in anderen Ländern sogar noch ausgeprägter, frag mal meine französischen Verwandten, dort wird Nationalismus noch groß geschrieben und hat nix mehr mit harmlosen Party-Patriotismus zu tun...“
Egal wo und wie - ich lehne Patriotismus jeglicher Form ab! Die Rechtfertigung „das machen Andere auch“ kann man doch nicht wirklich zur Debatte stellen. Was ich nicht ablehne ist, wenn man sich zum Fußball trifft und sein Team anfeuert. Von mir aus auch die Deutsche Nationalmannschaft. Die übrigens besonders 2006 einen wirklich schönen Ball gespielt hat und viele gute Spieler in ihren Reihen hat. Brot und Spiele fürs Volk!
Das Nein der Iren (und auch der Franzosen und Niederländer) ist leider auch kein gutes Zeichen, dass der Nationalismus und die Europafeindlichkeit in den nächsten Jahren überwunden werden kann. Allerdings müssen auch die EU-Institutionen endlich einsehen, dass sie durch zu viel Bürokratie und Reglements die Bevölkerung in ihren Mitgliedsstaaten nicht mehr erreichen.
mischa_verollet - 26. Jun, 09:57
Lieber Jens, es ist dein gutes Recht, Patriotismus in jeglicher Form abzulehnen. Aber bitte gestehe es anderen Leuten zu, dass sie eine Mannschaft anfeuern und sich mit ihr identifizieren, nicht nur, weil sie guten Fußball spielt, sondern weil es eine gemeinsame Herkunft gibt. Du siehst es wirklich - und das ist nur meine persönliche Meinung - sehr verkrampft. Diese nationale und regionale Rivalität gehört einfach zum Fußball dazu. Punkt aus. Das versteht aber vielleicht nur jemand, der mit Herzblut Fußballfan ist. Wie eine gesunde Rivalität aussieht, war gestern auf erfrischende Art und Weise zu erleben: Während des Spiels feuerte ich die unseren an, schimpfte über jede Fehlentscheidung. Nach dem Spiel feierte ich ausgelassen, nahm aber geschätzte zwanzig Türken in den Arm und anerkannte ihr gutes Spiel und versuchte zu trösten. Es gab auf dem Jahnplatz kein einziges böses Wort, ich habe mit Türken und Deutschen gleichermaßen gefeiert.
Fazit: Im Rahmen des Fußballs und in Maßen macht Patriotismus Spaß und ist völlig ungefährlich. Gäbe es das nicht, könnte man die EM und WM abschaffen. Ohne Nationalitäten keine Rivalitäten. Ohne Rivalitäten kein Fußball. Sehr vereinfacht, aber ich fürchte so ist es. Und ich find's toll. Aber wie gesagt: ich bin auch mit Herzblut Fußballfan. Dass "Außenstehende" das nicht nachvollziehen können, verstehe ich.
In einer Sache schließe ich mich dir allerdings zu 100 % an: Dein letzter Satz trifft die Sache im Kern. Genau so ist es!
Fazit: Im Rahmen des Fußballs und in Maßen macht Patriotismus Spaß und ist völlig ungefährlich. Gäbe es das nicht, könnte man die EM und WM abschaffen. Ohne Nationalitäten keine Rivalitäten. Ohne Rivalitäten kein Fußball. Sehr vereinfacht, aber ich fürchte so ist es. Und ich find's toll. Aber wie gesagt: ich bin auch mit Herzblut Fußballfan. Dass "Außenstehende" das nicht nachvollziehen können, verstehe ich.
In einer Sache schließe ich mich dir allerdings zu 100 % an: Dein letzter Satz trifft die Sache im Kern. Genau so ist es!
Jenson (anonym) - 26. Jun, 19:05
Lieber Mischa,
um unsere kleine Meinungsverschiedenheit mal zu beenden. Du hast absolut
Recht, ich sehe das ganze wirklich sehr verkrampft. Und zwar aus folgendem
Grund: Wenn alle Fußballfans bei der EM/WM richtige Fans, so wie du es
einer bist (und ich auch - nur nicht von Deutschland *g* ) wären, könnte
ich auch etwas unverkrampfter an das Thema rangehen. Nur leider ist es so,
dass gerade bei der EM/WM viele "Mitläufer" dabei sind. Viele Gespräche
während des Turniers und auch im fußballfreien Alltag zeigen auf
erschreckende Weise und wirklich sehr häufig wie tief Rassismus und
Nationalismus, wenn auch nur unterschwellig, in der Bevölkerung verwurzelt
sind. Hier, und auch nicht im offenen Rassismus durch Neo-Nazis, liegt
allerdings ein, wie ich zurecht finde, sehr großes gesellschaftliches
Problem unserer Zeit. Interessanter Artikel hierzu aus der taz: http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/der-hass-aus-der-mitte Das
Ganze kann und sollte man beim Turnier nicht einfach ausblenden. Auf der
anderen Seite gebe ich dir aber auch 100% Recht, dass besonders die WM 2006
sehr viel dazu beigetragen hat die Integration von ausländischen Mitbürgern
zu fördern. Auch wenn dieses wohl ehr in den Großstädten stattgefunden hat,
wo man generell offener und toleranter ist.
Sagen wir es einfach ganz salopp: Gäbe es diesen unterschwelligen Rassismus
und Nationalismus nicht, würde ich bei einer EM/WM auch mein Fähnchen im
Stadion schwingen - vielleicht sogar eins in schwarz-rot-gold. Ganz
unverkrampft...
Lieben Gruß, Jens
um unsere kleine Meinungsverschiedenheit mal zu beenden. Du hast absolut
Recht, ich sehe das ganze wirklich sehr verkrampft. Und zwar aus folgendem
Grund: Wenn alle Fußballfans bei der EM/WM richtige Fans, so wie du es
einer bist (und ich auch - nur nicht von Deutschland *g* ) wären, könnte
ich auch etwas unverkrampfter an das Thema rangehen. Nur leider ist es so,
dass gerade bei der EM/WM viele "Mitläufer" dabei sind. Viele Gespräche
während des Turniers und auch im fußballfreien Alltag zeigen auf
erschreckende Weise und wirklich sehr häufig wie tief Rassismus und
Nationalismus, wenn auch nur unterschwellig, in der Bevölkerung verwurzelt
sind. Hier, und auch nicht im offenen Rassismus durch Neo-Nazis, liegt
allerdings ein, wie ich zurecht finde, sehr großes gesellschaftliches
Problem unserer Zeit. Interessanter Artikel hierzu aus der taz: http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/der-hass-aus-der-mitte Das
Ganze kann und sollte man beim Turnier nicht einfach ausblenden. Auf der
anderen Seite gebe ich dir aber auch 100% Recht, dass besonders die WM 2006
sehr viel dazu beigetragen hat die Integration von ausländischen Mitbürgern
zu fördern. Auch wenn dieses wohl ehr in den Großstädten stattgefunden hat,
wo man generell offener und toleranter ist.
Sagen wir es einfach ganz salopp: Gäbe es diesen unterschwelligen Rassismus
und Nationalismus nicht, würde ich bei einer EM/WM auch mein Fähnchen im
Stadion schwingen - vielleicht sogar eins in schwarz-rot-gold. Ganz
unverkrampft...
Lieben Gruß, Jens
mischa_verollet - 27. Jun, 09:06
@Jens
Besten Dank für die Klarstellung, ich kann deine Position jetzt gut nachvollziehen und gebe dir in vielen Punkten recht.
Esgibtsie (anonym) - 26. Jun, 02:39
Flagge zeigen
Noch ne Flaggenvariante ginge so >>
tankschiff (anonym) - 26. Jun, 07:15
@Rouven
Ich definiere Kultur ausschließlich über Genzusammensetzungen in Petrischalen. Da wir diese aber (noch) nicht genau kennen, sind die Details nicht exakt (außerdem wird es jetzt wirklich kompliziert: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?p=eineiige&src=suche&id=31407). Aber: wenn's schwammig ist und bleibt, bedeutet das nicht, das manch ein Schwamm ziemlich vertrocknet ist und weh tun kann... Außerdem habe ich jetzt begriffen, was das für Einhörner sind.
vertq (anonym) - 26. Jun, 20:26
oh mist!
jetzt komme ich schon wieder zu spät zu allem.
meines erachtens geht es bei der ganzen sause um drei sachen, die unnötigerweise miteinander verknüpft werden:
- fußball
- nationalismus/"patriotismus"
- event
diese verknüpfung macht es mir sehr unangenehm, einfach verdammt _viele_ leute durch die straßen rennen zu sehen, die nichts anderes brüllen als DEUTSCHLAND! ja wo bleibt denn da der fußball? da darf ich nicht mal am intelligenzquotienten der mehrheitsbevölkerung zweifeln?
und wo wir schon dabei sind, uns gegenseitig geschichtsnachhilfe aus wikipedia zu geben, sagt mir das ganze nur eins:
nationen sind nicht kein naturgesetz, auch patriotismus nicht. der nationalstaat ist nicht gottgegeben und in der geschichte zwischenmenschlicher organisation nun gar nicht mal sooo alt.
zwischenzeitlich könnte man - nicht nur als historikerIn - auf den gedanken verfallen, das ganze konstrukt sei vielleicht gar keine so berauschend gute idee gewesen.
auch die kulturalistische sicht macht es für mich nicht besser.
und hey! wenn hier an deutschland was spezielles wäre, worauf man stolz sein könnte, dann auf die müllabfuhr, die den ganzen auf der straße liegenden schlaaand-müll am nächsten tag schon aus der welt getilgt hat!
dass - und warum - ich es "verkrampft" entspannter fand, habe ich an anderer stelle ausreichend breit dargelegt und möchte das hier nicht noch mal breittreten.
jetzt komme ich schon wieder zu spät zu allem.
meines erachtens geht es bei der ganzen sause um drei sachen, die unnötigerweise miteinander verknüpft werden:
- fußball
- nationalismus/"patriotismus"
- event
diese verknüpfung macht es mir sehr unangenehm, einfach verdammt _viele_ leute durch die straßen rennen zu sehen, die nichts anderes brüllen als DEUTSCHLAND! ja wo bleibt denn da der fußball? da darf ich nicht mal am intelligenzquotienten der mehrheitsbevölkerung zweifeln?
und wo wir schon dabei sind, uns gegenseitig geschichtsnachhilfe aus wikipedia zu geben, sagt mir das ganze nur eins:
nationen sind nicht kein naturgesetz, auch patriotismus nicht. der nationalstaat ist nicht gottgegeben und in der geschichte zwischenmenschlicher organisation nun gar nicht mal sooo alt.
zwischenzeitlich könnte man - nicht nur als historikerIn - auf den gedanken verfallen, das ganze konstrukt sei vielleicht gar keine so berauschend gute idee gewesen.
auch die kulturalistische sicht macht es für mich nicht besser.
und hey! wenn hier an deutschland was spezielles wäre, worauf man stolz sein könnte, dann auf die müllabfuhr, die den ganzen auf der straße liegenden schlaaand-müll am nächsten tag schon aus der welt getilgt hat!
dass - und warum - ich es "verkrampft" entspannter fand, habe ich an anderer stelle ausreichend breit dargelegt und möchte das hier nicht noch mal breittreten.
angela (anonym) - 26. Jun, 23:29
was ist denn bitte schlimm am patriotismus!? dem amerikaner hats doch auch nicht geschadet und manch einer bekommt so mit den richtigen argumenten eine zweite amtszeit spendiert!
Jenson (anonym) - 27. Jun, 12:51
Ich hoffe doch sehr, dass dein Beitrag ironisch gemeint ist. Den Amerikaner ist durch ihren "gar nicht so schlimmen" Patriotismus ein, nein zwei sehr große Häuser und viele Menschenleben abhanden gekommen.
angela (anonym) - 27. Jun, 13:50
es trieft davon!
Jenson (anonym) - 27. Jun, 17:35
Excellent! :)
MarkusMagic (anonym) - 27. Jun, 04:08
@mischa: Wenn wir schon ganz genau sind bei dem, was die Farben bedeuten und wo sie herkommen:
"Schindluder wurde mit den Farben Schwarz Rot Weiß getrieben, den preußischen Farben."
Diese Aussage von Dir ist falsch. Die preußischen Farben sind Schwarz-Weiß. Rate mal, warum die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bis heute in Schwarz-Weiß spielt?
Schwarz-Weiß-Rot waren die Farben des Deutschen Reiches von 1871 und setzten sich zusammen aus dem Schwarz-Weiß Preußens und dem Rot-Weiß der norddeutschen Hansestädte (die gemeinsam den Löwenanteil des Norddeutschen Bundes von 1866 bildeten, aus dem das Deutsche Kaiserreich hervorgegangen ist). Die Nazis haben diese Farben dann in ihrer Hakenkreuzflagge übernommen. Interessanterweise blieb Schwarz-Weiß-Rot auch in der Weimarer Republik, als längst Schwarz-Rot-Gold die Nationalflagge bildeten, die Handelsflagge auf den deutschen Schiffen.
Das nur so nebenbei. Und jetzt hauen wir im Finale die Spanier weg. :-)
"Schindluder wurde mit den Farben Schwarz Rot Weiß getrieben, den preußischen Farben."
Diese Aussage von Dir ist falsch. Die preußischen Farben sind Schwarz-Weiß. Rate mal, warum die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bis heute in Schwarz-Weiß spielt?
Schwarz-Weiß-Rot waren die Farben des Deutschen Reiches von 1871 und setzten sich zusammen aus dem Schwarz-Weiß Preußens und dem Rot-Weiß der norddeutschen Hansestädte (die gemeinsam den Löwenanteil des Norddeutschen Bundes von 1866 bildeten, aus dem das Deutsche Kaiserreich hervorgegangen ist). Die Nazis haben diese Farben dann in ihrer Hakenkreuzflagge übernommen. Interessanterweise blieb Schwarz-Weiß-Rot auch in der Weimarer Republik, als längst Schwarz-Rot-Gold die Nationalflagge bildeten, die Handelsflagge auf den deutschen Schiffen.
Das nur so nebenbei. Und jetzt hauen wir im Finale die Spanier weg. :-)


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