Eine Mannschaft wie ein zu Hause mit einem Kapitän der (fast) als letzter geht
Verfasst von markus.freise am 15. Mai, 23:41
Matthias Hain hat es ein kopfschüttelndes Schmunzeln entlockt, als Thomas „Schmitti“ Milse bei dessen Abschied auf dem Krombacher Fanfest nach dem Dortmund-Spiel vorschlug, die Trikot-Nummer 1 bei Arminia Bielefeld von nun an nicht mehr zu vergeben.
Schließlich wäre das die Regel bei verdienten Spielern. Bei Legenden. Matze Hain wollte das aber nie sein, eine Legende. Matze Hain wollte einfach immer nur Fußball spielen. Für seine Mannschaft. Für unseren Verein. Für seine Arminia. Für Bielefeld.
Aber vielleicht ist er genau deshalb zu einer geworden. Denn was Hain stets ausgezeichnet hat, war sein konsequetes Einstehen für seine Team-Kollegen. Sei es während der 90 Minuten auf dem Platz, nach dem Abpfiff oder jenseits der Stadien.
Er hat den Kopf hingehalten, als über Spielabsprachen getuschelt wurde, er hat Tacheles geredet, wenn es mal nicht so gut lief. Und er wird für immer unvergessen bleiben für seine letzte gelbe Karte die er sich eingefangen hat. Als er aufsprang von der Ersatzbank und die SchücoArena zum Kochen brachte und damit das entscheidende Tor gegen Bayer Leverkusen erzwang – ohne selbst auf dem Platz zu stehen.
Vielleicht ist es genau das, was einen guten Kapitän ausmacht. Da zu sein, wenn man es nicht erwartet und den Rest der Truppe aufzuwecken, wenn sie die Zügel schleifen lässt.
Aber für mich persönlich ist „Matze“” Hain viel mehr als nur dieser Torwart. Nein. Oder, anders gesagt: Dass Matthias Hain jetzt Arminia Bielefeld verlassen muss, kommt zu einem Zeitpunkt der logischer nicht sein könnte: Als ich vor gut acht Jahren meinen Lebensmittelpunkt der Liebe wegen immer mehr nach Bielefeld verlagerte, wurden damit die Besuche auf der Alm immer regelmäßiger.

Unsere alte Osttribüne. Zum Vergrößern klicken.
Zur gleichen Zeit formierte sich dort eine neue DSC-Mannschaft mit Spielern wie Vata, Kauf, Gabriel, Dammeier und eben Hain. Eine Mannschaft, mit der ich auf der alten Osttribüne in den darauf folgenden Jahren auf- und ab- und wieder aufstieg. Die ich besuchte, ob es regnete oder schneite, hinterherfuhr nach Oberhausen, Frankfurt, Dortmund oder sonstwo. So wurde diese Mannschaft mit jedem Spiel mehr zu meiner Arminia, während die Stadt für die sie spielte mit jedem Tag mehr und mehr meine neue Heimat wurde.

Fatmir Vata hat im November 2001 0:1 gegen Mainz verloren.
Nun ist sie nicht mehr, diese Mannschaft. Die meisten der Protagonisten sind fort und man möchte meinen, Rübe Kauf wäre der letzte Zeuge eines Teams, das vielleicht nicht immer sportlich überzeugt hat, aber dessen Kern an Spielern immer das gezeigt hat, was Arminia zum 100jährigen Vereinsjubiläum 2005 als Motto trug: Leidenschaft! Und besonders mit Matthias Hain verlässt ein Mann diesen Verein, der diese Leidenschaft jede Sekunde zu leben schien, die er auf und nebem dem Platz stand. Hoffen wir, dass ein wenig davon zurückbleibt. Für eine weitere Ära Arminia. Für eine neue Zeit in meiner neuen Heimat Bielefeld. Geht ihr nur, ich werde bleiben!

Wir wünschen Petr Gabriel, Jörg Böhme, Matthias Hain und allen anderen scheidenden Arminen alles Gute. Danke, Jungs!
Und so lasst uns Samstag im Stadion (Ja! Im Stadion!) noch einmal alles geben, damit wir auch im kommenden Jahr eine Mannschaft in der 1. Liga haben werden. Aber wie auch immer es ausgehen wird, es wird eine andere Mannschaft sein und einmal mehr ist nichts wie es mal war. Und einmal mehr ist das unendlich spannend.
Ach, er wird mir hier fehlen, unser Kapitän. Und so winke ich ihm aus meinem imaginären Block 5 zu und sage zum Abschied noch einmal leise „Matze, Huhu!“
Dieser „Nachruf“ erscheint in gekürzter Form auch in Ausgabe 13 der ASC Aktuell, dem Mitglieder-Magazin des Arminia Supporters Club.
Schließlich wäre das die Regel bei verdienten Spielern. Bei Legenden. Matze Hain wollte das aber nie sein, eine Legende. Matze Hain wollte einfach immer nur Fußball spielen. Für seine Mannschaft. Für unseren Verein. Für seine Arminia. Für Bielefeld.
Aber vielleicht ist er genau deshalb zu einer geworden. Denn was Hain stets ausgezeichnet hat, war sein konsequetes Einstehen für seine Team-Kollegen. Sei es während der 90 Minuten auf dem Platz, nach dem Abpfiff oder jenseits der Stadien.
Er hat den Kopf hingehalten, als über Spielabsprachen getuschelt wurde, er hat Tacheles geredet, wenn es mal nicht so gut lief. Und er wird für immer unvergessen bleiben für seine letzte gelbe Karte die er sich eingefangen hat. Als er aufsprang von der Ersatzbank und die SchücoArena zum Kochen brachte und damit das entscheidende Tor gegen Bayer Leverkusen erzwang – ohne selbst auf dem Platz zu stehen.
Vielleicht ist es genau das, was einen guten Kapitän ausmacht. Da zu sein, wenn man es nicht erwartet und den Rest der Truppe aufzuwecken, wenn sie die Zügel schleifen lässt.
Aber für mich persönlich ist „Matze“” Hain viel mehr als nur dieser Torwart. Nein. Oder, anders gesagt: Dass Matthias Hain jetzt Arminia Bielefeld verlassen muss, kommt zu einem Zeitpunkt der logischer nicht sein könnte: Als ich vor gut acht Jahren meinen Lebensmittelpunkt der Liebe wegen immer mehr nach Bielefeld verlagerte, wurden damit die Besuche auf der Alm immer regelmäßiger.

Unsere alte Osttribüne. Zum Vergrößern klicken.
Zur gleichen Zeit formierte sich dort eine neue DSC-Mannschaft mit Spielern wie Vata, Kauf, Gabriel, Dammeier und eben Hain. Eine Mannschaft, mit der ich auf der alten Osttribüne in den darauf folgenden Jahren auf- und ab- und wieder aufstieg. Die ich besuchte, ob es regnete oder schneite, hinterherfuhr nach Oberhausen, Frankfurt, Dortmund oder sonstwo. So wurde diese Mannschaft mit jedem Spiel mehr zu meiner Arminia, während die Stadt für die sie spielte mit jedem Tag mehr und mehr meine neue Heimat wurde.

Fatmir Vata hat im November 2001 0:1 gegen Mainz verloren.
Nun ist sie nicht mehr, diese Mannschaft. Die meisten der Protagonisten sind fort und man möchte meinen, Rübe Kauf wäre der letzte Zeuge eines Teams, das vielleicht nicht immer sportlich überzeugt hat, aber dessen Kern an Spielern immer das gezeigt hat, was Arminia zum 100jährigen Vereinsjubiläum 2005 als Motto trug: Leidenschaft! Und besonders mit Matthias Hain verlässt ein Mann diesen Verein, der diese Leidenschaft jede Sekunde zu leben schien, die er auf und nebem dem Platz stand. Hoffen wir, dass ein wenig davon zurückbleibt. Für eine weitere Ära Arminia. Für eine neue Zeit in meiner neuen Heimat Bielefeld. Geht ihr nur, ich werde bleiben!

Wir wünschen Petr Gabriel, Jörg Böhme, Matthias Hain und allen anderen scheidenden Arminen alles Gute. Danke, Jungs!
Und so lasst uns Samstag im Stadion (Ja! Im Stadion!) noch einmal alles geben, damit wir auch im kommenden Jahr eine Mannschaft in der 1. Liga haben werden. Aber wie auch immer es ausgehen wird, es wird eine andere Mannschaft sein und einmal mehr ist nichts wie es mal war. Und einmal mehr ist das unendlich spannend.
Ach, er wird mir hier fehlen, unser Kapitän. Und so winke ich ihm aus meinem imaginären Block 5 zu und sage zum Abschied noch einmal leise „Matze, Huhu!“
Dieser „Nachruf“ erscheint in gekürzter Form auch in Ausgabe 13 der ASC Aktuell, dem Mitglieder-Magazin des Arminia Supporters Club.
9 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
@irsign (anonym) - 16. Mai, 13:30
Huhu Matze!
Matze ist seit dem Abstieg unter Möhlmann mein absolut favourite Arminia-Spieler aller Zeiten, wie er damals den Mund aufmachte, Klasse! Auch meine Zeit als Fan (11, 12 Jahre) hat er entscheidend mitgeprägt. Solche Spieler (charakterlich) braucht man! Ich kann mir Arminia gar nicht ohne ihn vorstellen. Ich hätte ihn gerne weiter im Verein gesehen, egal in welcher Funktion. Hoffentlich wird er später man Präsident von unserer Arminia. *sigh*
markus.freise - 16. Mai, 14:55
Der kommt schon irgendwann wieder, der gute. Zusammen mit Thommy und Fatmir. So wie die '96-Europameister unsere Nationalmannschaft übernommen haben, werden unsere Aufsteiger 2003 irgendwann Arminia übernehmen. Mit Rapolder als Trainer. Obwohl. Nein. Frontzeck ist gut.
Kash (anonym) - 16. Mai, 15:03
Besser kann man es nicht schreiben.
Ich bekam am Samstag sogar ein bischen Pipi in den Augen.
Matze ist für mich Arminia. Er hat natürlich auch seine Fehler aber nie hat ein Spieler so für den Club gestanden wie er.
Gibt es schon Infos darüber was er nach Arminia machen wird?
Geht er in "Rente" oder sucht er einen neuen Verein als Torwart?
Ich bekam am Samstag sogar ein bischen Pipi in den Augen.
Matze ist für mich Arminia. Er hat natürlich auch seine Fehler aber nie hat ein Spieler so für den Club gestanden wie er.
Gibt es schon Infos darüber was er nach Arminia machen wird?
Geht er in "Rente" oder sucht er einen neuen Verein als Torwart?
@irsign (anonym) - 16. Mai, 16:15
Er geht zu Pauli.
(und... vergessen zu sagen, auch ich finde Markus' Beitrag super).
(und... vergessen zu sagen, auch ich finde Markus' Beitrag super).
Herr D. (anonym) - 16. Mai, 18:43
Auf Wiedersehen, Matze!
Markus, ich freue mich jetzt schon über mehr Texte von Dir. Super!
Markus, ich freue mich jetzt schon über mehr Texte von Dir. Super!
Markus Freise (anonym) - 17. Mai, 11:55
@irsign hat auch was dazu gemacht:
@irsign (anonym) - 18. Mai, 22:09
Danke, das ist ja lieb. Darf ich trotzdem erwähnen, dass man Mathias hier mit einen 't' schreibt. ? ;)


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