Wir sind Emos
Verfasst von mischa_verollet am 25. Mrz, 08:00
Am 19.6.2007 verlinkte Herm in seiner Farm einen unfreiwillig lustigen, unheimlich investigativen Artikel über eine Truppe Emo-Versandhaus-Katalog-Kinder. Beim folgenden Wortpalast las ich den Artikel vor, mokierte mich im Anschluss über diesen Baukasten-Journalismus und fragte mich laut, ob die Popcorn diesen Raster-Text bei jedem Jugendtrend hervorholte, und wie er wohl ausgesehen hätte, wäre der Popcorn-Reporter einst in Rostock-Lichtenhagen dabei gewesen. Anlässlich der Wortpalast-Geburtstagslesung kramte ich diese Texte noch mal hervor.
Original vs. Fälschung:
Wir sind Nazis – der neue Kult der Kids
Sie nennen sich Nazi, rasieren sich den Schädel, hören scheiß Musik. Doch ihre Herzen ticken hart und rassistisch. Hauke (18), Ronny (20), Atze (18) und Streitaxt (18) gehören zu einer neuen Kult-Bewegung: POPCORN stellt die Nazi-Clique aus Pirna vor.
Haukes Haare sind ab, mit Rasier-, Teppich und Steakmesser abgeschnitten. Seine Augen färbt der 18-jährige mit Kontaktlinsen blau, weil sie dummerweise kackbraun sind. Er hat ein Hakenkreuztattoo auf dem Schulterblatt, eine 88 auf der Brust und eigentlich eine SS-Rune auf dem Oberarm, aber der Tättowierer meinte, die Arme wären zu dünn, das sähe lächerlich aus. Dazu trägt er Bomberjacke, Springerstiefel, weiße Tennissocken und ein Baseballschläger von Toys-R-Us. Voll krass: Seinen linken Hoden hat sich Hauke aus Liebe und Solidarität zum Führer unter höllischen Schmerzen ambulant entfernen lassen, sodass er aufgrund des verbliebenen Hodens unter Gleichgewichtsstörungen leidet. Nicht nur das hässliche Styling macht Hauke zu einem „Nazi“. „Der Begriff kommt von Nationalsozialismus“, erklärt er stolz. „Wer rassistisch ist, ist cool! Nazis sind gut drauf, arisch, Herrenmenschen, perfekt und total deutsch.“ Das spiegelt sich auch in der Musik wieder. Hauke hört nationalbefreiten Metalsound von Bands wie „Störkraft“, „Böhse Onkelz“ oder „Landser“ – harter Sound mit dummen Texten. „Wir pogen nicht wie die Zecken und schieben keine trüben Gedanken wie die Indianer in der Fußgängerzone“, stellt Hauke klar. „Wir stylen uns zwar sehr konservativ, sind aber keine Spießer. Freundschaft, Vertrauen und Selektion sind wichtig. Wir feiern Partys, hören Musik, verprügeln Ausländer, aber wir klinken nicht ins Extreme aus.“
Auch seine Freunde Atze, Streitaxt und Ronny, mit dem Hauke seit Januar liiert ist, fühlen, denken und stylen sich so. „Zu unserem Leben zählen Accessoires wie Oberlippenflaum, Arbeitslosigkeit und unheilbare Minderwertigkeitskomplexe. Wir kreuzen Dummheit mit Ignoranz“, erklärt Ronny. „Unser Vorbild ist die arische Stil-Ikone Adolf Hitler. Über das Webportal „WhiteSpace“ lernen wir ständig neue Freunde kennen. Mittlerweile gibt es in ganz Sachsen Nazis, die sich zu Kameradschaftstreffen verabreden.“ Ronny, der wie die anderen in Pirna wohnt und die Hauptschule abgebrochen hat, kam via „WhiteSpace“ zur Nazi-Szene. „Aus Spaß hatte ich vor zwei Jahren einen Vietnamesen durch die Stadt gejagt. Darauf rief er: Krass, du bist ein echter Nazi!“, erinnert sich Ronny stolz. Er war vom neuen Kult beeindruckt, wollte mehr wissen, Gleichgesinnte kennen lernen, suchte im Internet und in verschiedenen Landkreisen und stieß schließlich zu Haukes Clique. Ronny: „Den Zusammenhalt und Ausländerhass bei den Nazis fand ich super cool, denn vorher bin ich oft enttäuscht worden.“ Seine erste Freundin machte Schluss, weil sie nicht akzeptieren konnte, dass er so viel Akne hatte. „Ich war erst 15 und notgeil. Ihre Reaktion war sehr verletzend“, erzählt er. „Danach war ich in Fatima verliebt, aber die war mir zu türkisch. Auch die Beziehung mit meiner Deutschlehrerin zerbrach. Da hatte ich von Frauen genug.“ Er lernte Holger Apfel kennen, schüttete ihm sein Herz aus. Der widmete ihm eine Kolumne in der „Jungen Freiheit“. Ronny: „Der Text hieß Schwarz-Rot-Geil und beschreibt mein Gefühl: Mich will keiner, dabei bin ich doch solch ein aufrechter Deutscher!“ Dann wurde Holger Apfel mit der NPD berühmt, randalierte im Landtag, hatte keine Zeit mehr und Ronny blieb wieder mal auf der Strecke.
Eine Zuflucht fand er in der Naziszene. „Hier verstehen mich alle. Wenn es mir schlecht geht, kann ich mich ausweinen und werde getröstet“, sagt er. Auch den anderen ging es ähnlich. Sie waren nach dem Schulabbruch auf der Suche nach einem festen Halt. Hauke wurde mit der Arbeitslosigkeit nicht fertig. Atze war ein Außenseiter, hatte noch nie Sex und scheiterte in der Schule an der deutschen Rechtschreibung. „Ich musste deshalb sogar die Sonderschule wechseln“, sagt er. Streitaxt wurde wegen seines blöden Spitznamens oft verprügelt und als „Nazischwein“ beschimpft. Alle vier haben jetzt eine neue Heimat gefunden. „Ausländerhass, Vorurteile und Nationalstolz – das hält uns fest zusammen“, sagt Streitaxt. „Wir Nazis sind Kinder der Gesellschaft.“
Original vs. Fälschung:
Wir sind Nazis – der neue Kult der Kids
Sie nennen sich Nazi, rasieren sich den Schädel, hören scheiß Musik. Doch ihre Herzen ticken hart und rassistisch. Hauke (18), Ronny (20), Atze (18) und Streitaxt (18) gehören zu einer neuen Kult-Bewegung: POPCORN stellt die Nazi-Clique aus Pirna vor.
Haukes Haare sind ab, mit Rasier-, Teppich und Steakmesser abgeschnitten. Seine Augen färbt der 18-jährige mit Kontaktlinsen blau, weil sie dummerweise kackbraun sind. Er hat ein Hakenkreuztattoo auf dem Schulterblatt, eine 88 auf der Brust und eigentlich eine SS-Rune auf dem Oberarm, aber der Tättowierer meinte, die Arme wären zu dünn, das sähe lächerlich aus. Dazu trägt er Bomberjacke, Springerstiefel, weiße Tennissocken und ein Baseballschläger von Toys-R-Us. Voll krass: Seinen linken Hoden hat sich Hauke aus Liebe und Solidarität zum Führer unter höllischen Schmerzen ambulant entfernen lassen, sodass er aufgrund des verbliebenen Hodens unter Gleichgewichtsstörungen leidet. Nicht nur das hässliche Styling macht Hauke zu einem „Nazi“. „Der Begriff kommt von Nationalsozialismus“, erklärt er stolz. „Wer rassistisch ist, ist cool! Nazis sind gut drauf, arisch, Herrenmenschen, perfekt und total deutsch.“ Das spiegelt sich auch in der Musik wieder. Hauke hört nationalbefreiten Metalsound von Bands wie „Störkraft“, „Böhse Onkelz“ oder „Landser“ – harter Sound mit dummen Texten. „Wir pogen nicht wie die Zecken und schieben keine trüben Gedanken wie die Indianer in der Fußgängerzone“, stellt Hauke klar. „Wir stylen uns zwar sehr konservativ, sind aber keine Spießer. Freundschaft, Vertrauen und Selektion sind wichtig. Wir feiern Partys, hören Musik, verprügeln Ausländer, aber wir klinken nicht ins Extreme aus.“
Auch seine Freunde Atze, Streitaxt und Ronny, mit dem Hauke seit Januar liiert ist, fühlen, denken und stylen sich so. „Zu unserem Leben zählen Accessoires wie Oberlippenflaum, Arbeitslosigkeit und unheilbare Minderwertigkeitskomplexe. Wir kreuzen Dummheit mit Ignoranz“, erklärt Ronny. „Unser Vorbild ist die arische Stil-Ikone Adolf Hitler. Über das Webportal „WhiteSpace“ lernen wir ständig neue Freunde kennen. Mittlerweile gibt es in ganz Sachsen Nazis, die sich zu Kameradschaftstreffen verabreden.“ Ronny, der wie die anderen in Pirna wohnt und die Hauptschule abgebrochen hat, kam via „WhiteSpace“ zur Nazi-Szene. „Aus Spaß hatte ich vor zwei Jahren einen Vietnamesen durch die Stadt gejagt. Darauf rief er: Krass, du bist ein echter Nazi!“, erinnert sich Ronny stolz. Er war vom neuen Kult beeindruckt, wollte mehr wissen, Gleichgesinnte kennen lernen, suchte im Internet und in verschiedenen Landkreisen und stieß schließlich zu Haukes Clique. Ronny: „Den Zusammenhalt und Ausländerhass bei den Nazis fand ich super cool, denn vorher bin ich oft enttäuscht worden.“ Seine erste Freundin machte Schluss, weil sie nicht akzeptieren konnte, dass er so viel Akne hatte. „Ich war erst 15 und notgeil. Ihre Reaktion war sehr verletzend“, erzählt er. „Danach war ich in Fatima verliebt, aber die war mir zu türkisch. Auch die Beziehung mit meiner Deutschlehrerin zerbrach. Da hatte ich von Frauen genug.“ Er lernte Holger Apfel kennen, schüttete ihm sein Herz aus. Der widmete ihm eine Kolumne in der „Jungen Freiheit“. Ronny: „Der Text hieß Schwarz-Rot-Geil und beschreibt mein Gefühl: Mich will keiner, dabei bin ich doch solch ein aufrechter Deutscher!“ Dann wurde Holger Apfel mit der NPD berühmt, randalierte im Landtag, hatte keine Zeit mehr und Ronny blieb wieder mal auf der Strecke.
Eine Zuflucht fand er in der Naziszene. „Hier verstehen mich alle. Wenn es mir schlecht geht, kann ich mich ausweinen und werde getröstet“, sagt er. Auch den anderen ging es ähnlich. Sie waren nach dem Schulabbruch auf der Suche nach einem festen Halt. Hauke wurde mit der Arbeitslosigkeit nicht fertig. Atze war ein Außenseiter, hatte noch nie Sex und scheiterte in der Schule an der deutschen Rechtschreibung. „Ich musste deshalb sogar die Sonderschule wechseln“, sagt er. Streitaxt wurde wegen seines blöden Spitznamens oft verprügelt und als „Nazischwein“ beschimpft. Alle vier haben jetzt eine neue Heimat gefunden. „Ausländerhass, Vorurteile und Nationalstolz – das hält uns fest zusammen“, sagt Streitaxt. „Wir Nazis sind Kinder der Gesellschaft.“
7 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
NoRbert Q. (Gast) - 25. Mrz, 13:34
Boah, echt gezz, du hads doch voll keine Anung, du schreibbst das doch nur weil du voll neidisch bbisd auf meine Nazikumpels!!!! Kann ja nichd jeder so coole Hakenkreuztattoos haben wie wir!!! Aber die sind ECHT VOLL LIEB! Und tun auch niemand was!! WEIL, jedenfalls nicht dennen von hier, DU ARSCH!
RAMsTEIN FOREVER!
RAMsTEIN FOREVER!
Baukasten (Gast) - 26. Mrz, 04:01
mischa_verollet - 26. Mrz, 08:20
Hehe, cool, Prinzip verstanden :)
Ein Fehler allerdings drin: Hab meine Haare schon seit nem dreiviertel Jahr nicht mehr schneiden lassen... die wachsen so, da kann ich nix zu!
Hat jemand noch mehr Verbastardisierungen des Textes auf Lager?
Ein Fehler allerdings drin: Hab meine Haare schon seit nem dreiviertel Jahr nicht mehr schneiden lassen... die wachsen so, da kann ich nix zu!
Hat jemand noch mehr Verbastardisierungen des Textes auf Lager?
Wir sind Nemo (Gast) - 26. Mrz, 08:51
GOIL!!!
@irsign (Gast) - 26. Mrz, 10:03
*rotfl*
brohm (Gast) - 26. Mrz, 14:13
wow, die richtig fähigen leute halten sich immer zurück. stattdessen plappern immer nur mischa und airsign und sascha.



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