Wir rufen den Freistaat Ostwestfalen aus!
Verfasst von mischa_verollet am 6. Dez, 01:00
Es ist Zeit für die Revolution! Es ist Zeit für unsere Unabhängigkeit! Es ist Zeit für den Freistaat Ostwestfalen!
Der Zeit-Kolumnist malt denTeufel Engel an die Wand: Die Balkanisierung Europas, ein Europa der Regionen statt der Nationen, denn immer mehr Völker – Schotten, Waliser, Katalanen, Norditaliener, Flamen etc. – streben nach Unabhängigkeit innerhalb Europas. Ist das das Ende Deutschlands, Belgien, Großbritanniens in ihrer heutigen Form und der Beginn des neuen heiligen römischen Reichs europäischer Nationen?
Vielleicht sollten wir auf den fahrenden Zug aufspringen, nein, noch besser, wir sollten den Zug lenken: Es ist Zeit für den Freistaat Ostwestfalen – hiermit sei er ausgerufen! Denn seien wir ehrlich: Ostwestfalen ist ein kleines Paradies, nirgendwo sonst ist man so sicher vor Flutkatastrophen, Vulkanausbrüchen, Erdbeben, nuklearen Angriffen, Terroranschlägen, Klimawandelund Erfolg wie im heimeligen Ostwestfalen rund um Bielefeld. Und bevor es sich herumspricht (allzulange wird die Schutzhülle nicht mehr halten) und die Flüchtlingsströme wie einst vor den Kanaren im Obersee und der Lutter jämmerlich ertrinken sollten wir die Unabhängigkeit vom restlichen deutschen Dingensgedöns erklären, einen Jägerzaun um uns herumziehen und die D-Mark wieder einführen – meinetwegen auch die Flaneurdollars. Zudem wäre eine privilegierte EU-Partnerschaft nach türkischem Modell anzustreben, dieses ominöse Europa ist dem wahren Ostwestfalen nicht ganz geheuer.
Eine Nationalelf hätten wir ebenfalls – die vereinigte U23 der Arminia und des SC Paderborn sollte zumindest reichen, einen Platz in der FIFA-Weltrangliste vor San Marino, Andorra und Liechtenstein zu sichern. Hauptstadt wäre – natürlich – Bielefeld, die Spaltung von Lippe Ehrensache und die Wiedereinführung des Schlagbaums am Ende der Kafkastraße in Altenhagen die erste Amtshandlung des neuen Maximo Liders, Pit Clausen I. Lippe würde grundsätzlich verboten und der Velmerstot eingeebnet werden, frei nach dem 1. Gebot: „Du sollst keinen Berg haben neben dem Sparrenberg!“ Am Nationalfeiertag müsste jeder Ostwestfale bei Norbert in der Zwiebel mit Bielefelder Luft anstoßen – wer nicht mehr reinkäme müsse den Feierlichkeiten via Großbildleinwand auf dem Jahnplatz beiwohnen und dazu die beste Currywurst an der B66 verzehren. Minden würde unser wichtigster Handelshafen im Norden, Paderborn endlich säkularisiert und der große Weserbogen zum offiziellen Bielefelder Naherholungsgebiet gekürt werden; die Linie 2 Richtung Milse führe bis dahin durch und hielte natürlich nicht in Brake. Es gäbe Vollbeschäftigung – schließlich sollte die Mauer an der Grenze zu Lippe im Gegensatz zur chinesischen tatsächlich aus dem All zu sehen sein, das erforderte mannigfache Hilfe. Jeder müsste das 2 Girls, 1 Cup-Video gucken, damit er wüsste, wie gut es ihm eigentlich geht. Und Freise würde die Nationalhymne dichten. Der hat den Pathos anne Backen dafür.
Alle ostwestfälischen Blogs wären automatisch offizielle Presseorgane des Freistaates Ostwestfalen und dürften sich auch so bezeichnen. Kanal 21 wäre Staatsfernsehen, gar einziger Sender und Eric Pfennig dessen Nachrichtensprecher, nicht nur auf der komischen Großbildleinwand im Jahnplatztunnel. Auf dem Siegfriedplatz gäbe es monatlich Militärparaden der nationalen Armee Ostwestfalens – der Army of Lovers. Die Wehrpflicht bliebe bestehen: Liebe wäre Gesetz, Sacha Brohm der Liebesminister und Oberbefehlshaber unserer Armee in Personalunion. Es gäbe staatlich geprüfte Nutten an der Eckendorfer und Beamter im Außendienst wäre der Traumberuf aller Jungen. Buttermaker wäre so was wie der ostwestfälische Herbert Grönemeyer.
Auf der A2 wäre nie wieder Stau (schließlich blieben die Grenzen auf ewig nach innen dicht), sondern jeden Tag Run-and-Roll-Day. Nordic Walking wäre verboten. Aber der Staat würde ein Auge zudrücken, solche Perversionen könne man gut auf einem gesperrten Teilstück der A33 ausleben. Alle Bürger müssten Bielefelder Leinen tragen, welches kostenlos im Rathaus ausgegeben würde. Und Ralph Ruthe würde jedes Kleidungsstück mit einem individuellen Cartoon verschönern. Die Monarchie würde wieder eingeführt, allerdings ohne politische Einflussmöglichkeit. Der König würde via direktem Wahlrecht ermittelt und hieße auf Lebzeit König Artur I. Ich selbst würde – bescheiden wie immer – keinen Titel für mich beanspruchen, aber die mir zugedachte Ehre, Duke of Bielefelder Westen genannt zu werden, natürlich nicht ablehnen; Koketterie ziemt sich nicht. Ich würde diesen Titel brüderlich mit Blogger Bateman teilen und einzig und allein mein Recht in Anspruch nehmen, die Mini-Ponys des Nationalparks Olderdissen in Anspruch nehmen und Sachen sagen zu dürfen, wie: „Ich will in die Stadt! Lasset einspannen!“
Totalitär wäre der Freistaat Ostwestfalen übrigens nicht – jeder Bürger dürfte kommen und gehen, wann und wie er es wollte. Jeder Bürger dürfte sogar wegziehen – solange er es nicht mache, um Ostwestfalen zu entkommen, sondern um z. B. die Welt zu entdecken und irgendwann geläutert zurückzukehren. Für die Unbelehrbaren gäbe es kostenlose Pflichtgehirnwäschen, durchgeführt von Schmitti. Und endlich, endlich würden alle erkennen, dass so toll und außergewöhnlich die Weihnachtsmärkte in Münster oder Bremen gar nicht sind und im Gegensatz der Bielefelder Weihnachtsmarkt – lässt man die Bahnhofstraße einmal außen vor – auf dem Jahnplatz, neben der Altstädter Nicolaikirche und am Alten Markt seinen ganz eigenen, unverwechselbaren, wunderbaren, schönen Charme entwickelt hat.
Ja, es würde schön im Freistaat Ostwestfalen. Ein erster Schritt ist übrigens gemacht – am 27. Februar wird in Münster die Bielefelder Botschaft feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Wir erwarten gestürmte Zäune, wie einst in Prag.
Der Zeit-Kolumnist malt den
Vielleicht sollten wir auf den fahrenden Zug aufspringen, nein, noch besser, wir sollten den Zug lenken: Es ist Zeit für den Freistaat Ostwestfalen – hiermit sei er ausgerufen! Denn seien wir ehrlich: Ostwestfalen ist ein kleines Paradies, nirgendwo sonst ist man so sicher vor Flutkatastrophen, Vulkanausbrüchen, Erdbeben, nuklearen Angriffen, Terroranschlägen, Klimawandel
Eine Nationalelf hätten wir ebenfalls – die vereinigte U23 der Arminia und des SC Paderborn sollte zumindest reichen, einen Platz in der FIFA-Weltrangliste vor San Marino, Andorra und Liechtenstein zu sichern. Hauptstadt wäre – natürlich – Bielefeld, die Spaltung von Lippe Ehrensache und die Wiedereinführung des Schlagbaums am Ende der Kafkastraße in Altenhagen die erste Amtshandlung des neuen Maximo Liders, Pit Clausen I. Lippe würde grundsätzlich verboten und der Velmerstot eingeebnet werden, frei nach dem 1. Gebot: „Du sollst keinen Berg haben neben dem Sparrenberg!“ Am Nationalfeiertag müsste jeder Ostwestfale bei Norbert in der Zwiebel mit Bielefelder Luft anstoßen – wer nicht mehr reinkäme müsse den Feierlichkeiten via Großbildleinwand auf dem Jahnplatz beiwohnen und dazu die beste Currywurst an der B66 verzehren. Minden würde unser wichtigster Handelshafen im Norden, Paderborn endlich säkularisiert und der große Weserbogen zum offiziellen Bielefelder Naherholungsgebiet gekürt werden; die Linie 2 Richtung Milse führe bis dahin durch und hielte natürlich nicht in Brake. Es gäbe Vollbeschäftigung – schließlich sollte die Mauer an der Grenze zu Lippe im Gegensatz zur chinesischen tatsächlich aus dem All zu sehen sein, das erforderte mannigfache Hilfe. Jeder müsste das 2 Girls, 1 Cup-Video gucken, damit er wüsste, wie gut es ihm eigentlich geht. Und Freise würde die Nationalhymne dichten. Der hat den Pathos anne Backen dafür.
Alle ostwestfälischen Blogs wären automatisch offizielle Presseorgane des Freistaates Ostwestfalen und dürften sich auch so bezeichnen. Kanal 21 wäre Staatsfernsehen, gar einziger Sender und Eric Pfennig dessen Nachrichtensprecher, nicht nur auf der komischen Großbildleinwand im Jahnplatztunnel. Auf dem Siegfriedplatz gäbe es monatlich Militärparaden der nationalen Armee Ostwestfalens – der Army of Lovers. Die Wehrpflicht bliebe bestehen: Liebe wäre Gesetz, Sacha Brohm der Liebesminister und Oberbefehlshaber unserer Armee in Personalunion. Es gäbe staatlich geprüfte Nutten an der Eckendorfer und Beamter im Außendienst wäre der Traumberuf aller Jungen. Buttermaker wäre so was wie der ostwestfälische Herbert Grönemeyer.
Auf der A2 wäre nie wieder Stau (schließlich blieben die Grenzen auf ewig nach innen dicht), sondern jeden Tag Run-and-Roll-Day. Nordic Walking wäre verboten. Aber der Staat würde ein Auge zudrücken, solche Perversionen könne man gut auf einem gesperrten Teilstück der A33 ausleben. Alle Bürger müssten Bielefelder Leinen tragen, welches kostenlos im Rathaus ausgegeben würde. Und Ralph Ruthe würde jedes Kleidungsstück mit einem individuellen Cartoon verschönern. Die Monarchie würde wieder eingeführt, allerdings ohne politische Einflussmöglichkeit. Der König würde via direktem Wahlrecht ermittelt und hieße auf Lebzeit König Artur I. Ich selbst würde – bescheiden wie immer – keinen Titel für mich beanspruchen, aber die mir zugedachte Ehre, Duke of Bielefelder Westen genannt zu werden, natürlich nicht ablehnen; Koketterie ziemt sich nicht. Ich würde diesen Titel brüderlich mit Blogger Bateman teilen und einzig und allein mein Recht in Anspruch nehmen, die Mini-Ponys des Nationalparks Olderdissen in Anspruch nehmen und Sachen sagen zu dürfen, wie: „Ich will in die Stadt! Lasset einspannen!“
Totalitär wäre der Freistaat Ostwestfalen übrigens nicht – jeder Bürger dürfte kommen und gehen, wann und wie er es wollte. Jeder Bürger dürfte sogar wegziehen – solange er es nicht mache, um Ostwestfalen zu entkommen, sondern um z. B. die Welt zu entdecken und irgendwann geläutert zurückzukehren. Für die Unbelehrbaren gäbe es kostenlose Pflichtgehirnwäschen, durchgeführt von Schmitti. Und endlich, endlich würden alle erkennen, dass so toll und außergewöhnlich die Weihnachtsmärkte in Münster oder Bremen gar nicht sind und im Gegensatz der Bielefelder Weihnachtsmarkt – lässt man die Bahnhofstraße einmal außen vor – auf dem Jahnplatz, neben der Altstädter Nicolaikirche und am Alten Markt seinen ganz eigenen, unverwechselbaren, wunderbaren, schönen Charme entwickelt hat.
Ja, es würde schön im Freistaat Ostwestfalen. Ein erster Schritt ist übrigens gemacht – am 27. Februar wird in Münster die Bielefelder Botschaft feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Wir erwarten gestürmte Zäune, wie einst in Prag.

