Samstag, 6. Oktober 2007

Mit ein wenig Abstand...


...zu den Ereignissen des gestrigen Abends überwiegt der Stolz auf die gebotene Leistung: Knapp, knapper geht's nicht, verpasste ich im Ballhaus Naunynstraße das Finale der Deutschen Meisterschaften. Ich beendete das Halbfinale auf dem fünften Platz, einen Platz am Finale vorbei.

Und mehr Pech kann man nicht haben - das Lospech blieb mir hold. Startplatz 1, schon wieder unter den ersten Drei, was beim Slam einem Todesurteil gleichkommt, da weder das Publikum schon warm ist noch die Jury geeicht, in der Regel gehen die Wertungen mit jedem Poeten hoch. Doch während ich am Donnerstag von Startplatz 2 noch Gruppensieger wurde, wusste ich, dass es diesmal nicht reichen würde. Dennoch ging ich auf die Bühne gab alles und wurde mit einem frenetischen und wunderbaren Publikum belohnt, die meinen Text "Helgaaa" zu meiner Freude feierten. Und auch die Jury machte mit: 42 von 50 möglichen Punkten, wie Sebastian 23 backstage meinte: Für den ersten Startplatz eine absolute Sensation.

Aber was dann folgte war an seelischer Grausamkeit nicht zu überbieten. Es folgten in diesem Halbfinale noch 11 Poeten. Und bis zu den letzten beiden lag ich noch unter den erste vier Plätzen, die die Qualifikation fürs Finale bedeutet hätten. Es kam natürlich, wie es kommen musste: Volker Strübing überrundete mich und warf mich im letzten Augenblick aus dem Finale... Ich war bedient, restlos, traurig und frustriert. Denn eins war klar - und wurde mir aufmunternd von allen Seiten gesagt: Mit einem besseren Startplatz wäre ich auf jeden Fall im Finale gewesen. Den Rest des Abends betrank ich mich und bekam so nicht mit, dass auch Goehre das Finale verpasste, er wurde Achter. Ach ja, mit den Pumpernickel Boys belegten wir noch einen sehr respektablen siebten Platz.

Heute morgen hat der Stolz den Platz der Ernüchterung eingenommen. Ich habe einmal, in der Vorrunde, das Unmögliche geschafft und gestern noch einmal fast. Ich habe von Startplatz 1 im hochkarätig besetzten Halbfinale eine schöne Show geboten und einen sensationellen fünften Platz geholt. Wie der Moderator Etrit Hasler meinte: Ich sollte nicht traurig sein, ich sollte feiern. Und das werde ich auch. Heute abend. Und noch etwas ist mir klar geworden: Ich war der Jüngste in diesem Halbfinale. Die vier Erstplatzierten sind alle schon über Dreißig. Das heißt, ich habe noch alle Zeit der Welt, hehehe...

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Volker (anonym) - 6. Okt, 13:53

Mein Beileid und trotzdem einen Glückwunscgh auch noch mal an dieser Stelle. Und alles Gute fürs nächste Jahr. Aber denk dran: Wir vier Erstplatzierten werden immer älter sein als Du ;)

El Condor Pasa (anonym) - 8. Okt, 00:00

Mach dir nix draus. Der Moderator des Finales war schwach und das Finalpublikum (incl. geimpfterJury) wollte sowieso nur 'ne Frau sehen.

rosmarin - 8. Okt, 00:13

bad style diese argumentation.
schade... und trotzdem glückwunsch.... wirklich wacker !