Intim mit Sitzen 73
Verfasst von Rouven am 27. Aug, 07:00
Heute Abend ab 20 Uhr, gibt es ein Stelldichein mit einer von Bielefelds beliebtesten Lesebühnen (wenn nicht sogar DER beliebtesten Lesebühne). Volker Backes, Stefanie Schröder und Sacha Brohm lesen als "Sitzen 73" selbstverfasste Texte im Café Schlösschen am Niederwall. Das ist Grund genug, sie einmal geschlossen (Sacha war dunnemals bereits gesondert dran) für unsere Rubrik "Zehn Fragen" zu interviewen.
1. Frage: Ihr nehmt für Eure Veranstaltungen im Schlösschen keinen Eintritt, nicht wahr? Für dieses Supporting hier würde ich doch bestimmt umsonst hineinkommen, wenn man welchen verlangte, oder? Würde mich zumindest mit ein wenig Genugtuung erfüllen, wenn’s so wäre...
Steffi: Also natürlich sind wir käuflich, aber ein bisschen Promo im Sparrenblog – ich bin mir nicht sicher, ob das ausreichen würde.
Volker: Selbstverständlich reicht das. Der Motor aller Independent-Kultur ist doch Solidarität, oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Sacha: Ich bin ziemlich geldgeil. Bei mir käme niemand umsonst rein. Also auf Lesungen. Wir kommen ja auch nicht umsonst in den Bunker, wenn ihr Wettlesen macht.
Na, ich sehe schon: Die Mehrheit würde mich [gottseidank nur in der Möglichkeitsform *g*] in den sauren Apfel beißen lassen.
2. Inzwischen gibt es in Bielefeld allerhand Leseveranstaltungen, die sprießen wie Pilze aus dem Boden in die Kneipen. Die bestbesuchten scheinen aber zum Einen der Poetry Slam im Bunker zu sein, zum Anderen jede Lesung von Sitzen 73. Das Schlösschen platzt jedes Mal aus allen Nähten, wenn’s drinnen stattfindet. Das macht bestimmt ein bisschen stolz, oder?
Steffi: Nicht nur drinnen, auch draußen. Die könnten ihren Biergarten bis zum Bunker verlängern :-D Ich persönlich bin da übrigens wie alle Frauen: Ich werde gerne geliebt!
Volker: Es macht mich natürlich auch stolz und ein bisschen verlegen. Es ist eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit und andererseits auch Ansporn, immer weiter zu machen. Ich wäre zum Beispiel gerne so beliebt wie, na sagen wir mal, Pink. Oder Morrissey. Der zieht sich wenigstens ordentlich an.
Sacha: Ich finde das super. Ich mag es, gemocht zu werden. Da bin ich ganz Frau geblieben. So sind wir Menschen. Auch wenn es nicht jeder zugibt. Und wenn Leute zu uns kommen, weil sie einen gut finden, dann bin ich stolz darauf, dass die unter anderem auch wegen meinem Geschreibsel kommen.
3. Stellen sich ab und an schon Starallüren bei Euch ein? Wenn ja, erzählt doch mal aus dem Nähkästchen!
Steffi: Nein, ich bin ein ganz normaler Mensch geblieben. Es ist nur natürlich, dass man zwischendurch auch mal ein Interview absagen muss oder nicht für jedes Foto in jedem Blättchen zur Verfügung steht. Ich muss allerdings jetzt etwas zur Eile mahnen, mein Chauffeur hat keinen Parkplatz gefunden und ich möchte der Stadt nicht mein sauer verdientes Geld in Form eines Knöllchens in den Rachen werfen.
Volker: Ich werde hin und wieder von Menschen gegrüßt, bei denen ich mir nicht sicher bin, woher ich sie kenne. Das liegt mitunter an meiner Zerstreutheit. Wenn ich einen guten Tag habe, traue ich mich nachzufragen, aber manchmal eben auch nicht. Ich höre dann Leute hinter meinem Rücken tuscheln, dass ich mir die vier oder fünf Gesichter, die zu meinen Lesungen kommen, ja wohl auch einprägen könnte. Das finde ich sehr traurig.
Sacha: Ich bin immer locker und offen. Mir geht es aber ähnlich wie Volker. Ich habe ein absolut schlechtes Gedächtnis was Lesungspublikum angeht. Aber das sind ja keine Allüren, das sind eher Anzeichen dafür, dass was im Kopf nicht stimmt.
4. Im Laufe der letzten Zeit habe ich so mitbekommen – u.a. durch Sachas Blog - , dass Ihr dazu übergegangen seid, Sitzen 73 ins Auswärtige zu exportieren. Da war zum Beispiel mal eine Lesung in Hameln. Oder künftig soll irgendetwas regelmäßiges in Gütersloh passieren. Erstmal großen Respekt meinerseits. Aber mal unter uns: Habt Ihr dafür Eure Beziehungen spielen lassen oder sind die Leute von dort tatsächlich auf Euch zugekommen?
Steffi: In beiden Fällen haben uns die Verantwortlichen vorher gesehen bzw. gehört und uns sozusagen vom Fleck weg engagiert. Das ist besser als Beziehungen!
Volker: Es gibt mehr Verzweiflung in den entlegenen Winkeln unseres schönen Landes, als man denkt. Wir bieten unsere Hilfe gerne an, wenn man uns fragt. Selbst Güterslohern.
Sacha: Was in Bielefeld klappt, das klappt auch anderswo. Die Menschen möchten lachen. Und wir machen die Leute lachen. Und anbiedern müssen wir uns nicht. Wir sind doch keine Vertreter.
5. Das klingt ja außerdem schon fast wie nach einer kleinen Tour. Für derlei müsst Ihr Euch natürlich ganz gut verstehen. Oder gab’s schon mal Zoff unter Euch Dreien? Und wie sah der dann aus?
Steffi: Zoff? Nachdem wir im 2006 beim dritten Vollmond im Jahr Blutsbrüderschaft geschworen haben, ist eines sicher: Uns verbindet mehr, als ein äußerliches Band.
Volker: Im Prinzip stimmt das, allerdings habe ich neulich das Gefühl gehabt, dass mich Sacha immer so merkwürdig anschaut. Und Steffi tuschelt ständig mit ihm.
Sacha: Ich glaube ja eher, dass die beiden mich raushaben möchten. Deshalb versuche ich, Volker und Stefanie gegeneinander auszuspielen.
Nur zu gerne hätte ich mal einen Text gehört, in dem Du diese Phantasie auslebst, Sacha. Nur der Unterhaltung halber.
6. Stefanie: Wirst Du eigentlich von Deinen Freundinnen dafür beneidet, öfter mal abends von solch zwei attraktiven, zum Schönheitsideal beitragenden Männern flankiert zu werden? Und macht Dich das nicht auf der Bühne nervös?
Steffi: Weniger von meinen Freundinnen, als viel mehr von den Groupies, die vor allem Volker immer wieder Plüschbären schicken. Und klar sonne ich mich darin. Manchmal erröte ich auch, aber das sieht man bei unserer Bühnenbeleuchtung zum Glück nicht, weil der Beleuchter bei mir einen speziellen Filter verwendet.
Volker: Der Beleuchter verwendet bei mir übrigens auch einen speziellen Filter, der besonders auf die Hüftregion fokussiert ist.
Sacha: Ich habe gar keinen Beleuchter.
7. Unsere Leser sind öfter an hintergründigen Fakten interessiert als man sich wünscht, haben wir festgestellt. Eure Texte können sie abends hören. Aber was läuft eigentlich vor Eurem Auftritt ab? Oder hinter der Bühne? Habt Ihr (abergläubische) Rituale? Oder pflegt Ihr Eure Groupies?
Steffi: Groupies haben vor dem Auftritt keinen Zutritt und was wir drei da machen, geht keinen was an. Ts, das wäre ja noch schöner, das hier auszuplaudern.
Volker: Das Leben eines Literaten ist hart und entbehrungsreich. Vor den Lesungen verfasse ich meine Texte, da ist keine Zeit für Spaß. Und Rituale? Ich weiß nicht, ob ich es schon „Ritual“ nennen würde, wenn ich aus Nervosität vor einem Auftritt achtmal in einer Stunde auf die Toilette rennen muss.. aber das mache ich schon von Zeit zu Zeit. Und natürlich würde ich meine Groupies pflegen.
Sacha: Ich versuche allen zu erklären, dass ich kein Lampenfieber habe. Das glaubt mir aber niemand. Ich verstehe nicht warum. Ich weiß doch, was passieren wird, da brauch ich ein paar Minuten vor der Lesung nicht anfangen zu zittern. Ich habe aber auch keine Prüfungsangst. Nie gehabt. Ist das ein gutes Zeichen? Oder bin ich einfach total gefühllos?
Nein, ich glaube, das spricht mehr für Routine, zumindest, was das angeht.
8. Bekommt Ihr schon viel Fanpost? Wenn ja, gibt es darunter auch delikate Anfragen? Details, bitte!
Steffi: Für Fanpost ist Volker zuständig. Ich bekomme nur Anfragen in Sachen „Erziehung in der Pubertät“.
Volker: Ich erhalte gerade sehr viel Post von einem Niederländer. Da ich allerdings die bilateralen Beziehungen nicht belasten möchte, ziehe ich es vor, zu diesem Thema zu schweigen. Und für delikate Anfragen haben wir ja Sacha eingestellt.
Sacha: Ich bekomme nie Post.
9. Ihr bietet ja auch an, Euch für Küchenlesungen zu buchen. Wird das überhaupt oft in Anspruch genommen? Also, ich hätte das wahrscheinlich auch schon einmal in Erwägung gezogen, wenn ich nicht überall dort, wo ich gerade wohne, eine viel zu kleine Küche für derlei Veranstaltungen zur Verfügung hätte.
Steffi: Ha, die Ausrede lassen wir nicht gelten, Herr Ridder. Da lesen Sie doch mal das Kleingedruckte: Wir lesen, wo Sie wollen. Also zur Not auch in der Waschküche. Und ja, die Leute stehen drauf. Und wir auch.
Volker: Auch wenn es eng wird, kann es ja gemütlich sein.
Sacha: Küchenlesungen sind die perfekte Unterhaltung in einem Raum, den jede Wohnung hat. Sollte jeder mal ausprobieren. Wir sind aber auch so unglaublich charmant. Das ist fast nicht zum Aushalten. Manchmal müssen wir uns gegenseitig darauf aufmerksam machen, dass wir nicht zu charmant werden.
Aha. Gut, ich werd' Mischa beizeiten mal darauf ansprechen. Aber dann muss Sacha - fürchte ich - auf der Herdplatte sitzen...
10. Wie geht’s jetzt weiter mit „Sitzen73“? In Bielefeld seid Ihr bereits regelmäßig zu sehen und zu hören, in Gütersloh evtl. demnächst auch, der WDR hat Euch auch schon in der Küche gezeigt. Habt Ihr noch irgendwelche größenwahnsinnigen Projekte oder Ideen für die Zukunft, die uns den Atem verschlagen werden?
Steffi: Das mit dem WDR und der Küche – ist das ein Seitenhieb? Der gebührt dann aber eher Michael Thamm, als uns… Ich persönlich träume ja davon, bei Zimmerfrei eingeladen zu werden. Falls also jemand da Beziehungen hat… (siehe auch Frage 4)
Volker: Ich gehe im Dezember mit Jens Kirschneck neun Tage auf Lesereise. Ob ich danach noch für Projekte zu gebrauchen bin, wird sich rausstellen müssen. Am 23.12. wird Sitzen 73 im Lichtwerk-Kino eine Weihnachtslesung geben. Mit Gästen. Lohnt sich bestimmt. Ich selbst werde auch hingehen, denke ich. Ansonsten würde ich vielleicht gerne einmal einen Tag lang bei einem Zerspannungsmechaniker hospitieren. Oder auf einer Bohrinsel.
Sacha: Projekte sind so Jahrtausendwende. Darauf möchte ich nicht antworten.
So, ich denke, es ist erstmal gut. Und das mit dem WDR war allerdings nicht als Seitenhieb zu verstehen. Wir sehen uns dann ja heute Abend.
Wie gesagt: 20 Uhr, Café Schlösschen am Niederwall. Eintritt frei.
1. Frage: Ihr nehmt für Eure Veranstaltungen im Schlösschen keinen Eintritt, nicht wahr? Für dieses Supporting hier würde ich doch bestimmt umsonst hineinkommen, wenn man welchen verlangte, oder? Würde mich zumindest mit ein wenig Genugtuung erfüllen, wenn’s so wäre...
Steffi: Also natürlich sind wir käuflich, aber ein bisschen Promo im Sparrenblog – ich bin mir nicht sicher, ob das ausreichen würde.
Volker: Selbstverständlich reicht das. Der Motor aller Independent-Kultur ist doch Solidarität, oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Sacha: Ich bin ziemlich geldgeil. Bei mir käme niemand umsonst rein. Also auf Lesungen. Wir kommen ja auch nicht umsonst in den Bunker, wenn ihr Wettlesen macht.
Na, ich sehe schon: Die Mehrheit würde mich [gottseidank nur in der Möglichkeitsform *g*] in den sauren Apfel beißen lassen.
2. Inzwischen gibt es in Bielefeld allerhand Leseveranstaltungen, die sprießen wie Pilze aus dem Boden in die Kneipen. Die bestbesuchten scheinen aber zum Einen der Poetry Slam im Bunker zu sein, zum Anderen jede Lesung von Sitzen 73. Das Schlösschen platzt jedes Mal aus allen Nähten, wenn’s drinnen stattfindet. Das macht bestimmt ein bisschen stolz, oder?
Steffi: Nicht nur drinnen, auch draußen. Die könnten ihren Biergarten bis zum Bunker verlängern :-D Ich persönlich bin da übrigens wie alle Frauen: Ich werde gerne geliebt!Volker: Es macht mich natürlich auch stolz und ein bisschen verlegen. Es ist eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit und andererseits auch Ansporn, immer weiter zu machen. Ich wäre zum Beispiel gerne so beliebt wie, na sagen wir mal, Pink. Oder Morrissey. Der zieht sich wenigstens ordentlich an.
Sacha: Ich finde das super. Ich mag es, gemocht zu werden. Da bin ich ganz Frau geblieben. So sind wir Menschen. Auch wenn es nicht jeder zugibt. Und wenn Leute zu uns kommen, weil sie einen gut finden, dann bin ich stolz darauf, dass die unter anderem auch wegen meinem Geschreibsel kommen.
3. Stellen sich ab und an schon Starallüren bei Euch ein? Wenn ja, erzählt doch mal aus dem Nähkästchen!
Steffi: Nein, ich bin ein ganz normaler Mensch geblieben. Es ist nur natürlich, dass man zwischendurch auch mal ein Interview absagen muss oder nicht für jedes Foto in jedem Blättchen zur Verfügung steht. Ich muss allerdings jetzt etwas zur Eile mahnen, mein Chauffeur hat keinen Parkplatz gefunden und ich möchte der Stadt nicht mein sauer verdientes Geld in Form eines Knöllchens in den Rachen werfen.
Volker: Ich werde hin und wieder von Menschen gegrüßt, bei denen ich mir nicht sicher bin, woher ich sie kenne. Das liegt mitunter an meiner Zerstreutheit. Wenn ich einen guten Tag habe, traue ich mich nachzufragen, aber manchmal eben auch nicht. Ich höre dann Leute hinter meinem Rücken tuscheln, dass ich mir die vier oder fünf Gesichter, die zu meinen Lesungen kommen, ja wohl auch einprägen könnte. Das finde ich sehr traurig.
Sacha: Ich bin immer locker und offen. Mir geht es aber ähnlich wie Volker. Ich habe ein absolut schlechtes Gedächtnis was Lesungspublikum angeht. Aber das sind ja keine Allüren, das sind eher Anzeichen dafür, dass was im Kopf nicht stimmt.
4. Im Laufe der letzten Zeit habe ich so mitbekommen – u.a. durch Sachas Blog - , dass Ihr dazu übergegangen seid, Sitzen 73 ins Auswärtige zu exportieren. Da war zum Beispiel mal eine Lesung in Hameln. Oder künftig soll irgendetwas regelmäßiges in Gütersloh passieren. Erstmal großen Respekt meinerseits. Aber mal unter uns: Habt Ihr dafür Eure Beziehungen spielen lassen oder sind die Leute von dort tatsächlich auf Euch zugekommen?
Steffi: In beiden Fällen haben uns die Verantwortlichen vorher gesehen bzw. gehört und uns sozusagen vom Fleck weg engagiert. Das ist besser als Beziehungen!
Volker: Es gibt mehr Verzweiflung in den entlegenen Winkeln unseres schönen Landes, als man denkt. Wir bieten unsere Hilfe gerne an, wenn man uns fragt. Selbst Güterslohern.
Sacha: Was in Bielefeld klappt, das klappt auch anderswo. Die Menschen möchten lachen. Und wir machen die Leute lachen. Und anbiedern müssen wir uns nicht. Wir sind doch keine Vertreter.
5. Das klingt ja außerdem schon fast wie nach einer kleinen Tour. Für derlei müsst Ihr Euch natürlich ganz gut verstehen. Oder gab’s schon mal Zoff unter Euch Dreien? Und wie sah der dann aus? Steffi: Zoff? Nachdem wir im 2006 beim dritten Vollmond im Jahr Blutsbrüderschaft geschworen haben, ist eines sicher: Uns verbindet mehr, als ein äußerliches Band.
Volker: Im Prinzip stimmt das, allerdings habe ich neulich das Gefühl gehabt, dass mich Sacha immer so merkwürdig anschaut. Und Steffi tuschelt ständig mit ihm.
Sacha: Ich glaube ja eher, dass die beiden mich raushaben möchten. Deshalb versuche ich, Volker und Stefanie gegeneinander auszuspielen.
Nur zu gerne hätte ich mal einen Text gehört, in dem Du diese Phantasie auslebst, Sacha. Nur der Unterhaltung halber.
6. Stefanie: Wirst Du eigentlich von Deinen Freundinnen dafür beneidet, öfter mal abends von solch zwei attraktiven, zum Schönheitsideal beitragenden Männern flankiert zu werden? Und macht Dich das nicht auf der Bühne nervös?
Steffi: Weniger von meinen Freundinnen, als viel mehr von den Groupies, die vor allem Volker immer wieder Plüschbären schicken. Und klar sonne ich mich darin. Manchmal erröte ich auch, aber das sieht man bei unserer Bühnenbeleuchtung zum Glück nicht, weil der Beleuchter bei mir einen speziellen Filter verwendet.
Volker: Der Beleuchter verwendet bei mir übrigens auch einen speziellen Filter, der besonders auf die Hüftregion fokussiert ist.
Sacha: Ich habe gar keinen Beleuchter.
7. Unsere Leser sind öfter an hintergründigen Fakten interessiert als man sich wünscht, haben wir festgestellt. Eure Texte können sie abends hören. Aber was läuft eigentlich vor Eurem Auftritt ab? Oder hinter der Bühne? Habt Ihr (abergläubische) Rituale? Oder pflegt Ihr Eure Groupies?
Steffi: Groupies haben vor dem Auftritt keinen Zutritt und was wir drei da machen, geht keinen was an. Ts, das wäre ja noch schöner, das hier auszuplaudern.
Volker: Das Leben eines Literaten ist hart und entbehrungsreich. Vor den Lesungen verfasse ich meine Texte, da ist keine Zeit für Spaß. Und Rituale? Ich weiß nicht, ob ich es schon „Ritual“ nennen würde, wenn ich aus Nervosität vor einem Auftritt achtmal in einer Stunde auf die Toilette rennen muss.. aber das mache ich schon von Zeit zu Zeit. Und natürlich würde ich meine Groupies pflegen.
Sacha: Ich versuche allen zu erklären, dass ich kein Lampenfieber habe. Das glaubt mir aber niemand. Ich verstehe nicht warum. Ich weiß doch, was passieren wird, da brauch ich ein paar Minuten vor der Lesung nicht anfangen zu zittern. Ich habe aber auch keine Prüfungsangst. Nie gehabt. Ist das ein gutes Zeichen? Oder bin ich einfach total gefühllos?
Nein, ich glaube, das spricht mehr für Routine, zumindest, was das angeht. 8. Bekommt Ihr schon viel Fanpost? Wenn ja, gibt es darunter auch delikate Anfragen? Details, bitte!
Steffi: Für Fanpost ist Volker zuständig. Ich bekomme nur Anfragen in Sachen „Erziehung in der Pubertät“.
Volker: Ich erhalte gerade sehr viel Post von einem Niederländer. Da ich allerdings die bilateralen Beziehungen nicht belasten möchte, ziehe ich es vor, zu diesem Thema zu schweigen. Und für delikate Anfragen haben wir ja Sacha eingestellt.
Sacha: Ich bekomme nie Post.
9. Ihr bietet ja auch an, Euch für Küchenlesungen zu buchen. Wird das überhaupt oft in Anspruch genommen? Also, ich hätte das wahrscheinlich auch schon einmal in Erwägung gezogen, wenn ich nicht überall dort, wo ich gerade wohne, eine viel zu kleine Küche für derlei Veranstaltungen zur Verfügung hätte.
Steffi: Ha, die Ausrede lassen wir nicht gelten, Herr Ridder. Da lesen Sie doch mal das Kleingedruckte: Wir lesen, wo Sie wollen. Also zur Not auch in der Waschküche. Und ja, die Leute stehen drauf. Und wir auch.
Volker: Auch wenn es eng wird, kann es ja gemütlich sein.
Sacha: Küchenlesungen sind die perfekte Unterhaltung in einem Raum, den jede Wohnung hat. Sollte jeder mal ausprobieren. Wir sind aber auch so unglaublich charmant. Das ist fast nicht zum Aushalten. Manchmal müssen wir uns gegenseitig darauf aufmerksam machen, dass wir nicht zu charmant werden.
Aha. Gut, ich werd' Mischa beizeiten mal darauf ansprechen. Aber dann muss Sacha - fürchte ich - auf der Herdplatte sitzen...
10. Wie geht’s jetzt weiter mit „Sitzen73“? In Bielefeld seid Ihr bereits regelmäßig zu sehen und zu hören, in Gütersloh evtl. demnächst auch, der WDR hat Euch auch schon in der Küche gezeigt. Habt Ihr noch irgendwelche größenwahnsinnigen Projekte oder Ideen für die Zukunft, die uns den Atem verschlagen werden?
Steffi: Das mit dem WDR und der Küche – ist das ein Seitenhieb? Der gebührt dann aber eher Michael Thamm, als uns… Ich persönlich träume ja davon, bei Zimmerfrei eingeladen zu werden. Falls also jemand da Beziehungen hat… (siehe auch Frage 4)
Volker: Ich gehe im Dezember mit Jens Kirschneck neun Tage auf Lesereise. Ob ich danach noch für Projekte zu gebrauchen bin, wird sich rausstellen müssen. Am 23.12. wird Sitzen 73 im Lichtwerk-Kino eine Weihnachtslesung geben. Mit Gästen. Lohnt sich bestimmt. Ich selbst werde auch hingehen, denke ich. Ansonsten würde ich vielleicht gerne einmal einen Tag lang bei einem Zerspannungsmechaniker hospitieren. Oder auf einer Bohrinsel.
Sacha: Projekte sind so Jahrtausendwende. Darauf möchte ich nicht antworten.
So, ich denke, es ist erstmal gut. Und das mit dem WDR war allerdings nicht als Seitenhieb zu verstehen. Wir sehen uns dann ja heute Abend.
Wie gesagt: 20 Uhr, Café Schlösschen am Niederwall. Eintritt frei.
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