Ihr kriegt uns hier nicht raus!
Verfasst von mischa_verollet am 13. Apr, 06:52
Ich gebe zu, ich kann mit dem Konstrukt Kirche nicht viel anfangen. Und wenn, dann in Form eines Fußballstadions. Dennoch haben die Hausbesetzer der Paul-Gerhardt-Gemeinde meine vollste Sympathie und moralische Unterstützung.
Seit Wochen hält eine kleine, aber kampfeswillige Gruppe ihre Kirche besetzt. Hintergrund ist der Verkauf des Gebäudes an die jüdische Kultusgemeinde, die die Kirche in eine Synagoge verwandeln möchte, was von der Evangelischen Kirche unterstützt wird. Gegen die jüdische Kultusgemeinde als Solches ist der Protest nicht gerichtet. "Wir haben überhaupt nichts gegen Juden", hält Gemeindemitglied Claus Grünhoff dagegen. "Wir würden gerne unser Gemeindehaus teilen und schlagen ein benachbartes Baugrundstück für eine neue Synagoge vor."
Die Gründe sind einfach: Der Umzug der Gemeinde kostet zu viel, zudem waren in der NW den Aussagen einiger älterer Gemeindemitglieder zu entnehmen, dass der von ihnen geliebte Gang zur Kirche durch den Umzug um ein Vielfaches erschwert würde. Desweiteren wird ua. beklagt, "dass der gesamte Entscheidungsfindungsprozess ohne Transparenz, ohne den Versuch eines gemeinsamen Weges, undemokratisch und unchristlich gelaufen ist, dass die Hirten nicht ihrer Pflicht nachkommen, die Gemeindeglieder im Glauben zu stärken, sondern sie im Gegenteil vor den Kopf stoßen und dass dass mit dem Ende des gottesdienstlichen Lebens dem Paul-Gerhardt-Bezirk das Herzstück aller gemeindlichen Arbeit genommen wird." Wie bereits erwähnt, bin ich kein Kirchenmensch, aber das sind alles Gründe, die ich vom menschlichen Aspekt her absolut nachvollziehen kann.
Eine Einigung ist nicht in Sicht. Die evangelische Kirche aber lässt sich dieses Verhalten nicht bieten, und hat neben einer Anzeige auch weitere Repressalien nicht nur angedroht, sondern auch schon umgesetzt, wie das Blog der Besetzer der Paul-Gerhardt-Kirche dokumentiert:
Der Präses Alfred Buß Bielefeld spricht mit der Justizministerin des Landes NRW – statt mit uns – um Druck auf einen aktiven Richter auszuüben. Das Gleiche geschieht über die lippische Landeskirche, um einen pensionierten Pfarrer einzuschüchtern.
Die Superintendentin Regine Burg Bielefeld fordert Demokratie ein und lässt nicht demokratisch legitimierte Personen wichtige Entscheidungen fällen.
Der Seelsorger der Gemeinde Alfred Menzel schließt die Toiletten zu.
Der Seelsorger stellt Strafantrag gegen seine Gemeindeglieder.
Die Seelsorger verängstigen Gemeindeglieder, welche die „private“ Kirche besuchen wollen, mit „Rechtsbruch“.
Am 5.4.07 überbrachte ein Lokalpolitiker eine Spende über 50 € von einem älteren Gemeindeglied. Sie hatte Bedenken es selbst zu überbringen, da sie Repressalien seitens der Seelsorger fürchtet.
Die Superintendentin nimmt im Gegensatz hier Stellung.
Wie gesagt, meine Sympathien gelten den Besetzern. Natürlich ist das Ganze illegal, aber in diesen konformistischen Zeiten ist es eine Wonne, dass es noch Menschen mit Idealen und Zivilcourage gibt, die bereit sind, auf friedlichem Wege ihre Ziele durchzusetzen. Das sparrenblog wünscht alles Gute! Mach et, Mahatma! Oder, um es mit Rio zu halten:
"Wir schreien's laut,
Ihr kriegt uns hier nicht raus,
Das ist unser Haus!"
Seit Wochen hält eine kleine, aber kampfeswillige Gruppe ihre Kirche besetzt. Hintergrund ist der Verkauf des Gebäudes an die jüdische Kultusgemeinde, die die Kirche in eine Synagoge verwandeln möchte, was von der Evangelischen Kirche unterstützt wird. Gegen die jüdische Kultusgemeinde als Solches ist der Protest nicht gerichtet. "Wir haben überhaupt nichts gegen Juden", hält Gemeindemitglied Claus Grünhoff dagegen. "Wir würden gerne unser Gemeindehaus teilen und schlagen ein benachbartes Baugrundstück für eine neue Synagoge vor."
Die Gründe sind einfach: Der Umzug der Gemeinde kostet zu viel, zudem waren in der NW den Aussagen einiger älterer Gemeindemitglieder zu entnehmen, dass der von ihnen geliebte Gang zur Kirche durch den Umzug um ein Vielfaches erschwert würde. Desweiteren wird ua. beklagt, "dass der gesamte Entscheidungsfindungsprozess ohne Transparenz, ohne den Versuch eines gemeinsamen Weges, undemokratisch und unchristlich gelaufen ist, dass die Hirten nicht ihrer Pflicht nachkommen, die Gemeindeglieder im Glauben zu stärken, sondern sie im Gegenteil vor den Kopf stoßen und dass dass mit dem Ende des gottesdienstlichen Lebens dem Paul-Gerhardt-Bezirk das Herzstück aller gemeindlichen Arbeit genommen wird." Wie bereits erwähnt, bin ich kein Kirchenmensch, aber das sind alles Gründe, die ich vom menschlichen Aspekt her absolut nachvollziehen kann.
Eine Einigung ist nicht in Sicht. Die evangelische Kirche aber lässt sich dieses Verhalten nicht bieten, und hat neben einer Anzeige auch weitere Repressalien nicht nur angedroht, sondern auch schon umgesetzt, wie das Blog der Besetzer der Paul-Gerhardt-Kirche dokumentiert:
Der Präses Alfred Buß Bielefeld spricht mit der Justizministerin des Landes NRW – statt mit uns – um Druck auf einen aktiven Richter auszuüben. Das Gleiche geschieht über die lippische Landeskirche, um einen pensionierten Pfarrer einzuschüchtern.
Die Superintendentin Regine Burg Bielefeld fordert Demokratie ein und lässt nicht demokratisch legitimierte Personen wichtige Entscheidungen fällen.
Der Seelsorger der Gemeinde Alfred Menzel schließt die Toiletten zu.
Der Seelsorger stellt Strafantrag gegen seine Gemeindeglieder.
Die Seelsorger verängstigen Gemeindeglieder, welche die „private“ Kirche besuchen wollen, mit „Rechtsbruch“.
Am 5.4.07 überbrachte ein Lokalpolitiker eine Spende über 50 € von einem älteren Gemeindeglied. Sie hatte Bedenken es selbst zu überbringen, da sie Repressalien seitens der Seelsorger fürchtet.
Die Superintendentin nimmt im Gegensatz hier Stellung.
Wie gesagt, meine Sympathien gelten den Besetzern. Natürlich ist das Ganze illegal, aber in diesen konformistischen Zeiten ist es eine Wonne, dass es noch Menschen mit Idealen und Zivilcourage gibt, die bereit sind, auf friedlichem Wege ihre Ziele durchzusetzen. Das sparrenblog wünscht alles Gute! Mach et, Mahatma! Oder, um es mit Rio zu halten:
"Wir schreien's laut,
Ihr kriegt uns hier nicht raus,
Das ist unser Haus!"
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