Herzlichen Glückwunsch, Jan Miska


Oekter-NW-Werbung

Denn besser kann man seinen Job als Produkt-PR-Mann bei Oetker wirklich nicht machen: Das neue Produkt nicht nur samt des Unternehmenslogos promiment überregional auf der Titelseite der NW platziert, sondern auch noch einen PR-Text samt Foto im Lokalteil untergebracht. Und das sogar noch bevor das Produkt in das Sortiment Ihres Online-Auftrittes aufgenommen wird. Respekt!

Schätzungsweise über 10.000 Euro haben Sie Ihrem Unternehmen so an Anzeigenkosten gespart. Und geschickter hätte der beste Mediengestalter die entsprechenden Anzeigen nicht stricken können: Das allbekannte Logo über die komplette Bildbreite gesetzt und das Produkt selbst von einem freundlich dreinblickenden blonden Frollein neckisch ins rechte Licht gerückt. Die ganz schweren Marketing-Geschütze ziehen Sie also auf, um dann im dazugehörigen PR-Text im Lokalteil alle werbetextlichen Register zu ziehen - und zwar direkt in den ersten Zeilen: "Salami, Schinken und Champignons sorgen für kräftig-rustikales Aroma. Die dünne Schicht cremig gerührter Tomatensauce legt eine Spur lieblicher Süße darüber." Aber das ist natürlich noch nicht alles! Denn nicht unerwähnt bleiben darf die Tatsache, dass "ökologisch korrekte Backstube" der Oetker-eigene Betrieb in Willich ausgewählt wurde - ja, die von Oetker haben es auf der ganzen Bio-Linie lang und schmutzig raus! Kein Wunder, dass die NW folglich begeistert von einem "durch und durch grünen Produkt" spricht. Bei diesem Umfang war die Online-Werbung dann bestimmt mit drin, oder?

Herzlichen Glückwunsch, Jan Miska! Das ist Unternehmens-PR in Reinkultur. Und Ihnen kann man beim besten Willen keinen Vorwurf machen, schließlich haben Sie nur Ihren Job erledigt. Was man von den verantwortlichen Redakteuren leider nicht sagen kann. Sie wären mit dieser journalistischen Meisterleistung bei einem Anzeigenblättchen eindeutig besser aufgehoben!

Aber die dem Leser als Content aufgemachten PR-Anzeigen mal außen vor lassend, bleibt noch eine Frage bezüglich des Bio-Gütesiegels. Eine der Bedingungen für die Vergabe des sechseckigen Biosiegels ist eine "Produktion im Einklang mit der Natur". Da auch Fleisch mit Biosiegel verkauft wird, stellt sich hier die Frage, inwiefern das industrielle Schlachten von Tieren - und, machen wir uns nichts vor, "Bio" ist mittlerweile eine Industrie - im Einklang mit der Natur ist.

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