Herzlichen Glückwunsch, Jan Miska
Verfasst von mischa_verollet am 11. Apr, 15:00

Denn besser kann man seinen Job als Produkt-PR-Mann bei Oetker wirklich nicht machen: Das neue Produkt nicht nur samt des Unternehmenslogos promiment überregional auf der Titelseite der NW platziert, sondern auch noch einen PR-Text samt Foto im Lokalteil untergebracht. Und das sogar noch bevor das Produkt in das Sortiment Ihres Online-Auftrittes aufgenommen wird. Respekt!
Schätzungsweise über 10.000 Euro haben Sie Ihrem Unternehmen so an Anzeigenkosten gespart. Und geschickter hätte der beste Mediengestalter die entsprechenden Anzeigen nicht stricken können: Das allbekannte Logo über die komplette Bildbreite gesetzt und das Produkt selbst von einem freundlich dreinblickenden blonden Frollein neckisch ins rechte Licht gerückt. Die ganz schweren Marketing-Geschütze ziehen Sie also auf, um dann im dazugehörigen PR-Text im Lokalteil alle werbetextlichen Register zu ziehen - und zwar direkt in den ersten Zeilen: "Salami, Schinken und Champignons sorgen für kräftig-rustikales Aroma. Die dünne Schicht cremig gerührter Tomatensauce legt eine Spur lieblicher Süße darüber." Aber das ist natürlich noch nicht alles! Denn nicht unerwähnt bleiben darf die Tatsache, dass "ökologisch korrekte Backstube" der Oetker-eigene Betrieb in Willich ausgewählt wurde - ja, die von Oetker haben es auf der ganzen Bio-Linie lang und schmutzig raus! Kein Wunder, dass die NW folglich begeistert von einem "durch und durch grünen Produkt" spricht. Bei diesem Umfang war die Online-Werbung dann bestimmt mit drin, oder?
Herzlichen Glückwunsch, Jan Miska! Das ist Unternehmens-PR in Reinkultur. Und Ihnen kann man beim besten Willen keinen Vorwurf machen, schließlich haben Sie nur Ihren Job erledigt. Was man von den verantwortlichen Redakteuren leider nicht sagen kann. Sie wären mit dieser journalistischen Meisterleistung bei einem Anzeigenblättchen eindeutig besser aufgehoben!
Aber die dem Leser als Content aufgemachten PR-Anzeigen mal außen vor lassend, bleibt noch eine Frage bezüglich des Bio-Gütesiegels. Eine der Bedingungen für die Vergabe des sechseckigen Biosiegels ist eine "Produktion im Einklang mit der Natur". Da auch Fleisch mit Biosiegel verkauft wird, stellt sich hier die Frage, inwiefern das industrielle Schlachten von Tieren - und, machen wir uns nichts vor, "Bio" ist mittlerweile eine Industrie - im Einklang mit der Natur ist.
49 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Claus (Gast) - 11. Apr, 15:31
Sehr schön beobachtet! Wenn er auch vermutlich gar nicht so viel gespart hat, da für solche Veröffentlichungen oft viel Geld bezahlt werden muss.
Eigentlich eine Frechheit, dass der Leser mit dem Kauf der Tageszeitung für die Werbung im redaktionellen Bereich bezahlt. Denn eins haben Sie mit Ihrer Analyse gut erkannt: Der journalistische Nährwert des Artikels ist gleich null, das ist 100 % PR!
Übrigens eine schöne lokale Paralle zum Calvin Klein-Blog-Skandal!
Eigentlich eine Frechheit, dass der Leser mit dem Kauf der Tageszeitung für die Werbung im redaktionellen Bereich bezahlt. Denn eins haben Sie mit Ihrer Analyse gut erkannt: Der journalistische Nährwert des Artikels ist gleich null, das ist 100 % PR!
Übrigens eine schöne lokale Paralle zum Calvin Klein-Blog-Skandal!
Jan (Gast) - 11. Apr, 15:46
Es ist krass, wie sensibilisiert man für Werbung ist... mir ist das gar nicht aufgefallen heute morgen. Aber ich hab's mir grad noch mal angeschaut und ihr habt vielleicht recht.
mischa_verollet - 11. Apr, 20:52
Es ist nicht ganz eine Parallele, lieber Claus. Die Calvin Klein-Werbung wurde in fremden Medien gepostet. Bei der NW allerdings handelt es sich zwar wie beschrieben in unseren Augen um Schleichwerbung, die aber in der eigenen Publikation. Ein wichtiger Unterschied!
Lisa (Gast) - 11. Apr, 15:53
Bin ja mal gespannt, ob ihr nach diesem Beitrag je wieder im NW-Blogspot erwähnt werdet... ;))))
Lothar Schmalen (Gast) - 11. Apr, 20:17
Das muss mal gesagt werden
(Hier spricht der Lokalchef der NW) Dr. Oetker, Bielefelds einzige Weltfirma, erwirtschaftet mit Pizza weltweit 500 Millionen (!) Euro Umsatz. Selbst in Italien, dem Ursprungsland unserer geliebten und mindestens einmal am Schreibtisch verschlungenen Pizza, ist Oetker inzwischen Pizza-Marktführer. In Bielefeld arbeiten 1.800 Menschen bei Oetker. Was bitte schön soll denn eigentlich sonst unsere journalistische Aufgabe sein, wenn nicht zu beobachten, zu analysen und darüber zu berichten, wie die Firma Oetker mit ihrem bei weitem wichtigsten Produkt umgeht?? Leute, bitte künftig einmal kurz nachdenken, bevor ihr die NW-Lokalredaktion für dümmer verkauft als sie ist.
Ob der "sparrenblog" nach der Kritik an unserer Oetker-Berichterstattung weiter im NW-Blogspot vorkommt? Hey, wenn wir so kleinkariert wären, hätten wir den Blogspot gar nicht erfunden!!
Ob der "sparrenblog" nach der Kritik an unserer Oetker-Berichterstattung weiter im NW-Blogspot vorkommt? Hey, wenn wir so kleinkariert wären, hätten wir den Blogspot gar nicht erfunden!!
Jan (Gast) - 11. Apr, 20:27
Wow!
Da ziehe ich meinen Hut. Dass Sie hier Stellung beziehen, beeindruckt mich! Respekt!
cos (Gast) - 11. Apr, 21:07
Bizza?
Allerdings schafft es das Sparrenblog nur ins nächste Blogspot, wenn wir dort das heiß ersehnte "B" vom Bielefeld-ABC präsentieren können. Oder Teil II von "Rouven Ridder im Gespräch mit Marc Tönsing".
mischa_verollet - 11. Apr, 21:31
Sehr geehrter Herr Schmalen,
vorab ein herzliches Willkommen im sparrenblog, ich freue mich sehr, dass Sie auf unseren Beitrag und unsere Kritik antworten. Ich schließe mich Jan an, und ziehe meinen Hut.
Natürlich ist Berichterstattung über lokale Firmen - vor allem, wenn sie in solch einer Form "von Welt" sind, wie die Oetker-Gruppe - legitim und wünschenswert und von Interesse für den Leser. Die Berichterstattung über Dr. Oetker im Allgemeinen kritisieren wir auch nicht. An dieser Stelle ein kleiner Exkurs: Die komplette Berichterstattung des Ablebens von Herrn Oetker gehörte zu den Highlights Ihrer Zeitung der letzten Jahre. Sämtliche Artikel habe ich mit großem Interesse gerne gelesen. Aber zurück zum aktuellen Artikel. Es ist in diesem Falle die Form, die wir kritisieren. Und ich wiederhole: Das war Product Placement, wie es besser nicht geht, was ich nicht nur anhand der benannten Bilder, sondern auch der zitierten Textpassagen belegt zu haben meine. Das ist natürlich meine subjektive Vermutung, aber ich bleibe dabei. Anders und absichtlich überspitzt ausgedrückt: 75 % des Inhalts hätte der Leser auch einer entsprechenden Anzeige und / oder dem Pressetext entnehmen können.
Was Ihre journalistische Aufgabe angeht, steht es mir natürlich in keinster Weise zu, Ihnen irgendetwas vorzuschreiben. Ich bin a) kein Journalist und b) haben Sie mir in Ihrer Position vieles an Erfahrung voraus. Um aber dennoch auf Ihre (eventuell rhetorisch gemeinte?) Frage einzugehen: Mein Basisverständnis von investigativem Journalismus wurde stark durch Ihren Mitarbeiter Kurt Ehmke geprägt, bei dem ich im Rahmen meiner Tätigkeit für die Jugendseite J2 und anschließend als freier Mitarbeiter "in die Lehre" gegangen bin. Kurt hat uns immer dazu angehalten, kritisch und aufgeschlossen mit dem Objekt unserer Recherche umzugehen, alles im positiven Sinne zu hinterfragen. Vielleicht bin ich ein Träumer, aber das zählt für mich bis heute immer zum A und O. Und deckt sich mit Ihrer Aussage, beobachten, analysieren und darüber berichten zu wollen. Dazu gehört das investigative Hinterfragen. Manchmal ist das natürlich nicht notwendig, wie zum Beispiel bei einem solchen Produkt wie dem von Dr. Oetker. Dann ist eine ausnahmslos positive Berichterstattung meiner Meinung nach völlig OK. In meinen Augen hat der Oetker-Artikel an manchen Stellen heute aber diesen Rahmen verlassen und stark die Grenzen der Schleichwerbung touchiert, wenn nicht sogar überschritten (siehe Zitate). Gepaart mit den Bildern ergibt das insgesamt den Eindruck geschickten Product-Placements. Und nichts anderes habe ich kritisieren wollen. Dass es zuweilen dann doch recht polemisch klingt liegt am blogtechnischen Ansatz, ich hoffe, das sehen Sie uns nach. Das ist nun mal das blogtechnische Privileg, uneingeschränkt subjektiv sein zu dürfen :)
Eins möchte ich zum Abschluss klarstellen: Mit meinem Artikel wollte ich der NW keine finanziellen Vorteile durch dieses Product Placement unterstellen. Die Aufbereitung des Oetker-Artikels halte ich dennoch für ungeschickt. Nicht mehr, und nicht weniger, vielleicht können wir uns ja darauf einigen!
Vielen Dank noch mal für Ihren Besuch und Ihre Stellungnahme, ich hoffe, Sie beehren uns wieder!
Viele Grüße,
Mischael-Sarim Vérollet
Natürlich ist Berichterstattung über lokale Firmen - vor allem, wenn sie in solch einer Form "von Welt" sind, wie die Oetker-Gruppe - legitim und wünschenswert und von Interesse für den Leser. Die Berichterstattung über Dr. Oetker im Allgemeinen kritisieren wir auch nicht. An dieser Stelle ein kleiner Exkurs: Die komplette Berichterstattung des Ablebens von Herrn Oetker gehörte zu den Highlights Ihrer Zeitung der letzten Jahre. Sämtliche Artikel habe ich mit großem Interesse gerne gelesen. Aber zurück zum aktuellen Artikel. Es ist in diesem Falle die Form, die wir kritisieren. Und ich wiederhole: Das war Product Placement, wie es besser nicht geht, was ich nicht nur anhand der benannten Bilder, sondern auch der zitierten Textpassagen belegt zu haben meine. Das ist natürlich meine subjektive Vermutung, aber ich bleibe dabei. Anders und absichtlich überspitzt ausgedrückt: 75 % des Inhalts hätte der Leser auch einer entsprechenden Anzeige und / oder dem Pressetext entnehmen können.
Was Ihre journalistische Aufgabe angeht, steht es mir natürlich in keinster Weise zu, Ihnen irgendetwas vorzuschreiben. Ich bin a) kein Journalist und b) haben Sie mir in Ihrer Position vieles an Erfahrung voraus. Um aber dennoch auf Ihre (eventuell rhetorisch gemeinte?) Frage einzugehen: Mein Basisverständnis von investigativem Journalismus wurde stark durch Ihren Mitarbeiter Kurt Ehmke geprägt, bei dem ich im Rahmen meiner Tätigkeit für die Jugendseite J2 und anschließend als freier Mitarbeiter "in die Lehre" gegangen bin. Kurt hat uns immer dazu angehalten, kritisch und aufgeschlossen mit dem Objekt unserer Recherche umzugehen, alles im positiven Sinne zu hinterfragen. Vielleicht bin ich ein Träumer, aber das zählt für mich bis heute immer zum A und O. Und deckt sich mit Ihrer Aussage, beobachten, analysieren und darüber berichten zu wollen. Dazu gehört das investigative Hinterfragen. Manchmal ist das natürlich nicht notwendig, wie zum Beispiel bei einem solchen Produkt wie dem von Dr. Oetker. Dann ist eine ausnahmslos positive Berichterstattung meiner Meinung nach völlig OK. In meinen Augen hat der Oetker-Artikel an manchen Stellen heute aber diesen Rahmen verlassen und stark die Grenzen der Schleichwerbung touchiert, wenn nicht sogar überschritten (siehe Zitate). Gepaart mit den Bildern ergibt das insgesamt den Eindruck geschickten Product-Placements. Und nichts anderes habe ich kritisieren wollen. Dass es zuweilen dann doch recht polemisch klingt liegt am blogtechnischen Ansatz, ich hoffe, das sehen Sie uns nach. Das ist nun mal das blogtechnische Privileg, uneingeschränkt subjektiv sein zu dürfen :)
Eins möchte ich zum Abschluss klarstellen: Mit meinem Artikel wollte ich der NW keine finanziellen Vorteile durch dieses Product Placement unterstellen. Die Aufbereitung des Oetker-Artikels halte ich dennoch für ungeschickt. Nicht mehr, und nicht weniger, vielleicht können wir uns ja darauf einigen!
Vielen Dank noch mal für Ihren Besuch und Ihre Stellungnahme, ich hoffe, Sie beehren uns wieder!
Viele Grüße,
Mischael-Sarim Vérollet
mischa_verollet - 11. Apr, 21:32
@cos:
Kommt :) Allerdings war ich in der letzten Woche vollauf beschäftigt, siehe hier: http://sparrenblog.twoday.net/stories/3541304/
Jetzt kann ich mich auch wieder dem ABC widmen! Versprochen!
Jetzt kann ich mich auch wieder dem ABC widmen! Versprochen!
Puddingtown-Bikes (Gast) - 11. Apr, 22:07
Ist denn die NW nicht die Zeitung Bielefelds?
Und Oetker ist wohl ein Teil von Bielefeld wie wenige andere Unternehmen?!
Warum sollen die dann nicht in "der" Zeitung in Bielefeld auch ihre neuen Produkte vortsellen.
Ich war ganz froh, dass die NW einen Artikel gebracht hat als wir unseren Laden aufegemacht haben. Das geht vielen anderen Unternehmen wohl ganz ähnlich, oder? Du wirst doch auch gerne im Blogspot erwähnt, oder?!
Warum sollen die dann nicht in "der" Zeitung in Bielefeld auch ihre neuen Produkte vortsellen.
Ich war ganz froh, dass die NW einen Artikel gebracht hat als wir unseren Laden aufegemacht haben. Das geht vielen anderen Unternehmen wohl ganz ähnlich, oder? Du wirst doch auch gerne im Blogspot erwähnt, oder?!
mischa_verollet - 11. Apr, 22:16
Hallo Puddingtowner! Völlig richtig, Oetker ist Teil Bielefelds. Habe das ja auch in meiner Antwort auf den Beitrag von Herrn Schmalen ausführlicher geschrieben.
Aber ist der redaktionelle Teil einer Zeitung wirklich dafür da, Produkte zu präsentieren? Ich meine, vor allem bei einem Unternehmen dieser Größe, das sich Werbung ohne Weiteres leisten kann (und tut)?
Im Falle eures Ladens (oder auch des sparrenblogs im blogspot) sehe ich es übrigens anders: Kleine Firmen wie ihr (oder blogs wie wir) seid auf diese PR angewiesen, zumal ihr ja nicht eh schon bekannt seid. Sprich: Auch der Leser hat einen Mehrwert, denn er lernt euch kennen. Aber die Pizza einer Firma wie Oetker, selbst wenn sie Bio ist: Muss die wirklich explizit redaktionell vorgestellt werden? Es ist in meinen Augen wirklich ein großer Unterschied, ob das Produkt einer Firma Oetker promotet oder die innovativen Fahrräder einer Zwei-Mann-Firma im Bielefelder Westen vorgestellt wird.
Vielleicht sehe ich das ja wirklich falsch, aber ich bleibe weiterhin dabei ;)
Aber ist der redaktionelle Teil einer Zeitung wirklich dafür da, Produkte zu präsentieren? Ich meine, vor allem bei einem Unternehmen dieser Größe, das sich Werbung ohne Weiteres leisten kann (und tut)?
Im Falle eures Ladens (oder auch des sparrenblogs im blogspot) sehe ich es übrigens anders: Kleine Firmen wie ihr (oder blogs wie wir) seid auf diese PR angewiesen, zumal ihr ja nicht eh schon bekannt seid. Sprich: Auch der Leser hat einen Mehrwert, denn er lernt euch kennen. Aber die Pizza einer Firma wie Oetker, selbst wenn sie Bio ist: Muss die wirklich explizit redaktionell vorgestellt werden? Es ist in meinen Augen wirklich ein großer Unterschied, ob das Produkt einer Firma Oetker promotet oder die innovativen Fahrräder einer Zwei-Mann-Firma im Bielefelder Westen vorgestellt wird.
Vielleicht sehe ich das ja wirklich falsch, aber ich bleibe weiterhin dabei ;)
Dominik Schwarz (Gast) - 11. Apr, 23:21
Danke an Mischa für die niedergeschriebenen Gedanken, die auch ich heute morgen hatte.
Sehr geehrter Herr Schmalen,
auch Ihre Leser sollten Sie nicht dür dümmer verkaufen als sie sind. Mit Betroffenheit lese ich Ihre Aussage, dass Sie Ihre journalistische Aufgabe im "beobachten [und] analysieren" sehen, aber den heutigen Artikel damit meinen. Ein Stockfoto aus einer PR-Abteilung in derartiger Größe auf der Titelseite abzudrucken und es als journalistische Leistung präsentieren zu wollen - das hat nichts mehr mit selbiger zu tun.
Lokalpatriotismus in aller Ehren, selbst wenn es sogar 505 Millionen Umsatz wären: Es handelt sich um eine Produkteinführung! Eine Biopizza mit - wow - "kräftig-rustikalem Aroma" und - hmmm - "cremig gerührter Tomatensauce". Geil. Und dass die wirklich toll schmeckt - ich hege keine Zweifel! Aber mit was muss ich rechnen, wenn Oetker sich entschließt, plötzlich 20% mehr Tomate auf die Pizzen zu packen? Nur einen Leitartikel? Oder doch "WIR SIND POMODORI"?
Nein, mit Journalismus hat diese Satire das natürlich nichts mehr zu tun. Die Form (!) der heutigen Berichterstattung jedoch genau so wenig. Bleibt zu hoffen, dass die Kritik daran nicht nur angenommen sondern auch beherzigt wird.
Mit freundlichem Gruß
Dominik Schwarz
Sehr geehrter Herr Schmalen,
auch Ihre Leser sollten Sie nicht dür dümmer verkaufen als sie sind. Mit Betroffenheit lese ich Ihre Aussage, dass Sie Ihre journalistische Aufgabe im "beobachten [und] analysieren" sehen, aber den heutigen Artikel damit meinen. Ein Stockfoto aus einer PR-Abteilung in derartiger Größe auf der Titelseite abzudrucken und es als journalistische Leistung präsentieren zu wollen - das hat nichts mehr mit selbiger zu tun.
Lokalpatriotismus in aller Ehren, selbst wenn es sogar 505 Millionen Umsatz wären: Es handelt sich um eine Produkteinführung! Eine Biopizza mit - wow - "kräftig-rustikalem Aroma" und - hmmm - "cremig gerührter Tomatensauce". Geil. Und dass die wirklich toll schmeckt - ich hege keine Zweifel! Aber mit was muss ich rechnen, wenn Oetker sich entschließt, plötzlich 20% mehr Tomate auf die Pizzen zu packen? Nur einen Leitartikel? Oder doch "WIR SIND POMODORI"?
Nein, mit Journalismus hat diese Satire das natürlich nichts mehr zu tun. Die Form (!) der heutigen Berichterstattung jedoch genau so wenig. Bleibt zu hoffen, dass die Kritik daran nicht nur angenommen sondern auch beherzigt wird.
Mit freundlichem Gruß
Dominik Schwarz
Dominik Schwarz (Gast) - 12. Apr, 00:40
Nachtrag: Ich muss mich korrigieren. Was da wie ein unheimlich gutes Stockfoto der PR-Abteilung aussieht ist tatsächlich garkeines sondern ein journalistisch erstelltes Foto, was nur so aussieht, als sei es das unheimlich gute Stockfoto der PR-Abteilung. Mein Fehler.
Björn W. (Gast) - 12. Apr, 07:22
@Mischa und Dominik:
Sehr gut argumentiert und dokumentiert. Hier auch noch mal ein Hinweis auf den begleitenden Beitrag von Dominik in seinem Blog zum Pressekodex:
http://www.grenzschicht.com/blog/2007/04/12/schwer-verdaubar/
Eine gute Diskussion hier!
http://www.grenzschicht.com/blog/2007/04/12/schwer-verdaubar/
Eine gute Diskussion hier!
Wolfgang (Gast) - 12. Apr, 08:23
Auch wenn ein Unternehmen wie Oetker so viel für die Stadt getan hat, darf eine Tageszeitung auf keinen Fall zu einem Werbeblättchen verkommen. Da bin ich altmodisch!
Herm (Gast) - 12. Apr, 09:03
Eben, sonst ist es irgendwann um den ernsthaften und vor allem glaubwürdigen Journalismus geschehen. Wie sowas im schlimmsten Falle aussehen kann sieht man zB hier.
mischa_verollet - 13. Apr, 06:29
@Herm: Das ist exakt das Problem an der Sache - die Glaubwürdigkeit geht flöten!
Stefanie (Gast) - 12. Apr, 09:23
Pressekodex
Herr Schmalen, ich bin mir sicher, dass Sie den Pressekodex kennen. Trotzdem hier noch mal zur Erinnerung
Richtlinie 7.2 - Schleichwerbung sagt: " Redaktionelle Veröffentlichungen, die auf Unternehmen, ihre Erzeugnisse, Leistungen oder Veranstaltungen hinweisen, dürfen nicht die Grenze zur Schleichwerbung überschreiten. Eine Überschreitung liegt insbesondere nahe, wenn die Veröffentlichung über ein begründetes öffentliches Interesse oder das Informationsinteresse der Leser hinausgeht oder von dritter Seite bezahlt bzw. durch geldwerte Vorteile belohnt wird."
Über geldwerte Vorteile weiß ich in dem Fall nichts, denke mir aber meinen Teil, weil ich aus eigener Erfahrung den Druck der Anzeigenkunden kenne (und die Fa. Dr. Oetker ist in der Vergangenheit in dieser Stadt schon öfter durch "Druckmachen" in Erscheinung getreten). Was ich als NW Leser weiß: ICH habe kein Interessen an einer
derartig GROss aufgemachten Meldung. Ein deutlich kleinerer Artikel ohne werbliche Sprach-Attitüden hätte es auch getan - Oetker hin Oetker her. Bio können einige. Manche besser. Viele viel länger.
Die Glaubwürdigkeit der Presse als Informationsquelle gebietet besondere Sorgfalt beim Umgang mit PR-Material.
Richtlinie 7.2 - Schleichwerbung sagt: " Redaktionelle Veröffentlichungen, die auf Unternehmen, ihre Erzeugnisse, Leistungen oder Veranstaltungen hinweisen, dürfen nicht die Grenze zur Schleichwerbung überschreiten. Eine Überschreitung liegt insbesondere nahe, wenn die Veröffentlichung über ein begründetes öffentliches Interesse oder das Informationsinteresse der Leser hinausgeht oder von dritter Seite bezahlt bzw. durch geldwerte Vorteile belohnt wird."
Über geldwerte Vorteile weiß ich in dem Fall nichts, denke mir aber meinen Teil, weil ich aus eigener Erfahrung den Druck der Anzeigenkunden kenne (und die Fa. Dr. Oetker ist in der Vergangenheit in dieser Stadt schon öfter durch "Druckmachen" in Erscheinung getreten). Was ich als NW Leser weiß: ICH habe kein Interessen an einer
derartig GROss aufgemachten Meldung. Ein deutlich kleinerer Artikel ohne werbliche Sprach-Attitüden hätte es auch getan - Oetker hin Oetker her. Bio können einige. Manche besser. Viele viel länger.
Die Glaubwürdigkeit der Presse als Informationsquelle gebietet besondere Sorgfalt beim Umgang mit PR-Material.
spam (Gast) - 12. Apr, 09:33
Beschwerde an den Deutschen Presserat schon raus?
mischa_verollet - 13. Apr, 06:30
Stefanie, dem schließe ich mich an, hundertprozentig!
spam (Gast) - 12. Apr, 09:29
Schundblatt
Das Abschreiben von Unternehmens-PR hat mit Journalismus nichts zu tun; da ist so ziemlich jede Schülerzeitung besser.
Qualitätszeitungen haben übrigens weder (Schleich-)Werbung noch bunte Bilder auf der Titelseite.
Qualitätszeitungen haben übrigens weder (Schleich-)Werbung noch bunte Bilder auf der Titelseite.
mischa_verollet - 13. Apr, 06:31
@spam: auch wenn wir uns in Sachen Schleichwerbung einig sind, mit dem Begriff "Schundblatt" gehe ich nicht d'accord, gerade in Hinblick auf die nicht wirklich bessere Konkurrenz...
Lampe (Gast) - 16. Apr, 10:11
Bitte!
Ein Schundblad ist die NW nun wirklich nicht. Um diese Bezeichnung nach einem Artikel verdient zu haben fehlen folgende Dinge:
1. Gewinnspiel mit 0137-Nr. und SMS Kurzwahl zum Pizza gewinnen.
2. Angriff auf Konkurrenzprodukte.
3. Verletzung der Privatsphäre irgend eines Promis, die eigentlich nichts mit der Sache zu tun hat.
Dann könbnte man vielleicht von Schundblatt reden. Ich mag die NW... aber über solch einen Artikel muss man trotzdem diskutieren!
Es freut mich zu sehen, dass Menschen der NW sich hier beteiligen!
1. Gewinnspiel mit 0137-Nr. und SMS Kurzwahl zum Pizza gewinnen.
2. Angriff auf Konkurrenzprodukte.
3. Verletzung der Privatsphäre irgend eines Promis, die eigentlich nichts mit der Sache zu tun hat.
Dann könbnte man vielleicht von Schundblatt reden. Ich mag die NW... aber über solch einen Artikel muss man trotzdem diskutieren!
Es freut mich zu sehen, dass Menschen der NW sich hier beteiligen!
HRH (Gast) - 12. Apr, 10:11
Ihr seid nicht allein!
cos (Gast) - 12. Apr, 17:01
Bioschinken
"Salami, Schinken und Champignons sorgen für kräftig-rustikales Aroma. Die dünne Schicht cremig gerührter Tomatensauce legt eine Spur lieblicher Süße darüber."
Ok, nehmen wir mal an, diese wundervollen Sätze seien abgeschrieben aus Oetkers Pressemappe.
Oetker macht eine Bio-Pizza (=gesund), und Oetkers Pizzatext beginnt mit Salami und Schinken (=fett). Wahrscheinlich muss das trotz der unfreiwilligen Komik so sein, damit der potenzielle Kunde „Bio“ mit „herzhaft“ assoziiert, nicht mit „Salat“. Sprachlich war die PR-Abteilung nicht in Topform. „...sorgen für...“ ist nicht die eleganteste Lösung, „...geben...“ klänge natürlicher, biomäßiger. Der zweite Satz holpert arg: Die Schicht legt eine Spur (häh?!), und die Soße entfaltet ihr Aroma über dem Schinken! Endlich eine Pizza mit der Soße über dem Schinken.
Als ich gestern morgen die erste Mantel- und Lokalseite der NW angeschaut habe, ist mir das nicht aufgefallen. Ich habe die Bilder wahrgenommen, anhand der Überschrift das neue Produkt verstanden und mangels Interesse weitergeblättert. Die Zeitung hat so viel zu bieten.
Danke, Mischa, für die Zitate! Der Pizzatext wäre mir entgangen. Und mir wäre entgangen, wie er weitergeht. Im übernächsten Satz kommt nämlich der Produktentwickler zu Wort, und dem fällt kein Geschmacksunterschied zwischen „Bio“ und „Ristorante“ auf. Warum soll ich die teure Biopizza kaufen, wenn es geschmacklich eh eine Soße ist (wenn auch eine cremig gerührte)?
Lieber Mischa, ich bin mir nicht sicher, ob Jan Miska glücklich war nach der Zeitungslektüre. Wenn ich mein Leseverhalten reflektiere, dann stelle ich fest, dass mich die Artikel zum Weiterblättern angeregt haben, nicht zum Lesen. Womöglich ärgert Miska sich jetzt, dass er es nicht geschafft hat, den Medien sein Superprodukt in authentischerem Rahmen zu präsentieren und stattdessen den Fotografen eine Blondine mit Pizza vors Firmenlogo gestellt hat. Besser wäre, einen Bielefelder Biobauern vorzuführen, der auf seinen Äckern kaum all die Bio-Wurst anbauen kann, die ihm Oetker jetzt dank der neuen Biopizza abkauft. Wenn ich Oetker wäre, sähe ich mich gerne pfiffiger dargestellt.
Gestern hat mir ein Leser erklärt, ich verstünde keine Ironie. Ein Leser, der sich mit der wundervollen Floskel „Wollte seinem Unmut Luft machen“ beschreiben ließe. „Schleichwerbung“ hatte er auf der ersten Seite gefunden, Skandal. Erst die ARD, jetzt die NW.
Nach einiger Zeit habe ich ihn gefragt, ob er Antworten akzeptiert. Dann habe ich ihm zu erklären versucht, dass dies ein Produkt mit einer Geschichte ist, journalistisch zu rechtfertigen (Oetker! Bio! Pizzaweltmeister! Marktführer in Italien!). Mein Argument, der Artikel sei zu schlecht versteckt für Schleichwerbung, zählte leider nicht. (Er fand das nicht lustig.) Dann habe ich eingeworfen, dass die Platzierung eine Selbstverständlichkeit ist, dass aber diese Form der Darstellung unter Redakteuren kontrovers diskutiert wird.
„Ach, bei Ihnen wird diskutiert. Nicht diktiert. Na, das ist ja schön“, triumphierte er. „Und?“, dachte ich und sagte, dass ich nicht verstehe, was er mir sagen will. Er erklärt mir, dass ich keine Ironie verstehe. Und legt auf.
Ein aufgeregter Mann mit einem Anliegen, das zu Aufregung nicht taugt. Oetker in der Bielefelder Lokalzeitung ist natürlich, kein Skandal. Kein Oetker in der Lokalzeitung, das wäre skandalös. Aber mit so einem Anruf war zu rechnen. Die Leute merken wahrscheinlich, dass im Fernseher auf allen Kanälen Reklame läuft, und jetzt entdecken sie sie auch in der Zeitung. Es gibt, vor allem im TV, jede Menge Beispiele für redaktionelle Einbrüche an der Lobbyfront. Und viele davon taugen allemal zur Aufregung, weil nach und nach journalistische Standards verwischen, die Worte wie „unabhängig“ und „überparteilich“ rechtfertigen.
Oetker kommt in einer Bielefelder Zeitung auf die erste Seite, wohin sonst. Dieser Mechanismus funktioniert, ohne dass Oetker Reklamewünsche äußert, die NW-Redaktion zur Kreuzfahrt einlädt oder zur Lustreise nach Brasilien, weil es in Bielefeld außer Middendorp kein größeres Thema gibt als Oetker. Vielleicht zählt in der Pizzaabteilung gerade ein Mitarbeiter, wieviele Schlagwörter aus Oetkers Handzettel für die Berichterstatter in der Zeitung stehen und berechnet anhand der Schlagwortquote die Werbewirksamkeit oder so. „Salami“ und „Schinken“ gibt bestimmt Extrapunkte. Vielleicht grübelt aber auch Jan Miska, was er tun kann, damit er beim nächsten Mal glaubwürdiger rüberkommt.
@Stefanie, @spam: Der Presserat sieht keinen Anlass einzugreifen. Die Bielefelder Lokalzeitung berichtet über das neue Produkt der Bielefelder Weltfirma, das geht. Die Platzierung (zwei Mal erste Seite) ist aus meiner Sicht nicht diskutabel. Der Pizza-Weltmeister aus Bielefeld mischt jetzt mit Biopizza den Markt auf, das ist eine Seite-1-Geschichte. Die Form (@Dominik Schwarz: D'accord, weitgehend) ist vielleicht nicht die kreativste, vielleicht strotzt das Gesamtwerk auch nicht vor journalistischer Substanz und texthandwerklicher Finesse.
Dennoch: Ich habe dank meiner Zeitung das eine oder andere über Oetkerpizza gelernt. Und mich amüsiert obendrein, was will ich mehr.
Noch einmal, weil es so schön ist:
"Salami, Schinken und Champignons sorgen für kräftig-rustikales Aroma. Die dünne Schicht cremig gerührter Tomatensauce legt eine Spur lieblicher Süße darüber."
Ich mag Pizza. Bevorzugt Schinken-Ei. Bio wäre okay.
Ok, nehmen wir mal an, diese wundervollen Sätze seien abgeschrieben aus Oetkers Pressemappe.
Oetker macht eine Bio-Pizza (=gesund), und Oetkers Pizzatext beginnt mit Salami und Schinken (=fett). Wahrscheinlich muss das trotz der unfreiwilligen Komik so sein, damit der potenzielle Kunde „Bio“ mit „herzhaft“ assoziiert, nicht mit „Salat“. Sprachlich war die PR-Abteilung nicht in Topform. „...sorgen für...“ ist nicht die eleganteste Lösung, „...geben...“ klänge natürlicher, biomäßiger. Der zweite Satz holpert arg: Die Schicht legt eine Spur (häh?!), und die Soße entfaltet ihr Aroma über dem Schinken! Endlich eine Pizza mit der Soße über dem Schinken.
Als ich gestern morgen die erste Mantel- und Lokalseite der NW angeschaut habe, ist mir das nicht aufgefallen. Ich habe die Bilder wahrgenommen, anhand der Überschrift das neue Produkt verstanden und mangels Interesse weitergeblättert. Die Zeitung hat so viel zu bieten.
Danke, Mischa, für die Zitate! Der Pizzatext wäre mir entgangen. Und mir wäre entgangen, wie er weitergeht. Im übernächsten Satz kommt nämlich der Produktentwickler zu Wort, und dem fällt kein Geschmacksunterschied zwischen „Bio“ und „Ristorante“ auf. Warum soll ich die teure Biopizza kaufen, wenn es geschmacklich eh eine Soße ist (wenn auch eine cremig gerührte)?
Lieber Mischa, ich bin mir nicht sicher, ob Jan Miska glücklich war nach der Zeitungslektüre. Wenn ich mein Leseverhalten reflektiere, dann stelle ich fest, dass mich die Artikel zum Weiterblättern angeregt haben, nicht zum Lesen. Womöglich ärgert Miska sich jetzt, dass er es nicht geschafft hat, den Medien sein Superprodukt in authentischerem Rahmen zu präsentieren und stattdessen den Fotografen eine Blondine mit Pizza vors Firmenlogo gestellt hat. Besser wäre, einen Bielefelder Biobauern vorzuführen, der auf seinen Äckern kaum all die Bio-Wurst anbauen kann, die ihm Oetker jetzt dank der neuen Biopizza abkauft. Wenn ich Oetker wäre, sähe ich mich gerne pfiffiger dargestellt.
Gestern hat mir ein Leser erklärt, ich verstünde keine Ironie. Ein Leser, der sich mit der wundervollen Floskel „Wollte seinem Unmut Luft machen“ beschreiben ließe. „Schleichwerbung“ hatte er auf der ersten Seite gefunden, Skandal. Erst die ARD, jetzt die NW.
Nach einiger Zeit habe ich ihn gefragt, ob er Antworten akzeptiert. Dann habe ich ihm zu erklären versucht, dass dies ein Produkt mit einer Geschichte ist, journalistisch zu rechtfertigen (Oetker! Bio! Pizzaweltmeister! Marktführer in Italien!). Mein Argument, der Artikel sei zu schlecht versteckt für Schleichwerbung, zählte leider nicht. (Er fand das nicht lustig.) Dann habe ich eingeworfen, dass die Platzierung eine Selbstverständlichkeit ist, dass aber diese Form der Darstellung unter Redakteuren kontrovers diskutiert wird.
„Ach, bei Ihnen wird diskutiert. Nicht diktiert. Na, das ist ja schön“, triumphierte er. „Und?“, dachte ich und sagte, dass ich nicht verstehe, was er mir sagen will. Er erklärt mir, dass ich keine Ironie verstehe. Und legt auf.
Ein aufgeregter Mann mit einem Anliegen, das zu Aufregung nicht taugt. Oetker in der Bielefelder Lokalzeitung ist natürlich, kein Skandal. Kein Oetker in der Lokalzeitung, das wäre skandalös. Aber mit so einem Anruf war zu rechnen. Die Leute merken wahrscheinlich, dass im Fernseher auf allen Kanälen Reklame läuft, und jetzt entdecken sie sie auch in der Zeitung. Es gibt, vor allem im TV, jede Menge Beispiele für redaktionelle Einbrüche an der Lobbyfront. Und viele davon taugen allemal zur Aufregung, weil nach und nach journalistische Standards verwischen, die Worte wie „unabhängig“ und „überparteilich“ rechtfertigen.
Oetker kommt in einer Bielefelder Zeitung auf die erste Seite, wohin sonst. Dieser Mechanismus funktioniert, ohne dass Oetker Reklamewünsche äußert, die NW-Redaktion zur Kreuzfahrt einlädt oder zur Lustreise nach Brasilien, weil es in Bielefeld außer Middendorp kein größeres Thema gibt als Oetker. Vielleicht zählt in der Pizzaabteilung gerade ein Mitarbeiter, wieviele Schlagwörter aus Oetkers Handzettel für die Berichterstatter in der Zeitung stehen und berechnet anhand der Schlagwortquote die Werbewirksamkeit oder so. „Salami“ und „Schinken“ gibt bestimmt Extrapunkte. Vielleicht grübelt aber auch Jan Miska, was er tun kann, damit er beim nächsten Mal glaubwürdiger rüberkommt.
@Stefanie, @spam: Der Presserat sieht keinen Anlass einzugreifen. Die Bielefelder Lokalzeitung berichtet über das neue Produkt der Bielefelder Weltfirma, das geht. Die Platzierung (zwei Mal erste Seite) ist aus meiner Sicht nicht diskutabel. Der Pizza-Weltmeister aus Bielefeld mischt jetzt mit Biopizza den Markt auf, das ist eine Seite-1-Geschichte. Die Form (@Dominik Schwarz: D'accord, weitgehend) ist vielleicht nicht die kreativste, vielleicht strotzt das Gesamtwerk auch nicht vor journalistischer Substanz und texthandwerklicher Finesse.
Dennoch: Ich habe dank meiner Zeitung das eine oder andere über Oetkerpizza gelernt. Und mich amüsiert obendrein, was will ich mehr.
Noch einmal, weil es so schön ist:
"Salami, Schinken und Champignons sorgen für kräftig-rustikales Aroma. Die dünne Schicht cremig gerührter Tomatensauce legt eine Spur lieblicher Süße darüber."
Ich mag Pizza. Bevorzugt Schinken-Ei. Bio wäre okay.
Greifkunde (Gast) - 12. Apr, 19:09
Die Schönheit der neuen Pizza
käme viel besser rüber, wenn sie dem Leser/Konsumenten nicht in der Verkaufsverpackung hingehalten worden wäre ("sieh her, danach musst du im Supermarkt schauen!").
Darüber hinaus gebe ich 'cos' recht: Das Oetker-Marketing hat einfach versäumt, dem Produkt eine gute Geschichte mitzugeben.
Das Fehlen dieser berichtenswerten Story hat aber die NW nicht abgehalten, der Produktpräsentation eine Aufmacherplatzierung zu geben.
Darüber hinaus gebe ich 'cos' recht: Das Oetker-Marketing hat einfach versäumt, dem Produkt eine gute Geschichte mitzugeben.
Das Fehlen dieser berichtenswerten Story hat aber die NW nicht abgehalten, der Produktpräsentation eine Aufmacherplatzierung zu geben.
mischa_verollet - 13. Apr, 06:48
Lieber Conrad
ich hege bei deinem Posting einen Euphemismus-Verdacht ;)
Wie du anhand deines Lesers siehst, waren wir nicht die Einzigen, denen es sauer aufgestoßen hat. Und ich bin sehr froh darüber, dass die Sensibilisierung doch noch nicht so fortgeschritten ist, trotz Werbeüberlastung im Fernsehen - und die Privaten wollt ihr doch nicht als Maßstab nehmen, oder?
Meine Freundin meinte gestern, dass es ihr ohne den Artikel gar nicht aufgefallen wäre. Im Nachhinein würde es ihr aber auch als störend auffallen. Und vielleicht ist das das Problem: Ich komme aus der Werbung und kenne die Mechanismen. Ottonormalverbraucher aber, dem seit Jahren auf allen Kanälen Werbung für Content verkauft wird, fehlt diese fachliche Qualifizierung, hat aber, wie dein Leser beweist, doch noch die eine oder andere Spürnase dafür, wenn etwas "falsch" ist. Zum Glück!
Ich weiß auch nicht, ob Herr Miska wirklich glücklich ist. Aber: Er hat seinen Job gemacht. Sein Produkt und Unternehmen prominent in der größten regionalen Tageszeitung untergebracht. Die Qualität des Artikels - nennen wir sie hier polemisch "Werbeaussage" - ist dabei zweitrangig. Denn allein schon aufgrund der Größe des Logos und der Größe der dargestellten Produktverpackung ist die Werbepenetranz mehr als zufriedenstellend.
Und noch mal zum Euphemismus-Verdacht: Zu versteckt für Schleichwerbung? Conrad, dann verrate mir bitte - auf Bielefeld bezogen - wo man eine bessere Artikelplatzierung als auf der Titelseite des Mantels UND der Titelseite des Lokalteils bekommen kann???
Ich bleibe auch weiterhin dabei. Absicht oder nicht ist der Artikel Schleichwerbung. Denn, seien wir ehrlich, sooo das dicke und sensationelle Ding ist Bio auch nicht mehr. Und noch mal, es geht nicht darum, dass ich nicht Oetker in der Zeitung sehen will. Ich will bloß keine explizite Produktbewerbung, zumindest nicht in der Größe und Prominenz!
Aber vielleicht können wir uns darauf einigen: Stellt Oetker irgendwann Pizza aus der Tube her, dann werde ich der erste sein, der schreit: "Wo bleibt der Artikel?" Denn das, das wäre eine Sensation. Wenn auch eine Geschmacklose :)
Wie du anhand deines Lesers siehst, waren wir nicht die Einzigen, denen es sauer aufgestoßen hat. Und ich bin sehr froh darüber, dass die Sensibilisierung doch noch nicht so fortgeschritten ist, trotz Werbeüberlastung im Fernsehen - und die Privaten wollt ihr doch nicht als Maßstab nehmen, oder?
Meine Freundin meinte gestern, dass es ihr ohne den Artikel gar nicht aufgefallen wäre. Im Nachhinein würde es ihr aber auch als störend auffallen. Und vielleicht ist das das Problem: Ich komme aus der Werbung und kenne die Mechanismen. Ottonormalverbraucher aber, dem seit Jahren auf allen Kanälen Werbung für Content verkauft wird, fehlt diese fachliche Qualifizierung, hat aber, wie dein Leser beweist, doch noch die eine oder andere Spürnase dafür, wenn etwas "falsch" ist. Zum Glück!
Ich weiß auch nicht, ob Herr Miska wirklich glücklich ist. Aber: Er hat seinen Job gemacht. Sein Produkt und Unternehmen prominent in der größten regionalen Tageszeitung untergebracht. Die Qualität des Artikels - nennen wir sie hier polemisch "Werbeaussage" - ist dabei zweitrangig. Denn allein schon aufgrund der Größe des Logos und der Größe der dargestellten Produktverpackung ist die Werbepenetranz mehr als zufriedenstellend.
Und noch mal zum Euphemismus-Verdacht: Zu versteckt für Schleichwerbung? Conrad, dann verrate mir bitte - auf Bielefeld bezogen - wo man eine bessere Artikelplatzierung als auf der Titelseite des Mantels UND der Titelseite des Lokalteils bekommen kann???
Ich bleibe auch weiterhin dabei. Absicht oder nicht ist der Artikel Schleichwerbung. Denn, seien wir ehrlich, sooo das dicke und sensationelle Ding ist Bio auch nicht mehr. Und noch mal, es geht nicht darum, dass ich nicht Oetker in der Zeitung sehen will. Ich will bloß keine explizite Produktbewerbung, zumindest nicht in der Größe und Prominenz!
Aber vielleicht können wir uns darauf einigen: Stellt Oetker irgendwann Pizza aus der Tube her, dann werde ich der erste sein, der schreit: "Wo bleibt der Artikel?" Denn das, das wäre eine Sensation. Wenn auch eine Geschmacklose :)
Lampe (Gast) - 16. Apr, 10:21
Um mal in die Bresche für COS zu springen und dich zu korregieren Mischa...
Er miente - glaube ich - NICHT VERSTECKT GENUG für Schleichwerbung. Schleichwerbung zeichnet sich dadurch aus... naja... das man nebenbei einen Produktnamen aufschnappt etc. Mit Schleichen hat der Artikel wahrlich nichts gemein! Ist ehr von der Marke "Auf die Fresse".
Er miente - glaube ich - NICHT VERSTECKT GENUG für Schleichwerbung. Schleichwerbung zeichnet sich dadurch aus... naja... das man nebenbei einen Produktnamen aufschnappt etc. Mit Schleichen hat der Artikel wahrlich nichts gemein! Ist ehr von der Marke "Auf die Fresse".
Volkes Stimme (Gast) - 12. Apr, 18:59
Das cos-Phänomen
Ist es eigentlich ein Phänomen unserer Zeit oder gab's das immer schon: Ganz viel labern, ohne was zu sagen und sich dabei supertoll finden? Dieser cos scheint mir der geborene Politiker für Sonntagabend-Talk Shows zu sein - Hauptsache, er taucht hier nicht mehr auf.
Volkes Stimme (Gast) - 12. Apr, 19:02
Lieber Sparrenblog, gute Arbeit!
mischa_verollet - 13. Apr, 06:49
sparrenblog = Demokratie
Cos darf und wird hier auch in Zukunft seine Meinung äußern dürfen wie jeder andere auch, sofern sie nicht beleidigend ist oder gegen geltendes Recht verstößt. Ich danke dir aber für das Lob!
spam (Gast) - 12. Apr, 19:39
Es geht auch um die Art und Weise ...
Hier hat der geneigte Leser aufgrund der Darstellung des Firmenlogos an prominenter Stelle und der 1:1-Übernahme von Marketing-Blabla eindeutig den Eindruck, es handele sich um Werbung. Für den Leser und Verbraucher wichtige Informationen fehlen hingegen.
Natürlich darf eine Bielefelder Zeitung über neue Produkte eines Bielefelder Grossunternehmens berichten. Allerdings darf man hierfür nicht nur die Werbebroschüre des Unternehmens als Informationsquelle nutzen und diese einfach abschreiben. Echte Journalisten holen sich ihr Informationen aus mehreren verschiedenen Quellen und schreiben daraus den Artikel selbst.
Hier fehlen wichtige Informationen für den Leser und kritischen Verbraucher. Dass die Pizza lecker ist muss jeder Kunde selbst feststellen. Aber wohner bezieht Oetker denn die Bio-Zutaten und wer kontrolliert das? Was macht der Wettbewerb auf dem Tiefkühl-Pizza-Markt und inwiefern unterscheidet sich dieses Produkt von denen des Wettbewerbes? Wo ist der Hinweis, dass die Einführung eines Bio-Produktes ja mehr als spät erfolgt (im Vergleich zum Wettbewerb) und wahrscheinlich nur aufgrund der Tatsache überhaupt erfolgt, dass Oetker keine Marktanteile an Wettbewerber verlieren möchte, die bereits viel früher Bio-Produkte angeboten haben? Fragen über Fragen ...
Ich stelle mir gerade vor, auf der oberen Hälfte der Titelseite der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" prangt morgen ein Farbfoto von einem Banker, der einen Verkaufsprospekt der Deutschen Bank in die Kamera hält. Und dazu ein Artikel über die neusten geilen Geldanlageprodukte der Deutschen Bank. Statt "knusprig" und "lecker Sauce" halt irgendein Rendite-Blabla und dass man bei der Deutschen Bank sein Geld neuerdings auch in ethisch verantwortungsbewusste Produkte investieren kann usw. DIE KÖNNTEN EINPACKEN!!
Natürlich darf eine Bielefelder Zeitung über neue Produkte eines Bielefelder Grossunternehmens berichten. Allerdings darf man hierfür nicht nur die Werbebroschüre des Unternehmens als Informationsquelle nutzen und diese einfach abschreiben. Echte Journalisten holen sich ihr Informationen aus mehreren verschiedenen Quellen und schreiben daraus den Artikel selbst.
Hier fehlen wichtige Informationen für den Leser und kritischen Verbraucher. Dass die Pizza lecker ist muss jeder Kunde selbst feststellen. Aber wohner bezieht Oetker denn die Bio-Zutaten und wer kontrolliert das? Was macht der Wettbewerb auf dem Tiefkühl-Pizza-Markt und inwiefern unterscheidet sich dieses Produkt von denen des Wettbewerbes? Wo ist der Hinweis, dass die Einführung eines Bio-Produktes ja mehr als spät erfolgt (im Vergleich zum Wettbewerb) und wahrscheinlich nur aufgrund der Tatsache überhaupt erfolgt, dass Oetker keine Marktanteile an Wettbewerber verlieren möchte, die bereits viel früher Bio-Produkte angeboten haben? Fragen über Fragen ...
Ich stelle mir gerade vor, auf der oberen Hälfte der Titelseite der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" prangt morgen ein Farbfoto von einem Banker, der einen Verkaufsprospekt der Deutschen Bank in die Kamera hält. Und dazu ein Artikel über die neusten geilen Geldanlageprodukte der Deutschen Bank. Statt "knusprig" und "lecker Sauce" halt irgendein Rendite-Blabla und dass man bei der Deutschen Bank sein Geld neuerdings auch in ethisch verantwortungsbewusste Produkte investieren kann usw. DIE KÖNNTEN EINPACKEN!!
Jan (Gast) - 12. Apr, 22:49
alles nicht soooo schlimm
Hallo!
Ich halte die Diskussion für etwas übertrieben. Der Hinweis der NW auf ein neues Produkt von Oetker ist doch legitim. Oetker gehört zu Bielefeld wie der Bär zu Berlin und ist ein positiver Bestandteil der Stadt, sei es als Arbeitgeber, Stifter oder auch als Produzent einwandfreier und qualitativ hochwertiger Produkte. Na gut, man kann trefflich darüber streiten, ob dies nun auf Seite 1 geschehen muss, aber es gibt wohl insgesamt andere wichtige Themen, die genauso gerne und intensiv besprochen werden möchten...
Zu der Pizza an sich und dem Gütesiegel habe ich mal etwas zusammgetragen
(Quellen: Oetker,de, wikipedia und http://ec.europa.eu/agriculture/qual/organic/logo/index_de.htm):
Bestandteile und Eigenschaften Dr. Oetker Bio-Speciale / normal - Speciale:
BIO:
Brenn- und Nährwerte pro Portion pro 100g
Brennwert (kJ): 3.564 1.064
Brennwert (kcal): 851 254
Eiweiß (g): 34,5 10,3
Kohlenhydrate (g): 83,1 24,8
Fett (g): 41,9 12,5
NORMAL:
Brennwert (kJ): 3.462 1.049
Brennwert (kcal): 828 251
Eiweiß (g): 35,6 10,8
Kohlenhydrate (g): 76,2 23,1
Fett (g): 41,9 12,7
Allergene Zutaten BIO
* Glutenhaltiges Getreide
* Milcheiweiß
* Milchzucker (Lactose)
Bei den laut Gesetz kennzeichnungspflichtigen Zutaten handelt es sich um: Glutenhaltiges Getreide, Erdnusseiweiß, Nusseiweiß, Fischeiweiß, Krustentiereiweiß, Hühnereieiweiß, Milcheiweiß, Milchzucker (Lactose), Sellerie, Senf, Schwefeldioxid, Sojaeiweiß, Sesameiweiß.
Allergene Zutaten NORMAL:
* Glutenhaltiges Getreide
* Sojaeiweiß
* Milcheiweiß
* Milchzucker (Lactose)
* Sellerie
Bei den laut Gesetz kennzeichnungspflichtigen Zutaten handelt es sich um: Glutenhaltiges Getreide, Erdnusseiweiß, Nusseiweiß, Fischeiweiß, Krustentiereiweiß, Hühnereieiweiß, Milcheiweiß, Milchzucker (Lactose), Sellerie, Senf, Schwefeldioxid, Sojaeiweiß, Sesameiweiß.
UNTERSCHIEDE:
Das Bioprodukt enthält minimal weniger Kohlenhydrate, ist aber leicht kalorienreicher. Bei der Zutatenliste ist bei den separat genannten allergenen Zutaten bei dem Bioprodukt das Sojaeiweiß nicht genannt. Die kennzeichnungspflichtigen Zutaten beider Pizzen sind identisch.
Dann zu dem Biosiegel, welches als "unsicher" oder "selbsternannt" kritisiert wird. Es handelt sich hierbei um das sogenannte "deutsche staatliche Biosiegel" und ist damit meiner Ansicht nach recht vertrauenswürdig. Hier die Details zu dem Siegel:
Das deutsche staatliche Bio-Siegel ist ein sechseckiges, grün-schwarz-weißes Symbol, mit dem in Deutschland seit September 2001 Lebensmittel und andere Produkte gekennzeichnet werden können, die den Kriterien der EG-Öko-Verordnung genügen. Wie alle Gütesiegel soll auch das Bio-Siegel eine Orientierungshilfe für den Verbraucher bieten. Mit zunehmender Marktdurchdringung in Deutschland wächst auch sein Bekanntheitsgrad in den angrenzenden Staaten, vor allem Frankreich.
Demnach dürfen mit dem Siegel gekennzeichnete Lebensmittel
* nicht zur Konservierung radioaktiv bestrahlt werden,
* nicht durch gentechnisch veränderte Organismen erzeugt werden,
* nicht mit Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und
* nicht mit Hilfe von leicht löslichen mineralischen Düngern erzeugt werden,
* jedoch bis zu 5 % konventionell erzeugte Bestandteile enthalten.
Es wird gefordert,
* Fruchtfolgen (Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft) abwechslungsreich zu gestalten,
* Tiere artgerecht zu halten und
* mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern zu füttern.
Im Jahr 2004 wurde das 20.000. Produkt mit dem Bio-Siegel ausgezeichnet. Ende Oktober 2006 nutzten 1.814 Unternehmen das Siegel für 33.862 Produkte.
Das Bio-Siegel kennzeichnet die Produkte, die mindestens den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung genügen. Darüber hinaus gibt es private Label, die andere, teilweise strengere Anforderungen stellen.
Bio-Produkte sind nicht notwendigerweise naturbelassene Lebensmittel, da die Zugabe von künstlich hergestelltem Aroma zur Geschmacksverbesserung eingeschränkt erlaubt ist [1]. Der Zusatz von Aromastoffen ist erlaubt, wenn es sich um natürliche oder naturidentische Aromen handelt. Folgeprodukte mit Zutaten aus ökologischem Anbau werden ohne Geschmacksverstärker hergestellt.
Vielleicht kann man mit diesen Informationen eher abschätzen, ob man nun evtl. dieses Produkt mal probiert. Es ist ja jedem freigestellt, dies zu tun, Dr. Oetker bietet nur ein neues Produkt mit neuen Eigenschaften an. So schlimm ist das gar nicht....
bis bald, Jan
jan@jambass.de
Ich halte die Diskussion für etwas übertrieben. Der Hinweis der NW auf ein neues Produkt von Oetker ist doch legitim. Oetker gehört zu Bielefeld wie der Bär zu Berlin und ist ein positiver Bestandteil der Stadt, sei es als Arbeitgeber, Stifter oder auch als Produzent einwandfreier und qualitativ hochwertiger Produkte. Na gut, man kann trefflich darüber streiten, ob dies nun auf Seite 1 geschehen muss, aber es gibt wohl insgesamt andere wichtige Themen, die genauso gerne und intensiv besprochen werden möchten...
Zu der Pizza an sich und dem Gütesiegel habe ich mal etwas zusammgetragen
(Quellen: Oetker,de, wikipedia und http://ec.europa.eu/agriculture/qual/organic/logo/index_de.htm):
Bestandteile und Eigenschaften Dr. Oetker Bio-Speciale / normal - Speciale:
BIO:
Brenn- und Nährwerte pro Portion pro 100g
Brennwert (kJ): 3.564 1.064
Brennwert (kcal): 851 254
Eiweiß (g): 34,5 10,3
Kohlenhydrate (g): 83,1 24,8
Fett (g): 41,9 12,5
NORMAL:
Brennwert (kJ): 3.462 1.049
Brennwert (kcal): 828 251
Eiweiß (g): 35,6 10,8
Kohlenhydrate (g): 76,2 23,1
Fett (g): 41,9 12,7
Allergene Zutaten BIO
* Glutenhaltiges Getreide
* Milcheiweiß
* Milchzucker (Lactose)
Bei den laut Gesetz kennzeichnungspflichtigen Zutaten handelt es sich um: Glutenhaltiges Getreide, Erdnusseiweiß, Nusseiweiß, Fischeiweiß, Krustentiereiweiß, Hühnereieiweiß, Milcheiweiß, Milchzucker (Lactose), Sellerie, Senf, Schwefeldioxid, Sojaeiweiß, Sesameiweiß.
Allergene Zutaten NORMAL:
* Glutenhaltiges Getreide
* Sojaeiweiß
* Milcheiweiß
* Milchzucker (Lactose)
* Sellerie
Bei den laut Gesetz kennzeichnungspflichtigen Zutaten handelt es sich um: Glutenhaltiges Getreide, Erdnusseiweiß, Nusseiweiß, Fischeiweiß, Krustentiereiweiß, Hühnereieiweiß, Milcheiweiß, Milchzucker (Lactose), Sellerie, Senf, Schwefeldioxid, Sojaeiweiß, Sesameiweiß.
UNTERSCHIEDE:
Das Bioprodukt enthält minimal weniger Kohlenhydrate, ist aber leicht kalorienreicher. Bei der Zutatenliste ist bei den separat genannten allergenen Zutaten bei dem Bioprodukt das Sojaeiweiß nicht genannt. Die kennzeichnungspflichtigen Zutaten beider Pizzen sind identisch.
Dann zu dem Biosiegel, welches als "unsicher" oder "selbsternannt" kritisiert wird. Es handelt sich hierbei um das sogenannte "deutsche staatliche Biosiegel" und ist damit meiner Ansicht nach recht vertrauenswürdig. Hier die Details zu dem Siegel:
Das deutsche staatliche Bio-Siegel ist ein sechseckiges, grün-schwarz-weißes Symbol, mit dem in Deutschland seit September 2001 Lebensmittel und andere Produkte gekennzeichnet werden können, die den Kriterien der EG-Öko-Verordnung genügen. Wie alle Gütesiegel soll auch das Bio-Siegel eine Orientierungshilfe für den Verbraucher bieten. Mit zunehmender Marktdurchdringung in Deutschland wächst auch sein Bekanntheitsgrad in den angrenzenden Staaten, vor allem Frankreich.
Demnach dürfen mit dem Siegel gekennzeichnete Lebensmittel
* nicht zur Konservierung radioaktiv bestrahlt werden,
* nicht durch gentechnisch veränderte Organismen erzeugt werden,
* nicht mit Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und
* nicht mit Hilfe von leicht löslichen mineralischen Düngern erzeugt werden,
* jedoch bis zu 5 % konventionell erzeugte Bestandteile enthalten.
Es wird gefordert,
* Fruchtfolgen (Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft) abwechslungsreich zu gestalten,
* Tiere artgerecht zu halten und
* mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern zu füttern.
Im Jahr 2004 wurde das 20.000. Produkt mit dem Bio-Siegel ausgezeichnet. Ende Oktober 2006 nutzten 1.814 Unternehmen das Siegel für 33.862 Produkte.
Das Bio-Siegel kennzeichnet die Produkte, die mindestens den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung genügen. Darüber hinaus gibt es private Label, die andere, teilweise strengere Anforderungen stellen.
Bio-Produkte sind nicht notwendigerweise naturbelassene Lebensmittel, da die Zugabe von künstlich hergestelltem Aroma zur Geschmacksverbesserung eingeschränkt erlaubt ist [1]. Der Zusatz von Aromastoffen ist erlaubt, wenn es sich um natürliche oder naturidentische Aromen handelt. Folgeprodukte mit Zutaten aus ökologischem Anbau werden ohne Geschmacksverstärker hergestellt.
Vielleicht kann man mit diesen Informationen eher abschätzen, ob man nun evtl. dieses Produkt mal probiert. Es ist ja jedem freigestellt, dies zu tun, Dr. Oetker bietet nur ein neues Produkt mit neuen Eigenschaften an. So schlimm ist das gar nicht....
bis bald, Jan
jan@jambass.de
Dominik (Gast) - 13. Apr, 00:19
Jan: Doch, das ist es, leider. Nicht, weil es um Pizza geht, sondern generell um die Frage, was Journalismus ist und was nicht. Es geht hierbei nicht um die Frage, ob die NW nicht über eine Produktneuheit eines lokalen Unternehmens berichten sollte, es geht um da wie.
Ein konstruiertes Beispiel: Ein lokaler Versicherungskonzern bietet eine supertolle neue Versicherung an. Super Gewinne am Jahresende, viele hundert Arbeitsplätze. Und wer von uns hat keine Versicherung? Jeder natürlich. Also schnell einen Artikel darüber auf der Titelseite und eine Seite im Lokalteil opfern. Der Marketingleiter dort kennt auch praktischerweise wen vom Lokalblatt aus Schulzeiten. Und die Berichterstattung bringt auch tatsächlich einige hundert Abschlüsse. Dumm nur, dass am Jahresende nach einem "mangelhaft" der Stiftung Warentest das Unternehmen dem Ruin zuschliddert und die Leistungen nicht denen PR-Text veröffentlichten übereinstimmen. Weil die schlicht gelogen waren. Schade eigentlich.
Ist das auch halb so schlimm?
Journalismus ist und darf keine Werbung sein. Und das hat gute Gründe.
beste Grüße
Dominik
Ein konstruiertes Beispiel: Ein lokaler Versicherungskonzern bietet eine supertolle neue Versicherung an. Super Gewinne am Jahresende, viele hundert Arbeitsplätze. Und wer von uns hat keine Versicherung? Jeder natürlich. Also schnell einen Artikel darüber auf der Titelseite und eine Seite im Lokalteil opfern. Der Marketingleiter dort kennt auch praktischerweise wen vom Lokalblatt aus Schulzeiten. Und die Berichterstattung bringt auch tatsächlich einige hundert Abschlüsse. Dumm nur, dass am Jahresende nach einem "mangelhaft" der Stiftung Warentest das Unternehmen dem Ruin zuschliddert und die Leistungen nicht denen PR-Text veröffentlichten übereinstimmen. Weil die schlicht gelogen waren. Schade eigentlich.
Ist das auch halb so schlimm?
Journalismus ist und darf keine Werbung sein. Und das hat gute Gründe.
beste Grüße
Dominik
Lampe (Gast) - 16. Apr, 10:38
ähh...
Also ich kann es nicht leiden wenn die großen tollen Tageszeitungen in den Himmel gelobt werden in dieser Diskussion. Sagen wir einfach, sie machen ihre Sache, was Werbung und Content angeht besser als das hier diskutierte Beispiel. Ich lese gerne mal die FAZ, wenn ich dazu komme. Und dort stolpert man immer mal wieder Berichte bezüglich Rente usw. Dort werden sicherlich die Dinge vernünftig dargestellt, jedoch ab und an auch mal Schlüsse gezogen, die einem Unbedarften Angst machen könnten. Und dann ist sicherlich nur der Zufall im spiel, das in der Nähe des Artikels eine Anzeige der Alianz Rentenversicherung steht.
Um jetzt mal bieblisch zu werden: Ich würde sagen, das keine Zeitung den ersten Stein werfen darf.
Also ich kann es nicht leiden wenn die großen tollen Tageszeitungen in den Himmel gelobt werden in dieser Diskussion. Sagen wir einfach, sie machen ihre Sache, was Werbung und Content angeht besser als das hier diskutierte Beispiel. Ich lese gerne mal die FAZ, wenn ich dazu komme. Und dort stolpert man immer mal wieder Berichte bezüglich Rente usw. Dort werden sicherlich die Dinge vernünftig dargestellt, jedoch ab und an auch mal Schlüsse gezogen, die einem Unbedarften Angst machen könnten. Und dann ist sicherlich nur der Zufall im spiel, das in der Nähe des Artikels eine Anzeige der Alianz Rentenversicherung steht.
Um jetzt mal bieblisch zu werden: Ich würde sagen, das keine Zeitung den ersten Stein werfen darf.
Puddingtown-Bikes (Gast) - 13. Apr, 00:13
Das erhitzt ja die Gemüter ungemein
Ich bin wirklich erstaunt, dass sich die Gemüter so über die BI Company No. 1 in "der" Tageszeitung erhitzen!
Ich muss mich einem Vorredner anschliessen, auch ich habe den Artikel erst komplett gelesen, nachdem ich ihn hier von Mischa kommentiert gefunden habe.
Aber mal ganz ehrlich, da wird doch so manches Mal schlimmeres geboten auf Seite 1!
- Politiker mit fragwürdigen Statements
- Schauspieler mit denkwürdigen Eskapaden
- Komische Ankündigungen zu Ostern, Weihnachten etc.
Ich finde den Artikel nicht gar so schlimm wie du Mischa, kann deine Argumente aber durchaus nachvollziehen. Nachdem ich jetzt alles komplett gelesen habe bin ich allerdings - im Bezug auf das Produkt - deutlich schlauer als nach dem lesen des Zeitungsartikel.
Das ist hier mal ein eine respektable Recherche!
Beste Grüße
Sascha
Ich muss mich einem Vorredner anschliessen, auch ich habe den Artikel erst komplett gelesen, nachdem ich ihn hier von Mischa kommentiert gefunden habe.
Aber mal ganz ehrlich, da wird doch so manches Mal schlimmeres geboten auf Seite 1!
- Politiker mit fragwürdigen Statements
- Schauspieler mit denkwürdigen Eskapaden
- Komische Ankündigungen zu Ostern, Weihnachten etc.
Ich finde den Artikel nicht gar so schlimm wie du Mischa, kann deine Argumente aber durchaus nachvollziehen. Nachdem ich jetzt alles komplett gelesen habe bin ich allerdings - im Bezug auf das Produkt - deutlich schlauer als nach dem lesen des Zeitungsartikel.
Das ist hier mal ein eine respektable Recherche!
Beste Grüße
Sascha
mischa_verollet - 13. Apr, 06:51
Noch mal: Es geht nicht um die Präsentation eines Unternehmens, sondern um die Präsentation eines Produkts. DAS wird angekreidet ;) Dass es Schlimmeres in der Zeitung gibt, wissen wir. Aber: 2 Wrongs don't make a right!
Ich bin aber froh, dass es auch gegenteilige Meinungen wie die deine gibt, befürchtete schon, schlafwandelnd die Kommentare selbst verfasst zu haben...
Ich bin aber froh, dass es auch gegenteilige Meinungen wie die deine gibt, befürchtete schon, schlafwandelnd die Kommentare selbst verfasst zu haben...
Kurt Maifeld (Gast) - 13. Apr, 13:02
Die "echte" Pressemeldung
Nur mal so zur Info die "echte" Pressemeldung, die Jan Miska zum Thema verschickt hat:
Bio und Pizza – zwei, die im Trend liegen
Neu von Dr. Oetker: Ristorante Pizza Biologica
Pizza ist in und Bio auch – die neue Ristorante Biologica von Dr. Oetker entspricht somit ganz den aktuellen Wünschen der Verbraucher. Zwei beliebte Sorten werden ab dem 10. April 2007 in den Tiefkühltruhen des Handels zu finden sein. Sie zeichnen sich durch den knusprig dünnen Boden, reichhaltige Auflagen und die bewährte Ristorante Qualität aus:
• Ristorante Biologica Speziale – reich belegt mit Käse, Salami, Tomaten, Champignons und Schinken
• Ristorante Biologica Mozzarella – reich belegt mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum
Nach zwölf bis 14 Minuten Backzeit im vorgeheizten Ofen kann der Ristorante Biologica Genuss beginnen.
Die Ristorante Biologica hebt sich durch die grüne Verpackung deutlich von den anderen Ristorante Sorten ab. An der klaren Produktbezeichnung und dem Biosiegel erkennt der Verbraucher die beiden neuen Dr. Oetker Produkte sofort. Das sechseckige Biosiegel nach der EG-Öko-Verordnung zeigt an, dass die Ristorante Biologica Pizzen alle notwendigen Kriterien für den ökologischen Landbau erfüllen. Und das sind nicht wenige, denn ökologischer Landbau bedeutet:
• Produktion der Produkte im Einklang mit der Natur
• Keine Verwendung von Aromen
• Keine Anwendung der Gentechnik
• Nur natürliche und begrenzte Bedüngung der Böden
• Nur artgerechte Tierhaltung
• Keine Verwendung von Pflanzenschutzmitteln
• Verzicht auf Antibiotikum als Mastmittel
• Kein Vollzug von Zukäufen in die biologische
Kreislaufwirtschaft
• Schonende Aufzucht der Pflanzen
Jeder Bio-Betrieb muss sich darüber hinaus mindestens einmal im Jahr den gesetzlich vorgeschriebenen, auch unangemeldeten Kontrollen durch Zertifizierer unterziehen. Die Kontrollstellen überprüfen den gesamten Produktionsprozess der Bio-Betriebe mit allen Erzeugungs- und Verarbeitungsstufen bis hin zur endgültigen Verpackung. Damit wird erreicht, dass keine Vermischung mit konventioneller Ware stattfinden kann, wenn Rohstoffe oder teilverarbeitete Produkte von einer Stufe zur nächsten wechseln.
Der Endverbraucherpreis beträgt ca. 2,89 Euro pro Ristorante Biologica.
Alles über die Produkte von Dr. Oetker, Rezepte, Tipps, Tricks und vieles mehr im Internet unter www.oetker.de!
Bielefeld, April 2007
PR-Kontakt:
Jan Miska
... dazu muss man sich jetzt natürlich noch das Dr. Oetker-Logo denken ;-)
Bio und Pizza – zwei, die im Trend liegen
Neu von Dr. Oetker: Ristorante Pizza Biologica
Pizza ist in und Bio auch – die neue Ristorante Biologica von Dr. Oetker entspricht somit ganz den aktuellen Wünschen der Verbraucher. Zwei beliebte Sorten werden ab dem 10. April 2007 in den Tiefkühltruhen des Handels zu finden sein. Sie zeichnen sich durch den knusprig dünnen Boden, reichhaltige Auflagen und die bewährte Ristorante Qualität aus:
• Ristorante Biologica Speziale – reich belegt mit Käse, Salami, Tomaten, Champignons und Schinken
• Ristorante Biologica Mozzarella – reich belegt mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum
Nach zwölf bis 14 Minuten Backzeit im vorgeheizten Ofen kann der Ristorante Biologica Genuss beginnen.
Die Ristorante Biologica hebt sich durch die grüne Verpackung deutlich von den anderen Ristorante Sorten ab. An der klaren Produktbezeichnung und dem Biosiegel erkennt der Verbraucher die beiden neuen Dr. Oetker Produkte sofort. Das sechseckige Biosiegel nach der EG-Öko-Verordnung zeigt an, dass die Ristorante Biologica Pizzen alle notwendigen Kriterien für den ökologischen Landbau erfüllen. Und das sind nicht wenige, denn ökologischer Landbau bedeutet:
• Produktion der Produkte im Einklang mit der Natur
• Keine Verwendung von Aromen
• Keine Anwendung der Gentechnik
• Nur natürliche und begrenzte Bedüngung der Böden
• Nur artgerechte Tierhaltung
• Keine Verwendung von Pflanzenschutzmitteln
• Verzicht auf Antibiotikum als Mastmittel
• Kein Vollzug von Zukäufen in die biologische
Kreislaufwirtschaft
• Schonende Aufzucht der Pflanzen
Jeder Bio-Betrieb muss sich darüber hinaus mindestens einmal im Jahr den gesetzlich vorgeschriebenen, auch unangemeldeten Kontrollen durch Zertifizierer unterziehen. Die Kontrollstellen überprüfen den gesamten Produktionsprozess der Bio-Betriebe mit allen Erzeugungs- und Verarbeitungsstufen bis hin zur endgültigen Verpackung. Damit wird erreicht, dass keine Vermischung mit konventioneller Ware stattfinden kann, wenn Rohstoffe oder teilverarbeitete Produkte von einer Stufe zur nächsten wechseln.
Der Endverbraucherpreis beträgt ca. 2,89 Euro pro Ristorante Biologica.
Alles über die Produkte von Dr. Oetker, Rezepte, Tipps, Tricks und vieles mehr im Internet unter www.oetker.de!
Bielefeld, April 2007
PR-Kontakt:
Jan Miska
... dazu muss man sich jetzt natürlich noch das Dr. Oetker-Logo denken ;-)
Björn W. (Gast) - 13. Apr, 18:31
...das uns die NW ja dankenswerterweise mitgeliefert hat :)
Matthias Doettlaff (Gast) - 13. Apr, 23:01
Was mich eher stört...
Ich persönlich kann mit product placement einigermaßen leben. Journalistisch geht es sicherlich besser als mit typisch cremigen Werbetexten, die sich mit ihrer Süße über des Lesers Gierzentrum im Gehirn legen (sollen?).
Mich stört eher das Bio-Siegel, selbst wenn es ein staatliches ist. Das ist mir einfach zu verwässert und suggeriert dem Kunden Öko und Gesundheit, wo das nur zum Teil drin ist. Wer wirklich Öko will, sollte sich eher an die "traditionellen" Öko-Siegel halten, die die von Bioland, Naturland oder Demeter. Demeter hat auf der Verbandseigenen Webseite einen lesenswerten Vergleich zwischen den eigenen Richtlinien und EU-Bio...
Mich stört eher das Bio-Siegel, selbst wenn es ein staatliches ist. Das ist mir einfach zu verwässert und suggeriert dem Kunden Öko und Gesundheit, wo das nur zum Teil drin ist. Wer wirklich Öko will, sollte sich eher an die "traditionellen" Öko-Siegel halten, die die von Bioland, Naturland oder Demeter. Demeter hat auf der Verbandseigenen Webseite einen lesenswerten Vergleich zwischen den eigenen Richtlinien und EU-Bio...
Stefanie (Gast) - 13. Apr, 18:43
Hofberichterstattung...
Ja, der Firma Oetker wird in Bielefeld der der Hof gemacht. Bis hin zur Aussage, Oetker sei Bielefelds einzige Weltfirma? Herr Schmalen, wo ordnen sie denn dann beispielsweise die Unternehmen Schüco (nach eigenen Angaben 4.600 Mitarbeiter und 12.000 Partnerbetriebe in über 70 Ländern), Gildemeister (nach Unternehmensangaben mehr als 5.000 Mitarbeiter in 59 konzerneigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften in 28 Ländern) ein? Ja ja...
Ach und vielleicht noch ein Tipp an Frau Hagen-Pekdemir: Der Park neben der Oetkerhalle heißt Bürgerpark! Schon immer.
Danke und ein schönes WE!
s.
Ach und vielleicht noch ein Tipp an Frau Hagen-Pekdemir: Der Park neben der Oetkerhalle heißt Bürgerpark! Schon immer.
Danke und ein schönes WE!
s.
Napoli (Gast) - 13. Apr, 18:48
Fakten Fakten Fakten
Gut gegeben!
:-)
:-)
spam (Gast) - 14. Apr, 00:58
Seidensticker/Jobis ist ja nun auch nicht gerade eine Klitsche?
Lampe (Gast) - 16. Apr, 11:02
Zwischendurch habe ich ja schon ein paar Aussagen bzgl. der anderen Kommentare gemacht und nun will ich mal ein bisschen Senf dazu geben.
Mischa hat zu großen Teilen Recht. Die NW schriebt über Oethker: OK! Die NW berichtet über das neue Produkt von Oethker: OK! Wäre wirklich schlimm, wenn das nicht OK wäre!
Aber leider ist die Aufmachung und die Form weit weg von einer kritischen Herangehensweise. Das ist mein Eindruck. Natürlich erfährt man in dem Artikel jede Menge über das Produkt, aber das tut man auch in einem Werbefaltblatt, welches mit mehr als ein paar Zeilen Text aufwartet. Die Pflicht der NW wäre es gewesen, wenigstens etwas über das Öko-Siegel zu sagen, was es bedeutet, wer es vergibt, was genau dahinter steckt.
Alles in allem würde ich urteilen: Etwas unglücklich gestalteter Artikel. Jedoch möchte ich hier kein Urteil über Argwohn oder dergleich ausstellen. Der selbe Artiekl, versehen mit einem Interview einer Testesserin, die das als Nebenerwerb macht und ein bisschen geschichtliches zu den Öko-Produkten die verwendet werden, hätte diesen Artikel aufgewertet und (mit Blick zu den anderen Kommentaren) entschärft. Wäre das enthalten gewesen, hätte sich niemand aufgeregt, unterstelle ich jetzt einfach mal.
Abschlißend möchte ich sagen, dass die vorliegende Art und Weise nicht schön ist! Ich finde, sowas gehört sich nicht. Trotz allem bin ich jedoch froh, dass dieser "Fall" im vergleich zu anderen Zeitungen weitaus harmloser ist. Ich werd jetzt nicht die Bild als Beispiel anführen, sondern die "tollen und großen" Tageszeitungen die ja angeblich "einpacken könnten, wenn sie sich sowas leisten". Die machen das auch, und, wie ich finde, manchmal viel schlimmer. Kritischer Bericht über Rentenreform neben einer Alianz Anzeige ist nur ein Beispiel.
Das wichtigste ist doch aber, dass wir gemerkt haben, dass dieser Artikel nicht wirklich objektiv geschrieben wurde, oder wenigstens nicht auf Dinge eingeht, die vielleicht von Intresse wäre (öko-Siegel etc.). Diese Berichterstattung ist nach dem Ptresserat legitim, würde ich sagen. Mensch wird immer wieder solche Dinge zu lesen bekommen, in den unterschiedlichsten Printmedien. Und das stört mich nicht! Denn so merke ich, dass ich nicht nur konsumiere, sondern auch über geschriebenes Nachdenke, und weiß das mein Verstand funktioniert. Das ist doch mal was!
Also liebe NW: Wenn du meinst, du musst was an deiner Herangehensweise bzgl Oethker Berichten ändern, bitte. Wäre ein schönes Ergebnis dieser Diskussion. Aber wenn nicht, ist es auch nicht wild. Denn das, was dir, NW, in dieser Diskussion ein gutes Zeugnis ausstellt, ist, dass du dich an der Diskussion beteiligst.
PS: Sparrenblog, ich mag euch!
Mischa hat zu großen Teilen Recht. Die NW schriebt über Oethker: OK! Die NW berichtet über das neue Produkt von Oethker: OK! Wäre wirklich schlimm, wenn das nicht OK wäre!
Aber leider ist die Aufmachung und die Form weit weg von einer kritischen Herangehensweise. Das ist mein Eindruck. Natürlich erfährt man in dem Artikel jede Menge über das Produkt, aber das tut man auch in einem Werbefaltblatt, welches mit mehr als ein paar Zeilen Text aufwartet. Die Pflicht der NW wäre es gewesen, wenigstens etwas über das Öko-Siegel zu sagen, was es bedeutet, wer es vergibt, was genau dahinter steckt.
Alles in allem würde ich urteilen: Etwas unglücklich gestalteter Artikel. Jedoch möchte ich hier kein Urteil über Argwohn oder dergleich ausstellen. Der selbe Artiekl, versehen mit einem Interview einer Testesserin, die das als Nebenerwerb macht und ein bisschen geschichtliches zu den Öko-Produkten die verwendet werden, hätte diesen Artikel aufgewertet und (mit Blick zu den anderen Kommentaren) entschärft. Wäre das enthalten gewesen, hätte sich niemand aufgeregt, unterstelle ich jetzt einfach mal.
Abschlißend möchte ich sagen, dass die vorliegende Art und Weise nicht schön ist! Ich finde, sowas gehört sich nicht. Trotz allem bin ich jedoch froh, dass dieser "Fall" im vergleich zu anderen Zeitungen weitaus harmloser ist. Ich werd jetzt nicht die Bild als Beispiel anführen, sondern die "tollen und großen" Tageszeitungen die ja angeblich "einpacken könnten, wenn sie sich sowas leisten". Die machen das auch, und, wie ich finde, manchmal viel schlimmer. Kritischer Bericht über Rentenreform neben einer Alianz Anzeige ist nur ein Beispiel.
Das wichtigste ist doch aber, dass wir gemerkt haben, dass dieser Artikel nicht wirklich objektiv geschrieben wurde, oder wenigstens nicht auf Dinge eingeht, die vielleicht von Intresse wäre (öko-Siegel etc.). Diese Berichterstattung ist nach dem Ptresserat legitim, würde ich sagen. Mensch wird immer wieder solche Dinge zu lesen bekommen, in den unterschiedlichsten Printmedien. Und das stört mich nicht! Denn so merke ich, dass ich nicht nur konsumiere, sondern auch über geschriebenes Nachdenke, und weiß das mein Verstand funktioniert. Das ist doch mal was!
Also liebe NW: Wenn du meinst, du musst was an deiner Herangehensweise bzgl Oethker Berichten ändern, bitte. Wäre ein schönes Ergebnis dieser Diskussion. Aber wenn nicht, ist es auch nicht wild. Denn das, was dir, NW, in dieser Diskussion ein gutes Zeugnis ausstellt, ist, dass du dich an der Diskussion beteiligst.
PS: Sparrenblog, ich mag euch!
mareike (Gast) - 17. Apr, 23:10
nw-bestechung?
also, ich hab ja jetzt lange hier alles mitgelesen: dass diese journalistin von dem pizzatext geld von den oetkers gekriegt haben soll, das glaubt ihr ja wohl selber nicht. ich habe heidi-hagen peckdemir mal bei einem pressetermin kennengelernt, das ist eine ganz liebe omi, die macht sowas nicht, sich geld in die tasche stecken und so. frau hagen-peckdemirbestimmt nicht, die ist schon seit über 40 jahren journalistin und kommt aus einer zeit, als man sowas noch nicht gemacht hat.
also, sie hat bestimmt kein geld genommen für den bericht, ich kann nur für diese journalistin sprechen, keine ahnung, ob andre sowas machen, aber ich finds voll fieß, sowas zu unterstellen, vor allem wenn es gegen ältere mitbürger geht, die sich nicht wehren können, weil sie bestimmt gar nicht abraffen, dass es das internet gibt und da leute über sie reden! so, das wollt ich mal sagen, liebe grüße :) mareike
also, sie hat bestimmt kein geld genommen für den bericht, ich kann nur für diese journalistin sprechen, keine ahnung, ob andre sowas machen, aber ich finds voll fieß, sowas zu unterstellen, vor allem wenn es gegen ältere mitbürger geht, die sich nicht wehren können, weil sie bestimmt gar nicht abraffen, dass es das internet gibt und da leute über sie reden! so, das wollt ich mal sagen, liebe grüße :) mareike
mischa_verollet - 18. Apr, 08:06
@Lampe: Danke :)
@Mareike: Danke dir für deine Sicht der Dinge, auch hinsichtlich Frau Pekdemir. Wie du hier aus dem Posting und den meisten Kommentaren erlesen kannst, geht es hier nicht um ihre Person. Sie ist ja nur ein Rädchen im Getriebe. Und, ganz wichtig: NIRGENDWO steht etwas von Bestechung! Es ging um Schleichwerbung, schlimmstensfalls um Bezahlte, was wir hier aber größtenteils ausschließen.
Wir können im Übrigen nichts dafür, dass es fieS ist, über sie zu reden, ohne, dass sie es mitbekommt. Das sparrenblog ist öffentlich und jeder hat die Möglichkeit seinen Namen zu googlen, auch ältere Menschen. Und da selbst ihr Vorgesetzter hier mitkommentiert hat, ist es seine Verantwortung, Frau Pekdemir über diese Diskussion zu informieren ;) Und abschließend möchte ich noch mal festhalten: Es geht NICHT um Frau Hagen-Pekdemir, es geht um die NW. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe!
Ach ja: Wat is abraffen????
@Mareike: Danke dir für deine Sicht der Dinge, auch hinsichtlich Frau Pekdemir. Wie du hier aus dem Posting und den meisten Kommentaren erlesen kannst, geht es hier nicht um ihre Person. Sie ist ja nur ein Rädchen im Getriebe. Und, ganz wichtig: NIRGENDWO steht etwas von Bestechung! Es ging um Schleichwerbung, schlimmstensfalls um Bezahlte, was wir hier aber größtenteils ausschließen.
Wir können im Übrigen nichts dafür, dass es fieS ist, über sie zu reden, ohne, dass sie es mitbekommt. Das sparrenblog ist öffentlich und jeder hat die Möglichkeit seinen Namen zu googlen, auch ältere Menschen. Und da selbst ihr Vorgesetzter hier mitkommentiert hat, ist es seine Verantwortung, Frau Pekdemir über diese Diskussion zu informieren ;) Und abschließend möchte ich noch mal festhalten: Es geht NICHT um Frau Hagen-Pekdemir, es geht um die NW. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe!
Ach ja: Wat is abraffen????
Lampe (Gast) - 19. Apr, 17:11
Wo habe ich denn von Bestechung gerede, Mareike?
Die Altherrenriege (Gast) - 11. Jun, 00:06
Zuguterletzt: Der Deutsche Presserat hat's nun abgestraft:
Wie man der Presse entnehmen kann gabs eine Rüge für die Pizzapropaganda der NW:
http://bielefeld-blog.de/wp-content/uploads/2007/06/1nwskandal.gif
(NOZ vom 9.6.07)
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(NOZ vom 9.6.07)



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