Donnerstag, 21. Dezember 2006

Weihnachtsslam


Zum Jahresausklang und kurz vor Heilig Abend wurde Bielefeld im Bunker Ulmenwall noch einmal von der Basis poetisch grundversorgt und wider Erwarten tauchte das allgegenwärtige Thema in keinem einzigen der Beiträge auf. Der Qualität tat das keinen Abbruch und insgesamt war es einer der amüsantesten Poetry Slams der letzten Zeit. Fünfzehn Leute wollten mit zur Gestaltung des Abends beitragen, so dass das bestens gelaunte Moderatorenteam das Starterfeld auf zehn Personen erhöhte. Das Sparrenblog-Team entspannte sich dieses Mal im Publikum und genoss die Darbietungskünste der Auftretenden.

Quer durch die Bank unterhaltsame Texte verkürzten uns den Abend, und selbst die neuen Gesichter Daniel Scholz und Hotzenplotz konnten hoch Punkten. Das sprach einmal mehr für die hohe Qualitätsschwelle, die der Bunkerslam mittlerweile erreicht hat: Mit Tagebucheinträgen braucht man dort nicht auftreten. Zumindest fiktiv und amüsant müssten diese dann sein wie die von Frau Meyer.

Ein Höhepunkt des Abends bot mit absoluter Sicherheit Maik Martschinkowsky mit seinem halb gelispelten Dialogs des Performance-Künstlers, der Sehenswürdigkeiten ableckt und wegen der Kälte versehentlich am Eiffelturm kleben blieb. Eine Wahnsinns-Idee im positiven Sinne.
Aber auch die anderen alten Hasen hatten hochwertiges aufzubieten: Marc holte noch einmal die Katze aus dem Sack und ging mit ihr in die Disco. Lampe erregte sich über uneinsichtige Mitbewohnerinnen, Markus Freise traf an der Wohnungstür auf eine inspirierende Rügenwalder Teewurst, die ihn aus der ersten Runde heraus in's Finale katapultierte.

Marc-Oliver Schuster bringt Katzen an die Frau

In der zweiten Runde stellte sich der Räuber Hotzenplotz gekonnt und frivol vor, bevor Micha-El Goehre seine Abneigung zur Farbe Rosa gewohnt laustark zum Ausdruck brachte. Der Glasiator und Picnic wagten auch einen Versuch, aber gegen den bereits erwähnten Vortrag von Maik konnten sie nichts ausrichten.

Anspannung weg: Micha-El Goehre

Im Finale schilderte Markus dann allen im Minutentakt, wie das eigentlich so ist im Slammeralltag, dass das gar nicht so einfach ist, wie es sich für den Zuschauer womöglich darstellt.
Maik aber reflektierte über Tee und die Qualität von Tomaten und setzte zu Goehres Lautstärkepegel noch einen drauf. Das sicherte ihm dann auch den Sieg.

Auch erfolgreich im Verkauf: Markus Freise

Alles in allem war der gestrige ein äußerst inspirierender Slam. Es ist erstaunlich, aus wie kleinen, zunächst abwegig erscheinenden, Ideen ganz große Dinge entstehen können. Und dem Publikum, dem Moderatoren-Team und den Slammern selbst war anzusehen, dass ihnen der Abend extrem viel Spaß gemacht hat.

Gerne wieder.


Verdienter Sieg: Maik Martschinkowsky

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mischa_verollet - 22. Dez, 06:59

Hach ja, schön war's!