Wenn eine Krankheit zum Fernsehstar wird
Verfasst von mischa_verollet am 21. Nov, 23:02
Nicht, dass man stolz sein kann, geschweige denn sich freuen kann, eine bestimmte Krankheit zu haben. Aber wenn sie bei Dr. House gefeatured wird, der unfassbar guten Krankenhausserie, die jeden Dienstag um 21.15 Uhr auf RTL läuft, dann ist das beinahe schon eine Auszeichnung.

Sie hat Schuld: Die Thymusdrüse verursacht die Myasthenia Gravis (Foto: Betroffenenforum)
Meine Freundin leidet an der seltenen Krankheit Myasthenia Gravis, grob gesagt eine schwere Muskelschwächeerkrankung. Wikipedia dazu: "Die Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung, d. h. der Körper bildet Autoantikörper, welche mit den Acetylcholinrezeptoren an der motorischen Endplatte eine reversible Bindung eingehen. Deshalb kann der elektrische Impuls (das Aktionspotenzial) vom Nerven nicht mehr auf den Muskel übertragen werden, der Muskel wird nicht erregt." Sie greift vor allem kleinere Muskeln an, wie die Augenlider uä. So war das auch bei meiner Freundin. Im Allgemeinen ist die Krankheit nicht tödlich, sie kann allerdings lebensbedrohlich werden bei Versagen der Atemmuskeln. Dies musste ich mit meinen eigenen Augen miterleben, und es zählt mit zu den sorgenvollsten Augenblicken meines Lebens.
Zum Glück stellten die Ärzte im Klinikum Herford irgendwann die richtige Diagnose (nachdem meine Freundin ein halbes Jahr von einem Haufen anderer Quaksalber vergeblich behandelt worden ist. Zitat Wikipedia: Trotz des typischen Beschwerdebildes wird die Diagnose häufig spät gestellt.) Mittlerweile kann sie dank Medikamenten ein normales Leben führen, was wirklich toll ist, schließlich sah es eine lange Zeit nicht danach aus. Es kann bei dieser Krankheit auch schlimmer kommen.
Was diese Krankheit im Besonderen ausmacht, ist ihre Seltenheit. Und somit die perfekte Kandidatin für "Dr. House". Denn Dr. House, dieser verschrobene Kauz, so authentisch dargestellt vom englischen Überschauspieler Hugh Laurie, nimmt sich nur der Fälle an, die ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel versprechen. Er ist tatsächlich der Sherlock Holmes der Medizin-Welt. Und die Serie zur Zeit schlichtweg das Beste im deutschen Fernsehen. Vor einigen Wochen scherzten wir schon mal beim Gucken von "Dr. House", dass die Myasthenie jetzt langsam an der Reihe wäre, ihren Auftritt bei "House" zu feiern. Und heute abend war es soweit: Ein Radfahrer litt an den einschlägigen Symptomen, schon nach einer Viertelstunde dachte ich mir: Wenn das keine Myasthenia Gravis ist! Und sie war es tatsächlich, wie Dr. Greg House am Ende entdeckte.
Die Welt ist klein, dachten wir nur, und: dass es wunderbar ist, dass wir in einer Zeit leben, in der man solch eine Krankheit behandeln kann. Nicht nur im Fernsehen bei dem Gott in Weiß, "Dr. House". Sondern auch in der reellen Welt, und ganz speziell im Falle meines Schatzes. Denn vor einigen Jahren war diese Krankheit noch tödlich.
Mehr Infos zur Myasthenia Gravis im Forum für Betroffene.

Sie hat Schuld: Die Thymusdrüse verursacht die Myasthenia Gravis (Foto: Betroffenenforum)
Meine Freundin leidet an der seltenen Krankheit Myasthenia Gravis, grob gesagt eine schwere Muskelschwächeerkrankung. Wikipedia dazu: "Die Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung, d. h. der Körper bildet Autoantikörper, welche mit den Acetylcholinrezeptoren an der motorischen Endplatte eine reversible Bindung eingehen. Deshalb kann der elektrische Impuls (das Aktionspotenzial) vom Nerven nicht mehr auf den Muskel übertragen werden, der Muskel wird nicht erregt." Sie greift vor allem kleinere Muskeln an, wie die Augenlider uä. So war das auch bei meiner Freundin. Im Allgemeinen ist die Krankheit nicht tödlich, sie kann allerdings lebensbedrohlich werden bei Versagen der Atemmuskeln. Dies musste ich mit meinen eigenen Augen miterleben, und es zählt mit zu den sorgenvollsten Augenblicken meines Lebens.
Zum Glück stellten die Ärzte im Klinikum Herford irgendwann die richtige Diagnose (nachdem meine Freundin ein halbes Jahr von einem Haufen anderer Quaksalber vergeblich behandelt worden ist. Zitat Wikipedia: Trotz des typischen Beschwerdebildes wird die Diagnose häufig spät gestellt.) Mittlerweile kann sie dank Medikamenten ein normales Leben führen, was wirklich toll ist, schließlich sah es eine lange Zeit nicht danach aus. Es kann bei dieser Krankheit auch schlimmer kommen.
Was diese Krankheit im Besonderen ausmacht, ist ihre Seltenheit. Und somit die perfekte Kandidatin für "Dr. House". Denn Dr. House, dieser verschrobene Kauz, so authentisch dargestellt vom englischen Überschauspieler Hugh Laurie, nimmt sich nur der Fälle an, die ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel versprechen. Er ist tatsächlich der Sherlock Holmes der Medizin-Welt. Und die Serie zur Zeit schlichtweg das Beste im deutschen Fernsehen. Vor einigen Wochen scherzten wir schon mal beim Gucken von "Dr. House", dass die Myasthenie jetzt langsam an der Reihe wäre, ihren Auftritt bei "House" zu feiern. Und heute abend war es soweit: Ein Radfahrer litt an den einschlägigen Symptomen, schon nach einer Viertelstunde dachte ich mir: Wenn das keine Myasthenia Gravis ist! Und sie war es tatsächlich, wie Dr. Greg House am Ende entdeckte.
Die Welt ist klein, dachten wir nur, und: dass es wunderbar ist, dass wir in einer Zeit leben, in der man solch eine Krankheit behandeln kann. Nicht nur im Fernsehen bei dem Gott in Weiß, "Dr. House". Sondern auch in der reellen Welt, und ganz speziell im Falle meines Schatzes. Denn vor einigen Jahren war diese Krankheit noch tödlich.
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2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
herrtobe - 22. Nov, 13:33
Sehr interessant. Und dabei hab ich die Fälle bei House bis jetzt immer für tierisch abwegig gehalten. Danke für die Infos, jetzt les ich mal ne Runde...
mischa_verollet - 23. Nov, 08:27
Bis gestern haben wir die Fälle auch für tierisch abwegig gehalten... ;)



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