Tag 3: "Könnt ihr mal kurz die Fresse halten?"


Tja, da hat man einmal im Leben kein Hotspot zur Hand, und schon passiert eine ganze Menge. Micha-El Goehre erlebte sein Halbfinale, und das Teamfinale bildete den vorläufigen Höhepunkt des Slams 2006. An Tag 4 lassen wir Tag 3 Revue passieren.



Weil es sonst heute gar keine Bilder gäbe: Ein Bild von gestern - die Bielefelder Posse im Substanz, kurz bevor ich auf grausamste Art und Weise rausflog...

Den wir insgesamt haben entspannter angehen lassen. Sarah und ich waren shoppen. Und du, Markus?

Markus: Ich habe uns komplettiert und Steffi vom Flughafen abgeholt. Anschließend haben wir ein wenig Polit-Slam in der Schrannenhalle geschaut. Der hat sogar die Ordnungskräfte angelockt. Aber vor dem Finale war auch uns das zuviel und wir sind ebenfalls in die Konsumwelt der Münchener Innenstadt abgetaucht.

Mischa: Wir haben uns die Politiker noch zu Ende angeschaut. Unsere gute alte Bekannte Marlene Stamerjohanns kam ins Finale und verlor gegen den Aachener Nipchick (?). Das Finale war aber auch das einzig Unterhaltsame an dem Polit-Slam.

Markus: Muss ja auch nicht alles mitnehmen hier. Den dem Polit-Slam anschließenden Haiku-Slam haben wir uns ja gespart. Steffi und ich haben uns noch eine wunderbare Rodin-Ausstellung angeschaut und ihr wart im Hotel. Als wir uns dann zur (überteuerten) Pizza in „Bernis Nudelbrett“ getroffen haben, klingelte plötzlich dein Handy!

Mischa: Dran war der Schuster! Und war nervös, denn Goehres Halbfinale sollte bald starten, und wir saßen noch an unseren Pizzen, die im Übrigen zwar teuer, aber überaus lecker waren. Von daher absolut empfehlenswert, dem Berni sein Brett! Aber dann mussten wir auch schon los. Auf zum Volkstheater!

Markus: Wunderbare Location. Erinnerte mich ein wenig an 2004 in Stuttgart. Nachdem wir unseren Platz in den Sitzreihen gefunden hatten, erschienen die beiden Moderatoren aus Leipzig auf der Bühne und offenbarten per Beamer die Startreihenfolge des Halbfinale 2. Schock!

Mischa: Oh ja! Machen wir es kurz und schmerzlos. Micha-El Goehre hatte Startplatz 1. Und flog dann leider raus. Aber er hat sich nichts vorzuwerfen. Hat eine geile Performance abgeliefert!

Markus: Ja. Einmal mehr muss ich (auch wenn ich das hier in diesem Rahmen noch nicht erwähnt habe) erwähnen, dass die Jury offenbar nicht gut „kalibriert“ war. So wiesen die Moderatoren nach dem zweiten Kandidaten (Ken Yamamoto) daraufhin, dass die Wertung durchaus höher ausfallen darf. Frechheit! So landetete Ken gar mit einem wunderschönen Stück auf dem letzten(!) Platz und andere Battler platzierten sich unverdient ganz vorne.

Mischa: Kens Bewertung war eine Frechheit. Ein wirklich beängstigend intensiv vorgetragenes Poem, und dann solch eine beschissene Bewertung von einer Jury, die offensichtlich keine Ahnung von nichts hatte. Schade. Für ihn, aber auch für Micha-El Goehre. Aber kommen wir zum Höhepunkt des Abends. Zum Finale um die Deutsche Meisterschaft der Slam-Teams!

Markus: Anschließend und ebenfalls im Volkstheater. Hochkaräter hatten sich da qualifiziert. Zum Beispiel die Jungs von SMAAT (Lars Ruppel, Felix Römer, Sebastian 23 und Gabriel Vetter) oder die Mädels von „The boyz with the girlz in the back” (Nora Gomringer, Fiva MC und Mia Pitroff). Man war sich sicher: Die machen das unter sich aus. Und Argentinien wird Weltmeister.

Mischa: Haha. Und die Mädels sind völlig zurecht rausgeflogen. Ich weiß, du siehst das anders, aber die hatten das Finale gestern nicht verdient, auch wenn das eine nette und gute Truppe ist. Andere waren einfach besser an diesem Abend. Zum Beispiel drei großartige Teams, die die Meisterschaft unter sich ausmachten: Team Tübingen, zwei sympathische Chaoten, die in einem, sagen wir, Gedankenduett einen Einblick in die Slammerseele boten. Köstlich. Dann natürlich SMAAT. Und nicht zu vergessen das Team, das keiner so richtig auf der Rechnung hatte: Team LSD (Lesebühne Liebe statt Drogen) mit Einzeltitelverteidiger Volker Strübing und Micha Ebeling.

Markus: Kurz gesagt: Die haben verdient den wohl nicht so wohl riechenden, 10 Jahre alten, Gewinnerkranz in die Hauptstadt geholt und damit an die Wirkungsstätte des Slam 2007. Ja. Im kommenden Jahr geht es nach Berlin. Berlin. Berlin. Wir fahren nach Berlin! Oder?

Mischa: Natürlich! Zumindest als Moderatoren. Dafür sorgen wir heute abend, wenn wir das letzte Halbfinale im Literaturhaus moderieren. Nur: Was mach ich bloß mit meiner Stimme, verdammt???

Markus: Vielleicht hältst du dich an die Bitte vom Team LSD, die da hieß: ...

Mischa: Ne, das schaff ich nicht. Wer mich kennt, weiß, dass wenn ich eins nicht kann, dann: KURZ MAL DIE FRESSE HALTEN! Ja, ja. Mal schauen. Ich freu mich auf jeden Fall auf heute Abend. Und vorher drücken wir dir, Markus, beim Cover-slam die Daumen und Marc Oliver Schuster beim Prop-Slam, bei dem man tatsächlich Hilfsmittel verwenden darf. Viel Glück dir!

Markus: Danke. Ich gehe dann mal ins Trainingslager. Meine Trainerin wartet! Tschüss OWL. Bis morgen.

Heute gibt es dummerweise keine Fotos. Leider streikte die Kamera aufgrund eines akuten Batterieentzuges. Scheißbillige Batterien von Saturn. Geiz ist scheiße, sacht Markus.

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