Dienstag, 10. Oktober 2006

Nachlese Sitzen 73


Sacha, Stefanie und Volker brachten das kleine Schlösschen beinahe zum Bersten. Den großen Publikumsandrang durften die drei gerne als Kompliment verstehen, zumal an einem Montagabend sich nicht jeder bereitwillig aus den vier heimatlichen Wänden locken lässt. Doch wenn „Sitzen 73“ vorliest, scheint selbst der Ausklang des ersten Wochenarbeitstages niemanden davon abhalten zu wollen, sich kurzweilig unterhalten zu lassen.
Und Sacha Brohm war’s dann auch, der uns in einem Text über den Tod lehrte, man solle jeden Tag erleben wie den ersten, nicht, wie es die meisten gängigerweise behaupten, wie den letzten. Dann lasst uns bitte alle Wochentage „Sitzen 73“ zuhören!
Stefanie Schröder erzählte uns darauf über ihre Erfahrungen als frische Hundebesitzerin und erinnerte sich bei ihren ersten Gassi-Begegnungen aus gutem Grund an die Worte ihrer Eltern, sich vor alten Männern im Park zu hüten.
Volker Backes ergänzte die erste Runde mit einer phantastischen Geschichte über seine Spinnen-Phobie und welche Anstrengungen er bei der Jagd nach ihnen unternehmen muss, sein Erstaunen bei der Nachricht, die Tierchen könnten dem Staubsauger auch wieder entfliehen („Vorsichtshalber schüttete ich ein Pfund Mehl hinterher. Damit ich später ihre Spur zurückverfolgen konnte“ (frei nach V.B.).
Die nächste Runde nach der Pause eröffnete Sacha mit seinen Gedanken über das Gebot eines arabischen Ölscheichs an ABBA, einmal für ihn für 1 Milliarde Dollar ein Konzert zu geben und ob die schwedische Königin überhaupt den Text von „Dancing Queen“ korrekt interpretierte, der schließlich auf sie gemünzt war.
Einblick in die persönlichen Briefe von E., gerichtet an deren aus dem TV-Geschäft bekannten Freundin Bine, bot uns anschließend Stefanie. Über Jahrzehnte hinweg wurden wir somit über die Veränderungen von Ansichten über Familie im Leben von Moderatorinnen bekannt gemacht.
Darauf gab uns Volker das titelgebende Gedicht seines Buches „Schnelle Biere“ zum Besten und schloss mit einer kurzen Erzählung über die Gedanken eines unter Blasendruck Leidenden auf dem Heimweg, und wie schwierig es sich gestaltet, währenddessen persönlich Bekannten im Gespräch thematisch zu folgen.

Offensichtlich verlangte es nicht nur dem Publikum nach einer Zugabe, und so gab Sacha noch seine „15 Wege, einen Hamster zu töten!“ zu hören (Grandios: „Solange streicheln bis er aus unzähligen Stellen verblutet!" oder „Ihn solange für die Ereignisse des 11. Sptember 2001 verantwortlich machen, bis er innerlich daran zerbricht!“). Stefanie erzählte uns noch etwas über die Aufklärungsdefizite bei Kindern und deren Folgen, worauf Volker noch eine Lanze für die Tanten brach.

Nach einem sehr schönen Abend schlummern wir alle mit einem Lächeln auf dem Gesicht ein, und hoffen noch auf viele weitere solcher Veranstaltungen. Bloß das Schlösschen sollte dafür bald einmal anbauen.



Foto: Markus Freise

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