Unterhaltsam und basisdemokratisch
Verfasst von mischa_verollet am 5. Okt, 20:06
Unfreiwillig komische Gäste und nette Hollywood-Unterhaltung machten Schmitti’s Sneakpreview im Oktober zu einer runden Sache. Die gute Nachricht: Auch 2007 geht es mit der Sneak weiter. Dann allerdings an einem Dienstag.
Was für einen Auto sie denn fahre, wird die junge Dame gefragt. Einen Honda Jazz, antwortet diese. Ob sie schon mit ihrem Auto im Urlaub gewesen sei. Ja, in Polen, ist die Antwort. Dann solle sie mal überlegen, weshalb sie das Auto noch habe. Fazit: Die Polen klauen längst nicht mehr alles, was vier Räder hat.
Wenn derlei vor einer Kinoleinwand besprochen wird, ist wieder Sneak Preview-Zeit in Bielefelds Astoria-Kino. Schmitti, der direkt von der Ladies Night im Cinemaxx kommt, hat sein Publikum im Handumdrehen um die Finger gewickelt. Stammgäste, Alien-TV, nicht bezahlte Schönheits-Ops – es wird kabarettistisch aufbereitet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.
Doch das ist längst nicht alles, was Schmitti an diesem Abend zu Tage fördert. Rudy Cerne und sein Aktenzeichen – nicht mehr als eine Albaner-Suchsendung – seien diskrimierend. Schließlich seien ausschließlich Ausländer die Stars der Show, während bei Andy Borg und Florian Silbereisen nur Deutsche zum Zuge kämen.
Es waren wieder einmal unterhaltsame anderthalb Stunden, die uns auf die Preview einstimmten. Schmittis dankbare Gäste trieben ihn zu Höchstleistungen, wenn ich auch leider nicht immer alles mitbekam, da unsere Sitznachbarn anscheinend auf „Hör mal wer da hämmert“-Dauerlache genordet waren. Im Anschluss an die obligatorische Quizshow – die übrigens ein nach BWL aussehender, sehr gut informierter Geschichtsstudent gegen eine strunzdumme Linguistikstudentin gewann – gab es noch die basisdemokratische Entscheidung, ob und wie es mit der Sneak weitergehen solle. Wir, das Publikum, stimmten mit einer überwältigenden Mehrheit dafür, auch weiterhin in Unkenntnis des gezeigten Films zur Preview zu kommen. Allerdings findet diese 2007 aufgrund vermehrter Konkurrenzveranstaltungen am ersten Dienstag im Monat statt.
Einen Film gab es auch noch. Und keinen unbedingt so schlechten. „Die Super-Ex“, mit Tarantinos Muse Uma Thurman, Luke Wilson (der Bruder von Knicknase Owen) und dem Scary Movie-Gesicht Anna Faris in den Hauptrollen. Ok, natürlich kann man, muss man von leichtester Kost sprechen. Aber Crank war auch in keinem Falle zu toppen. Ivan Reitman erzählt eine Geschichte, die jeder kennt und bereits mitgemacht hat: Typ lernt Frau kennen und sägt sie nach kurzer Zeit wieder ab. Frau dreht daraufhin voll durch und macht dem Typen das Leben zur Hölle. So weit, so gut, nur dass Reitman die Story völlig überspitzt erzählt. Luke Wilson lernt zufälligerweise die Superheldin G-Girl kennen, als sie in ihrem Alltagserscheinungsbild (eine offensichtliche Hommage an Clark Kent) unterwegs ist. Kurz darauf sind die beiden ein Paar. Bald kann G-Girl ihrem Lover aber nicht mehr verheimlichen, dass sie eine Superheldin mit übermenschlichen Kräften ist, was sich vor allem beim Sex bemerkbar macht.
Abgesehen vom schwachen Ende ist der Film eine vergnügliche Hollywood-Klamotte. Es gibt definitiv schlechtere Komödien. „Die Super-Ex“ ist einer dieser Filme, die man sich ganz gern aufn Sonntachabend im Fernsehen anschaut, um nocheinmal vor dem baldig startenden Wochenfrust zu entspannen. Vor allem der Verzicht auf den sonst gängigen Fäkalhumor tut gut. Uma Thurman zeigt eine grandiose, wenn nicht sogar eine ihrer besten schauspielerischen Leistungen als launisches Supergirl, das ständig zwischen halbem Wahn und Heulkrämpfen schwankt. Und Luke Wilson, der in mindestens zweien meiner Lieblingsfilme mitspielt – The Royal Tenenbaums und Old School – ist solide wie immer.
Ach ja, der Freise spielt auch noch mit:

(Rainn Wilson in "Die Super-Ex", Foto: msnbcmedia)
Was für einen Auto sie denn fahre, wird die junge Dame gefragt. Einen Honda Jazz, antwortet diese. Ob sie schon mit ihrem Auto im Urlaub gewesen sei. Ja, in Polen, ist die Antwort. Dann solle sie mal überlegen, weshalb sie das Auto noch habe. Fazit: Die Polen klauen längst nicht mehr alles, was vier Räder hat.
Wenn derlei vor einer Kinoleinwand besprochen wird, ist wieder Sneak Preview-Zeit in Bielefelds Astoria-Kino. Schmitti, der direkt von der Ladies Night im Cinemaxx kommt, hat sein Publikum im Handumdrehen um die Finger gewickelt. Stammgäste, Alien-TV, nicht bezahlte Schönheits-Ops – es wird kabarettistisch aufbereitet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.
Doch das ist längst nicht alles, was Schmitti an diesem Abend zu Tage fördert. Rudy Cerne und sein Aktenzeichen – nicht mehr als eine Albaner-Suchsendung – seien diskrimierend. Schließlich seien ausschließlich Ausländer die Stars der Show, während bei Andy Borg und Florian Silbereisen nur Deutsche zum Zuge kämen.
Es waren wieder einmal unterhaltsame anderthalb Stunden, die uns auf die Preview einstimmten. Schmittis dankbare Gäste trieben ihn zu Höchstleistungen, wenn ich auch leider nicht immer alles mitbekam, da unsere Sitznachbarn anscheinend auf „Hör mal wer da hämmert“-Dauerlache genordet waren. Im Anschluss an die obligatorische Quizshow – die übrigens ein nach BWL aussehender, sehr gut informierter Geschichtsstudent gegen eine strunzdumme Linguistikstudentin gewann – gab es noch die basisdemokratische Entscheidung, ob und wie es mit der Sneak weitergehen solle. Wir, das Publikum, stimmten mit einer überwältigenden Mehrheit dafür, auch weiterhin in Unkenntnis des gezeigten Films zur Preview zu kommen. Allerdings findet diese 2007 aufgrund vermehrter Konkurrenzveranstaltungen am ersten Dienstag im Monat statt.
Einen Film gab es auch noch. Und keinen unbedingt so schlechten. „Die Super-Ex“, mit Tarantinos Muse Uma Thurman, Luke Wilson (der Bruder von Knicknase Owen) und dem Scary Movie-Gesicht Anna Faris in den Hauptrollen. Ok, natürlich kann man, muss man von leichtester Kost sprechen. Aber Crank war auch in keinem Falle zu toppen. Ivan Reitman erzählt eine Geschichte, die jeder kennt und bereits mitgemacht hat: Typ lernt Frau kennen und sägt sie nach kurzer Zeit wieder ab. Frau dreht daraufhin voll durch und macht dem Typen das Leben zur Hölle. So weit, so gut, nur dass Reitman die Story völlig überspitzt erzählt. Luke Wilson lernt zufälligerweise die Superheldin G-Girl kennen, als sie in ihrem Alltagserscheinungsbild (eine offensichtliche Hommage an Clark Kent) unterwegs ist. Kurz darauf sind die beiden ein Paar. Bald kann G-Girl ihrem Lover aber nicht mehr verheimlichen, dass sie eine Superheldin mit übermenschlichen Kräften ist, was sich vor allem beim Sex bemerkbar macht.
Abgesehen vom schwachen Ende ist der Film eine vergnügliche Hollywood-Klamotte. Es gibt definitiv schlechtere Komödien. „Die Super-Ex“ ist einer dieser Filme, die man sich ganz gern aufn Sonntachabend im Fernsehen anschaut, um nocheinmal vor dem baldig startenden Wochenfrust zu entspannen. Vor allem der Verzicht auf den sonst gängigen Fäkalhumor tut gut. Uma Thurman zeigt eine grandiose, wenn nicht sogar eine ihrer besten schauspielerischen Leistungen als launisches Supergirl, das ständig zwischen halbem Wahn und Heulkrämpfen schwankt. Und Luke Wilson, der in mindestens zweien meiner Lieblingsfilme mitspielt – The Royal Tenenbaums und Old School – ist solide wie immer.
Ach ja, der Freise spielt auch noch mit:

(Rainn Wilson in "Die Super-Ex", Foto: msnbcmedia)
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